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DIORAMA – SLAVE REPUBLIC

Ort: Hamburg – Knust

Datum: 05.03.2013

Das kann doch nicht wahr sein, dass sich zum Auftritt von SLAVE REPUBLIC erst wenige Zuschauer im Knust eingefunden haben?! War das Fußballspiel eine mögliche Erklärung oder würden die Massen erst zu Beginn von DIORAMA in den kleinen Hamburger Laden strömen? Auf jeden Fall legte die Supportband gut vor, zumal sie musikalisch in das Gesamtkonzept passte. Die Bühne war bis zum Anschlag mit Keyboards und Saiteninstrumenten bestückt und ließ keinen Zweifel offen, dass es am diesem Abend Elektropop zu hören geben würde. Ab dem Stück „Lashes Kiss“ begann das Publikum zu tanzen und unter den Besuchern entdeckte man hin und wieder SLAVE REPUBLIC-Fans.

Die Düsseldorfer boten ein abwechslungsreiches Material an. Die stumpfen harten Beats bei „Primärreiz“ erinnerten etwas an die „neue“ deutsche Härte. Zum darauf folgenden Stück „Ménage à trois“ dominierten Gitarre und Bass das Klangbild. Geschlossene Augen sah man bei dem einen oder anderen Zuhörer, als SLAVE REBULIC den Track „The Driver“ anstimmten. Mit „My Maker“ erlebten die Hamburger eine Premiere, denn die Band hatte dieses Stück zuvor noch nie auf einer Tour gespielt. Als letzen Song gab es „Promises And Broken Heart“, ein von Synthesizern dominiertes Stück. Das Publikum spendete wohlwollenden Applaus und ließ sich von dem Beat der Drums treiben. Ein weiblicher Fan bekam noch ein Bandshirt geschenkt, mit welchem man sie an diesem Abend zu DIORAMA noch tanzen sehen würde. Ja, es war immer noch ein kleiner, übersichtlicher Besucherkreis.

Setlist SLAVE REPUBLIC
Paint My Heart Black
Walking Ghost
Lashes Kiss
Emptiness
The Driver
Primärreiz
Ménage à trois
My Maker
Promises And Broken Heart

Flott verlief der Umbau, doch der vermutete Besucheransturm blieb aus. Im Hintergrund der Bühne wurde auf der zweigeteilten Leinwand eine Art Fernsehstörbilddarstellung mit Left / Right. eingeblendet und mit dem Einsetzten des Beats zu „Maison du tigre“ begann die Diashow. Da die Band an diesem Abend hauptsächlich Material vom neuen Album „Even the Devil Doesn’t Care“ spielte, wurde die Diashow hauptsächlich durch das Artwork der Künstlerin Katharina Schellenberger geprägt. Zum dritten Song klatsche erst nur ein Fan, bis die Band die restlichen Zuschauer zum Mitmachen aufforderte und die Stimmung gelöster wurde. Passend zu „When we met again in Altona“ (natürlich war „Hell“ gemeint) war die Bühne in rotes Licht getaucht und Torben tanzte auf der Bühne und mit ihm das Publikum vor der Bühne zu dem markanten Beat. Mit „Weiß und Anthrazit“ präsentierten DIORAMA auch ihr einziges deutschsprachiges Stück vom neuen Album. Das Klavier dominierte nun. Natürlich durften „Das Meer“ und „Summit“ nicht fehlen. Als Extra holten sich DIORAMA zum erstgenannten Track „Das Meer“ den Hamburger Felix Gerlach mit seinem Cello als Verstärkung.

Wie gewünscht von DIORAMA sollte an diesem Abend ihre Musik helfen, das Gehirn abzuschalten und einfach nur Spaß zu haben. Zu den klavierlastigen, ruhigen Stücken ließ sich die Menge fallen und durch den Gesang von Torben und Felix hinfort tragen. Es herrschte neben einer andächtigen Stille auch Bewegungsstille im Knust. Die Diashow zu „Summit“, die mal an Berggipfel und dann an unruhiges Meer erinnerte, ließ einen noch weiter hin fortragen. Mit der Ankündigung zu „Someone Dies“ war einer im Publikum bereits wieder geistig voll da und ihm entfuhr ein lautes Juhu, das ein Lachen im Publikum hervorrief. Schneller wurde es dann mit „The Scale“ und der Sänger animierte mit Traut-Euch-Rufen das Publikum zum Tanzen. Die Körper begannen zu dem Beat zu zucken und im Hintergrund wurde der Clip eingespielt. Noch unterhaltsamer war der darauf folgende offizielle Videoclip zu „Child of Entertainment“, der an die Fernsehquizshow „Was bin ich“ angelehnt ist. Den Song beendete Torben mit einem Sprung, der in einem Kniefall endete. Im Anschluss beendeten DIORAMA ihre „Even the Devil Doesn’t Care Tour“ passenderweise mit dem Song „Over“.

Zum Glück ließ sich die Band dann doch zu zwei Zugaben hinreißen. Die Verlängerung begann mit „Why“ und dazu wurden Fotos aus der „38 Jährigen“ Bandgeschichte (Anmerkung: es sind natürlich erst 17 Jahre seit der Bandgründung vergangen) gezeigt. Man fühlte sich zurückerinnert an die Diaabende im Familienkreis. Zu sehen gab es Jugendbilder, Backstagefotos mit VNV NATION, Fotos von Liveauftritten und Studioaufnahmen. Natürlich durften auch jede Menge Spaßbilder nicht fehlen. Mit „The Long Way Home From The Party“ beendeten DIORAMA nun wirklich den Abend und widmeten diesen Songs all jenen Leuten, die noch nach Buxtehude oder Blankenese oder noch viel weiter weg ihre Heimreise antreten mussten.

Der Abend hätte für DIORAMA besser verlaufen können, so hätte man der Band ein volles Haus gewünscht. Dazu kam noch Torbens Kampf mit der Verkabelung, dem schiefen Mikrofonständer und vermutlich auch mit seiner Gesundheit (hierbei handelt es sich um eine rein spekulative Aussage, die sich darauf stützt, dass der Sänger u.a. nur Tee trank). Für die Fans hätte es nicht besser laufen können, so gab es eine rundum stimmige und gelungene Songauswahl, eine sympathische Band und man hatte das Gefühl, einem VIP-Abend beigewohnt zu haben.

SETLIST DIORAMA
Maison du tigre
The Expatriate
Exit The Grey
When We Meet Again In Hell
Erase Me
Ignite
Weiß und Anthrazit
Das Meer
Summit
Someone Dies
The Scale
Child of Entertainment
Hope
Over

Why
The Long Way Home From The Party

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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