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DIRK DARMSTAEDTER – RON DIVA

Ort: Bielefeld - Bunker Ulmenwall

Datum: 12.11.2008

DIRK DARMSTAEDTER in Bielefeld und noch dazu so intim im Bunker Ulmenwall – eigentlich ein Pflichttermin für jeden, der mit dem Pop der späten 80er und frühen 90er aufgewachsen ist. Dirk wer? Wird sich nun so mancher fragen und eben mal googeln, was man nicht mehr oder noch nie wusste: DIRK DARMSTAEDTER war Begründer und Sänger der JEREMY DAYS, einer deutschen Pop-Band aus Hamburg, die sich 1987 gründete und 1996 wieder trennte. Die JEREMY DAYS hatten einige achtbare Charterfolge, die bekanntesten Songs sind wohl „Brand new toy“ und „Are you inventive“. Unter dem Namen „Me and Cassity“ veröffentlichte DARMSTAEDTER Anfang des neuen Jahrtausends einige Songs und hat nun seit einigen Jahren sein eigenes Plattenlabel unter eigenem Namen.

Was erwartete uns nun in der kleinen, aber stimmungsvollen Bielefelder Location? Nun ja, zumindest eine Handvoll Thirtysometings und „noch“ älterer Zuhörer hatte den Weg in den Untergrund gefunden und man machte es sich an Tischen und Stühlen rund um die kleine Bühne in der Mitte gemütlich. Einige gewappnet mit einem Glas Rotwein, man fühlte sich unweigerlich erinnert an Pariser Cafés in der 60ern, in denen Bohemiens ein- und ausgingen. Zu unserer Überraschung sollte jedoch vor DIRK DARMSTAEDTER noch ein Mann an der Gitarre auf den Abend einstimmen: RON DIVA, ein schlaksiger, fast schüchtern wirkender junger Mann, der in Bad Salzuflen lebt und seinen traurigen ostwestfälischen Gefühlen in kleinen, feinen deutschsprachigen Liedern Ausdruck verleiht. Ein wenig Wehmut zog durch den Raum und man war fast geneigt, dem verzagten Jungen aufmunternd auf die Schulter zu klopfen. Eine passende Einführung in einen Liederabend und noch passender zu der grauen und nebligen Jahreszeit.

Nach einer kurzen Pause, in der das Rotweinglas wieder gefüllt werden konnte, marschierte Mr. Pilzkopf DIRK DARMSTAEDTER mit seiner Gitarre und Mundharmonika „bewaffnet“ – ganz wie man es von Straßen- oder Folkmusikern kennt – in das Rund der Anwesenden. Nach einer Setlist suchte man vergebens, DIRK erklärte im Laufe des Abends auch, dass er sich inzwischen (oder nur heute Abend?) treiben lässt und die Stücke nach seiner Stimmung und der vorherrschenden Atmosphäre spielt. Das kam gut an, authentisch. Wenn er nicht sang und seine wunderbaren, großartigen, angenehm warmherzigen Songperlen wie u.a. „My girl in Paris“, „Number One Single“ und Stücken aus seinem jüngsten Album „Our Favorite City“ darbot, dann sprach er. Dieser Mann hatte etwas übrig für sein Publikum, freute sich über jeden und man hatte den Eindruck, er wollte sich und auch seinen Zuhörern einen schönen Abend machen. Man erfuhr viel über den Vollblutmusiker: Über seine Jugend in einer trostlosen Kleinstadt bei New Jersey, in der er aufgewachsen ist oder auch Anekdoten über die Zeit, als er mit den JEREMY DAYS in der ZDF-Hitparade aufgetreten ist. Und nicht zuletzt erfuhr man auch viel über ihn durch seine Lieder. Zwischendurch gab es sogar ein kleines Quiz zu seinem „Wunschkonzert“, bei dem es Vinylschätzchen aus seiner ganz persönlichen Musikgeschichte als Preise gab. „Wunschkonzert“ deshalb, weil es eine sogenannte TOP 40 seiner Lieder gibt, über die Besucher seiner Homepage gevotet hatten. Und aus dieser TOP40 präsentierte er uns auch „Rome wasn’t built in a Day“, „Julie through the Blinds“ und auch „Brand New Toy“.

Ein sehr familiärer, aber auch lustiger und unterhaltsamer Abend, rar gesät in dieser schnelllebigen Zeit, nach dem alle Beteiligten zufrieden den Heimweg antreten konnten.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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