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„DIE ZWERGE“ PRÄSENTIERT VON CORVUS CORAX/ JOHANNES STECK

Ort: Düsseldorf - Capitol Theater

Datum: 08.10.2010

Drei Abende lang fand am vergangenen Wochenende im Düsseldorfer Capitol Theater ein ungewöhnliches Konzert-Ereignis statt. Eigentlich war es gar kein richtiges Konzert im eigentlichen Sinne. Aber dennoch war es allein schon wegen der musikalischen Besetzung einfach fantastisch. Der Schauspieler Johannes Steck und die Könige der Spielleute CORVUS CORAX präsentierten „Die Zwerge“, den Fantasybestseller von Marcus Heitz! Allerdings war es auch keine Lesung, obwohl viel gelesen wurde. Und es war kein Theaterstück, obwohl viel theatralische Schauspielerei zu sehen war und Wim vom Erzähler Steck zwischendurch mal als Rampensau betitelt wurde. Hier kamen sowohl die Fantasyfreunde (es wurden echte Zwerge mit langen Bärten und riesigen Hämmern gesichtet) als auch die Fans von Corvus Corax (nicht nur ein T-Shirt trug deren Schriftzug) auf ihre Kosten. In angenehmem Ambiente wurde eine Show geboten, die alles von dem übertraf, was im Einzelnen in ihr steckte. Der Schauspieler Johannes Steck erzählte und las aus dem Zwergen-Epos, während die Musiker von CORVUS CORAX die musikalische und archaische Kulisse boten und einige tragende Rollen, darunter auch die „weiblichen“, übernahmen. Beispielsweise Wim als die Zwergenschmiedin Balindys, Norri als die stürmische Andokai oder Hatz als ihr riesenhafter Leibwächter Djer_n. Es ging zwischen Nebelschwaden, Scheinwerferstrahlen und Filmleinwand auf der Karte des Geborgenen Landes nicht ohne Humor ab, wenn z.B. ein grauenerregender Frauenschrei zu hören war, welcher der Kehle des Trommlers Hatz entsprang. Spannung und beste Unterhaltung ganze drei Stunden lang inkl. Pause. Da ließ es sich aushalten.

Aufgeführt wurde diese Fantasyshow im Clubtheater des Capitol, welches etwa 200 Gästen Platz bietet. Die Hälfte des Saales ist mit Tischen ausgestattet, ausgestattet jeweils mit Tischlampe und vier Stühlen. Aus dem Foyer kann sich der Gast Getränke mit in den Saal nehmen und es sich richtig gemütlich machen. Bei Öffnung des Saales um halb acht Uhr abends war die Bühne fertig und der Band entsprechend archaisch ausgestattet. Die Leinwand, welche eine Karte des Geborgenen Landes war, wurde mit einem Titelbild bespielt. Leise Klänge von CORVUS CORAX aus verborgenen Lautsprechern stimmten auf die Show ein. Als die Lichter im Saal um 20 Uhr aus gingen, waren die Platze fast restlos gefüllt. Die Unruhe im Saal verstummte und im Rücken der Zuschauer ging ein Spot an. Die Spielleute betraten samt Erzähler den Saal und marschierten durch die Reihen hindurch nach vorne zur Bühne, während der Erzähler Johannes Steck bereits die Zuschauer mittels Funkmikrofon begrüßte. Während alle auf der Bühne ihre Plätze einnahmen, verbreiteten sich die ersten Nebelschwaden und der Pauken- und Hörnerklang sorgte für viel Tumult. Dann begann der Erzähler zu lesen, unterbrach jedoch sofort wieder, um anhand der Landkarte in die Szenerie des Fantasyromans einzuführen. Die Darbietung war immer eine Mischung aus Ablesen und Freisprechen und Johannes Steck saß keinesfalls ausschließlich in seinem archaischen Stuhl in der Mitte der Bühne. Vielmehr war er ständig in Bewegung. Auf der Leinwand wurden Bilder von Höhlen und Landschaften eingeblendet, die das Geborgene Land widerspiegeln sollten. Hin und wieder war auch der Kopf des Erzählers in Großaufnahme eingeblendet, wenn er bestimmte Rollen sprach. Denn das war natürlich das Besondere, dass Steck verschiedene Figuren darstellte und ihnen dementsprechend unterschiedliche Stimmen bzw. Intonationen verlieh. Alles dies wurde unterstützt von der Musik und den musikalischen Geräuschen, die die Musiker von CORVUS CORAX einbrachten. Viel Lärm und Chaos bei den Schlachten und Kämpfen, Knochengeklapper, das Zerbrechen von Zweigen. Passend zu jeder Szene die richtigen Töne, den richtigen Einsatz und die richtigen Instrumente. Natürlich machten sie nicht nur Geräuschkulisse, immer wieder wurde mit den Dudelsäcken ein Song gespielt, der als Thema für „Die Zwerge“ galt. Darüber hinaus brachten die Spielleute immer wieder ganze Stücke, kraftvoll und tanzbar, bei denen die Zuschauer voll mitgehen konnten und dieses auch taten. Handgeklapper, Fußgestampfe, so dass der Boden, zumindest an meinem Platz, kräftig vibrierte. Viel Beifall nach jedem Titel.

Als die Zwerge schließlich den Sieg errungen hatten, gab es tosenden Applaus. Mehrfach wurden die Darbietenden auf die Bühne zur Verbeugung geholt. Es gab also mehrere „Vorhänge“, obwohl es in diesem Theater gar keinen gab. Nur eine Zugabe wurde nicht gebracht. Vielleicht waren die Zuschauer zu unsicher, danach zu rufen. Das war zumindest mein Gefühl, denn es wirkte doch alles auch ein bisschen wie ein Theaterstück. Und da werden eben keine Zugaben, sondern nur Verbeugungen gegeben. Dafür gab es dann nach der Show alle Beteiligten noch zum Anfassen, denn sie gaben Autogramme am Merchandisingstand, auf dem CDs, DVDs, Bücher, stückbezogene Utensilien und T-Shirts feilgeboten wurden.

Copyright Fotos: Regina Knut

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