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DIE APOKALYPTISCHEN REITER – TURISAS – AKREA

Ort: Herford - Club X

Datum: 06.04.2011

So ziemlich passend zur Hälfte ihrer Tour besuchten DIE APOKALYPTISCHEN REITER die „heimischen“ Gefilde in OWL und markierten damit natürlich einen Pflichttermin für viele Metal-Fans! Sollte man meinen… aber schaut man auf die Vorverkaufszahlen, fielen eben diese mit nicht mal 400 Tickets doch recht dürftig aus. Lag dies an den ebenfalls zeitnah stattfindenen Shows in Oberhausen und Hannover? Das werden nur die Fans selbst wissen…

Beirren soll man sich von solchen Fakten aber trotzdem nicht, denn als wir nach dem Interview mit Volk-Man (Bass, DAR) die Halle enterten, rockten AKREA dem Finale ihres Set entgegen. Und die gut gelaunten Oberpfälzer hatten auch schon für eine ganz ordentliche Stimmung gesorgt. Kein Wunder, treffen doch ihre Songs genau in die Kerbe des derzeit so angesagten Melodic Death Metals mit Folk/ Pagan-Einschlag. Genau die richtige Vorspeise für den zweiten Menü-Punkt!

Denn fleissig, wie die Finnen nun mal sind, haben sich TURISAS mit ihrem Battle Metal einen wirklich guten Ruf erspielt. Das liegt natürlich sowohl an den mitreissenden Songs als auch an der permanenten Live-Präsenz, welche aber auch ihren irgendwann ihren Tribut fordert. So laufen die Nordlichter laut “Reiter“ Volk-Man so langsam auf Reserve, waren sie doch direkt vor dieser Tour noch mit CRADLE OF FILTH in den USA unterwegs und generell schon seit Januar auf Reisen. Akkordeon-Spielerin Netta Skog musste bereits während der US-Tour aus gesundheitlichen Gründen die Segel streichen und war auch dieses Mal noch nicht wieder mit von der Partie. Und trotz der Kräfte zehrenden Reisen und dem recht warmen Wetter gingen TURISAS natürlich in voller Montur und Kriegsbemalung, welche man auch unter den Fans antreffen konnte, auf die Bühne. Und dort wurden sie von lautstarken „Ah-Uh“-Kampfrufen begrüßt, was Sänger „Warlord“ Nygard erstmal sichtlich irritierte. Doch das legte sich schnell und in kürzester Zeit waren Band und Fans auf Betriebstemperatur. Und auch, wenn man dem Fronter die Tour-Anstrengungen zeitweise deutlich anhörte, brilliert dieser dennoch mit seinem hymnischen Gesang wie auch mit energischen Vocals. Seine Kollegen rockten da auch ordentlich mit, wobei natürlich Geigen-Krieger Olli Vänskä besonders durch seine agile Performance zum Blickfang wurde. Highlight war natürlich der mächtig abgefeierte Party-Song „Rasputin“ (BONEY M.), aber auch die neue Hymne „Stand up and Fight“ und das natürlich nicht fehlen dürfende „Battle Metal“ konnten mächtig punkten! So kann man der sympathischen Band nur alles Gute wünschen, ist ihr Tour-Terminkalender noch das ganze Jahr über recht voll gepackt!

Setlist TURISAS
To Holmgard And Beyond
One More
The March Of The Varangian Guard
The Great Escape
Stand Up And Fight
Rasputin
Battle Metal

Das schwarze Banner blieb während der gesamten Umbaupause hängen und sollte sich erst zum Einstieg von „Die Boten“ aus dem Blickfeld der Fans bewegen. DIE APOKALYPTISCHEN REITER waren schon immer gut für abgefahrene Songs, aber auch eine spannend-spassige Bühnenshow! So gab es dieses Mal leuchtende Logos auf den Bass-Drums, ein Keyboard, in dem sich auf Befehl von Tastenmann Dr. Pest abgetrennte Gliedmaßen bewegten, sowie eine Empore, durch die gleich zu Beginn Sänger Fuchs auf die Bühne gehievt wurde! So boten die REITER auch dieses Mal natürlich einiges fürs Auge… da wurde gleich nach dem ersten Song die Konfetti-Kanone abgefeuert, Dr. Pest liess natürlich seine Peitsche kreisen und während Sänger Fuchs selbst auch mal zur Gitarre griff oder schön theatralisch im Priester-Gewand auf die Bühne schritt, um nochmals die Konfetti- bzw. Geld-Kanone zu zünden, rockten Basser Volk-Man und Gitarrist Ady auch mal in Mänteln und Gasmasken!
Aber auch musikalisch boten die REITER so einiges. So zockte man zuerst mal so ziemlich das komplette aktuelle Album „Moral & Wahnsinn“ und feuerte dazu einige Knaller wie „Der Teufel“, „Du kleiner Wicht“ und am Ende gar noch „Iron Fist“ auf die Glocke! Die liessen übrigens besonders die Axt-Männer Volk-Man und Ady mitsamt Mähnen mächtig rotieren, während Fuchs (dieses Mal mal nicht barfuss unterwegs) durch seine sehr vielseitigen Vocals überzeugte und dazu auch noch einfach herrlich theatralische Grimassen zog! Die mittlerweile besser gefüllte Halle honorierte das mit ordentlicher Stimmung und natürlich überzeugender Textsicherheit, welche sich über die gesamte Schaffensphase der Band erstreckt!

So konnte man sowohl den Fans als auch der Band den Spass an diesem Abend ansehen und auch wenn DIE APOKALYPTISCHEN REITER in der Metal-Szene noch immer sehr polarisieren, muss man einfach anerkennen, dass sich sich über die Jahre eine sehr treue Fangemeinde erspielt haben, und diese jedes Mal wieder mit tollen Shows und mitreissenden Songs belohnen!

Setlist DAR (ohne Gewähr)
Boten
Gib Dich hin (mit Wall of Death)
Es wird schlimmer
Erwache
Revolution
Friede
Hört auf
Der Teufel (*juchu!*)
Dr. Pest
Moral & Wahnsinn
Wir reiten
Hammer oder Amboß
Der Weg
Der Adler
Dir gehört nix
Kleiner Wicht

Ein liebes Lied
Seemann
Roll my heart

Riders
Iron Fist

Copyright Fotos: Michael Werneke

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