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DIE APOKALYPTISCHEN REITER – TURISAS – AKREA

Ort: Bremen - Aladin

Datum: 25.03.2011

Der Norden durfte sich Ende März auf eine gehörige Portion „Moral & Wahnsinn“ gefasst machen! Im Aladin in Bremen/ Hemeling kam es zum 2. Auftritt von AKREA, TURISAS und natürlich den APOKALYPTISCHEn REITERn auf ihrer Europa-Tour. Ergo ging es an besagtem Datum ab in die Hansestadt – versprach die Zusammenstellung doch einen abwechslungsreichen Abend, da sich keine der Bands musikalisch in eine Schublade stecken lässt. Ein kurzer Abstecher vor Konzertbeginn zum Merch-Stand zeigte außerdem, dass noch nicht alle Musiker dem Größenwahn verfallen sind, denn hier gab es noch Shirts zu erschwinglichen Preisen.

AKREA eröffneten pünktlich um 19.30 Uhr den Abend mit ihrem Melodic Death Metal. Die Texte der 2004 noch unter dem Namen INNER AGGRESSION gegründeten Combo aus der Oberpfalz sind allesamt auf Deutsch, womit sie eine nette Abwechslung in diesem Genre darstellen. Das ist mir anfangs allerdings gar nicht aufgefallen, da ich erst beim dritten Song Textpassagen in vertrauter Sprache verstehen konnte. Schön zu sehen war auch, dass Death Metal nicht immer böse sein muss. Die Jungs schienen sich jedenfalls nicht allzu ernst zu nehmen und hatten sichtlich Spaß an ihrem Gig. Genauso wie das Publikum!

Weiter ging’s mit TURISAS, die ihre Mischung aus Viking und finnischem Folk selbst als Battle Metal bezeichnen. Und damit wussten die Finnen auch zu überzeugen. Und wie es sich für eine Band, die sich nach einem altertümlichen Kriegsgott benannt hat, gehört, betrat man die Bühne in voller Kriegsbemalung. Das zusammen mit der mittelalterlichen Kleidung sorgte schon mal für die richtige Grundstimmung. Meine Befürchtung, dass das für die Band zuvor bereitgestellte „Mädchenbier“ ein mächtiges Donnerwetter nach sich ziehen würde, erwies sich jedoch als unbegründet. Kamen die Mannen doch gerade aus den Staaten – und nach amerikanischem Budweiser schmeckt sogar ein Beck’s Gold hervorragend, so jedenfalls der Sänger. Nach 2004 ist dies die zweite gemeinsame Tour mit den Reitern – und wie diese haben auch TURISAS ein neues Album im Gepäck, das vorgestellt werden will: „Stand Up And Fight“. Und ich wage mal die kühne Behauptung, dass ihnen dies hervorragend gelungen ist! Zwar gab es nur drei Songs von der neuen Scheibe, aber diese Band nur auf ihr (durch ein „Let’s fuc**n disco…“ eingeleitetes) BONEY M. Cover „Rasputin“ zu reduzieren, würde ihr jedenfalls nicht gerecht werden.

Setlist TURISAS
To Holmgard And Beyond
One More
The March Of The Varangian Guard
The Great Escape
Stand Up And Fight
Rasputin
Battle Metal

Um 21:45 Uhr betraten dann endlich DIE APOKALYPTISCHEN REITER die Bühne und Fuchs begrüßte seine Reitermaniacs mit „Die Boten“ und einem ordentlichem Bumms aus der Konfetti-Kanone. Auf den ersten Blick könnte Dr. Pest, der Keyboarder, sagen wir mal etwas „befremdlich“ wirken. Erinnert er doch ein wenig an den Leder-Sklaven, der in Pulp Fiction im Keller gehalten wurde… Aber die Wahrscheinlichkeit, dass jemand völlig unvorbereitet ein Konzert der Reiter besucht, ist vermutlich auch eher als gering einzuschätzen. Obwohl ich es Musik-Interessierten nur ans Herz legen kann! Denn was man hier geboten bekommt, kann sich hören und sehen lassen! In der Regel ist dem Zuschauer aber sicherlich bewusst, auf was er sich da einlässt. Die abwechslungsreiche Mischung aus Black-, Death-, Power und Thrash-Metal mit Folk-Einflüssen wird energiegeladen dargeboten und lädt zum Kopfnicken ein. Höhepunkt war das namensgebende Stück des aktuellen Albums und der Tour: bei „Moral & Wahnsinn“ kamen Volk-Man und Ady in ABC-Schutzanzügen mit dazugehörigen Masken auf die Bühne – was bei den mittlerweile vorherrschenden Temperaturen sicherlich alles andere als angenehm war. Fuchs hingegen gab den Song in einem Predigergewand in unschuldigem Weiß zum Besten. Die Konfetti-Kanone kam hier am Ende erneut zum Einsatz. Bei „Seemann“ wurde dann ein weiblicher Fan glücklich gemacht. Durfte sie doch auf die Bretter, die die Welt bedeuten, und das wusste sie auch auszunutzen. So hat sie es geschafft, sich bei jedem Bandmitglied zu bedanken, bevor sie wieder zum „gemeinen Pöbel“ musste. Im Gegensatz zum Auftritt in Köln am Vortag, gab es in Bremen als krönenden Abschluss sogar so alte Gassenhauer wie „Iron Fist“ und „Unter der Asche“ auf die Lauscher. Ansonsten konzentrierte sich die Titelwahl auf die Alben dieses Jahrtausends. Das ging über „Du kleiner Wicht“, „Der Teufel“, „Friede sei mit Dir“ und „Der Adler“ bis zu „Es wird schlimmer“ und „Der Weg“ vom letzten Studiowerk. Das aktuelle Album wurde sogar fast komplett dargeboten. Gegen 23.20 Uhr war der Spaß dann aber dennoch leider schon vorbei und die durchgeschwitzten Körper durften die Heimreise antreten. Und ich glaube, dass das niemand unzufrieden getan hat. Insgesamt also ein unterhaltsamer Konzertabend, der die Reise in den hohen Norden absolut wert war!

Setlist DIE APOKALYPTISCHEN REITER
Die Boten
Gib Dich hin
Es wird schlimmer
Erwache
Revolution
Friede sei mit Dir
Hört auf
Der Teufel
Dr. Pest
Moral und Wahnsinn
Wir reiten
Hammer oder Amboss
Der Weg
Der Adler
Dir gehört nichts
Du kleiner Wicht
Ein liebes Lied
Der Seemann
Roll my heart
Riders on the storm
Iron Fist
Unter der Asche

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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