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DIE HAPPY – SCAB

Ort: Herford - X

Datum: 01.11.2008

Wie könnte man einen eher tristen Allerheiligen-Samstag besser beschließen als mit einem zünftigen Konzert, noch dazu wenn mit Marta & Co. echte Garanten für gute Laune in der Nähe gastieren?! DIE HAPPY sind uns in der Vergangenheit schon oft über den Weg gelaufen, zuletzt beim leicht ins Wasser gefallenen Deichbrand Open Air und beim Serengeti Festival. Nicht zu vergessen der Prestige-trächtige Auftritt als Support von P!NK im Gerry Weber-Stadion. Nun also endlich mal wieder ein normales Hallen-Konzert, live, als Headliner und in Farbe. Ca. 250 Besucher aller Altersgruppen hatten sich für dieselbe Abendgestaltung entschieden, was nicht gerade zu einem Massenandrang im X führte, den Laden aber doch recht angemessen voll erschienen ließ. Natürlich noch nicht bei der Vorgruppe, die (wie in OWL üblich) zunächst einen eher schweren Stand hatte.

Pünktlich um 20 Uhr betraten vier dynamische Junge Herren die Bühnenbretter, die auf den Namen SCAB getauft wurden und aus der bayrischen Landeshauptstadt München stammen. An vorderster Front hatten sich ca. 20 blutjunge Mädels eingefunden, die offensichtlich schon mal Kontakt mit den Jungs hatten. Musikalisch denke ich. RomX (Roman – Gesang und Gitarre) sowie seine Kollegen Dr. Hill (aka Stephan), Just (Julius, passionierter Kickboxer) und der nur unter Pseudonym agierende Ritz frönen dem Pop Punk Genre, das nun wahrlich niemandem weh tut. Flotte Gitarrentunes, sauber und clean gesungen, engagiert vorgetragen. So zwischen GREEN DAY und softeren ITCHY POOPZKID angesiedelt. Das immerhin 40 Minuten währende Set wurde vom Debüt Album „Our Time“ gespeist, von dem u.a. der Titel Track, „On Our Way“ oder auch die Single „Where The Freaks Are At“ präsentiert wurden. Und die Darbietung zahlte sich aus, im Verlauf der Spielzeit gesellten sich immer mehr Besucher nach vorne und auch der Applaus war durchaus annehmbar. Kleine Mitmachspielchen („Ohhhh“ vs. „Ahhh“ und die üblichen Solidaritätsbekundungen für den Headliner) rundeten eine nicht überragende aber charmante Performance ab.

Danach folgte eine verhältnismäßig lange Pause, wenn man bedenkt, dass sowohl Drum Kit wie auch die Moodlights im Hintergrund bereits montiert worden waren. Gegen 21 Uhr 20 konnte es dann aber losgehen, natürlich war auch wieder der obligatorische Teppich vorne links an Bord. Ein paar Sekunden nach ihren 3 Jungs sprang die gute Marta gut gelaunt wie eh und je auf die Bühnenbretter, ein enges, überwiegend weißes T-Shirt dürfte die Herzen zumindest der männlichen Besucher etwas schneller haben schlagen lassen. Mit „Go For It“ ging es standesgemäß los und neben dem druckvollen Gitarrensound und der recht edel ausschauenden Lightshow gab es natürlich auch wieder sehr sympathische Ansagen von Frau Jandová auf die Ohren. So müsse bei „Love To Hate You“ jeder im Saal springen und man erinnerte sich auch daran, das letzte Mal vor ca. 5 Jahren in Herford gewesen zu sein. Und mag der Besuch heute Abend zahlenmäßig auch nicht der größte der aktuellen Tour gewesen sein, so waren im Vergleich zu den Dates der vergangenen Tage ausnahmsweise mal die Herren in der Überzahl. Einer zog sich wohl gleich für die sehr aparte Sängern aus, so genau konnte man das von hinten nicht erkennen. Neben einigen Stücken vom aktuellen Werk „VI“ wurde auch ein 2-teiliges Akustik Set intoniert („Whatever“, „Breathing“), Marta dabei sitzend plus Akustikgitarre plus entsprechende Percussion. Dabei ließ man auch durchblicken, dass man im nächsten Jahr wieder eine Unplugged Tour starten wolle. Wieder, weil das vor gut 3 Jahren ja schon mal erfolgreich durchgezogen wurde. Als weiteres Schmankerl hatten sich die Fans aus immerhin 106 Songs der Bandgeschichte 3 aussuchen dürfen, welche die reguläre Setlist schlussendlich ergänzten. Für Abwechslung war also gesorgt. Professionalität und Spielfreude schließen sich bei den Ulmern nicht aus und auch nach all den Jahren macht das Quartett immer noch den Eindruck, gerne durch Deutschlands Konzerthallen zu pilgern. Mit einer kleinen SOFT CELL-Einlage bei „The Ordinary Song“ und dem passend betitelten „The End“ ging es dann in die erste Pause, doch mit einem SKUNK ANANSIE Cover und Titeln wie „Supersonic Speed“ oder „Wanna Be Your Girl“ stand noch genug Material für die Zugabe zur Verfügung. Im Anschluss konnten die Anwesenden sich noch bei einer langen Disco Nacht verlustieren oder ganz einfach die Ruhe nach dem Sturm genießen, den DIE HAPPY an diesem Abend wieder auf sehr sympathische Weise entfacht hatten.

Setlist DIE HAPPY (ohne Gewähr)
Go For It
Peaches
Violent Dreams
Love To Hate You
Easy Come Easy Go
Like A Flower
Whatever (akustisch)
Breathing (akustisch)
Genuine Venus
Bitter To Better
Leaving You
Big Boy
Wannabe
The Ordinary Song (inkl. Tainted Love)
The End

The Skank Heads (SKUNK ANANSIE Cover)
Wanna Be Your Girl
Goodbye

?
Supersonic Speed

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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