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DISMEMBER – HATESPHERE – FALL OF SERENITY – LAY DOWN ROTTEN

Ort: Osnabrück - Bastard Club

Datum: 13.02.2008

So langsam kommt die Konzert-Saison 2008 in Fahrt und ein erstes dickes Highlight sollte da natürlich die Tour der schwedischen Death Metal-Veteranen DISMEMBER sein, die vor etwas mehr als einem Jahr noch mit ihren Kollegen UNLEASHED, GRAVE und ENTOMBED ordentlich die europäischen Hallen gebügelt haben. Nun kommen die Jungs passend zum Release ihres neuen und namenlosen Albums wieder zu uns, um uns ordentlich die winterliche Kälte aus den Leibern zu ballern. Ein wenig sehr verwunderlich ist dabei der Fakt, dass im Vorverkauf gerade mal rund 50 Karten abgesetzt werden konnten. Ein Unding, beachtet man mal den Status, den DISMEMBER inne haben. Immerhin fanden sich dann doch ne Ecke über 100 Nasen im kleinen Laden neben der Skatehall ein, was zwar immer noch zu wenig, aber für die Location eine passende Fülle darstellt.

Den Start auf der Tour markieren die deutschen Deather LAY DOWN ROTTEN, die mit dem neuen Album „Reconquering the Pit“ ordentlich punkten konnten. Leider verpasste ich aufgrund des sponaten Interviews mit den Schweden die ersten Songs, aber dennoch hinterließ der Fünfer einen amtlichen Eindruck und brachte mit seinen groovig-brutalen Death-Walzen zumindest zwei weibliche Fans schon mal mächtig zum Mitfeiern und Moshen. Die bierseeligen Sprüche von Fronter Jost taten ihr übrigens, um die bislang Anwesenden schon mal in gute Stimmung zu bringen für das, was da noch kommen sollte!

Nach einer kurzen Umbaupause standen auch schon FALL OF SERENITY, die in diesem Billing die etwas modernere Death Metal-Ausrichtung repräsentieren. Und dies taten sie wie schon auf Platte auch live mehr als amtlich! Da brachten Kracher der Marke „Recreation“ endlich die ersten Metaller näher an die Bühne und trotz der noch immer zurückhaltender Reaktionen zogen die Jena-Deather ihr Set solide und engagiert durch und sorgten dabei trotz mangelnden Platzes für viel Bewegung auf und sogar auch ein wenig vor der Bühne. Basser und Gründungsmitglied Alex spielt übrigens seine letzte Tour mit FALL OF SERENITY, wird der Glatzkopf doch die Band in absehbarer Zeit verlassen. Doch dann käme, so Shouter John scherzhaft, endlich jemand mit langen Haaren und Brüsten. Ihre „Casket Garden“-Version verkniffen sich die Ostdeutschen in ihrem Set und besannen sich erfreulicherweise auf schwedisch-orientierte Groove-Keulen, überwiegend der letzten beiden Alben. Ein feiner Auftritt in einem knalligen Sound!

Setlist HATESPHERE
Heaven is ready to fall
Lies and Deceit
Murderous Intent
Bloodsoil
The Coming of Chaos
Disbeliever
Only the strongest
The Sickness within
Warhead

Nun war es an den dänischen Thrash-Helden HATESPHERE zu beweisen, dass sie die massiven Line Up-Wechel der letzten Monate gut überstanden hatten. So hat Gitarrist/ Songwriter Pepe während der vergangenen Monate mal eben die komplette Band-Besetzung ausgetauscht, was einer Combo natürlich schnell das Genick brechen kann. Besonders wenn man einen Fronter-Derwisch wie Jacob Bredahl ersetzen muss. Doch schon fast übertrieben gut gelaunt betrat der Saitenhexer die Bühne, gefolgt von seinen Kollegen und untermalt von einem eviligen Intro. Mit „Heaven is ready to fall“ legten unsere nordischen Nachbarn auch gleich los und die neuen Männer bewiesen vorzüglich, dass sie sich an der Front nicht verstecken brauchen. Man ließ ordentlich die Riff-Granaten durch den Club ballern und Killer-Tracks, wie „Bloodsoil“ und „Only the strongest“ haben live nichts von ihrer Power verloren! Besonderes Augenmerk lag natürlich auf dem jungen Shouter Jonathan „Joller“ Albrechtsen, der trotz seiner nicht mal 20 Lenze keinerlei Nervosität oder Unsicherheit zeigte. Und dazu hat der Däne noch ein mächtiges Organ, welches vielleicht nicht so vielseitig wie das eines Jacob Bredahl ausfällt, aber für die HATESPHERE-Granaten absolut gut passt! Das Ende das brachialen 40Minuten-Sets (in dem leider „Let them Hate“ fehlte) sollte dann natürlich der Klassiker „Low Life Vendetta“ markieren, allerdings wurde dies durch das defekte Drumkit von Schlagwerker Dennis Buhl verhindert. Schade, aber dennoch eine ordentliche Wiederkehr der dänischen Thrash-Institution!

JUDAS PRIEST-, IRON MAIDEN- und MOTÖRHEAD-Fahnen werden an den Boxen angebracht und schon stehen die schwedischen Death Metal-Könige DISMEMBER auf den schmalen Brettern des Bastard Clubs. Und prompt wird es auch vor der Bühne eng. So versammelten sich nun alle angetretenen und des öfteren auch gut angeheiterten Fans direkt vor der Bühne, um den sympathischen Nordmännern zu huldigen. Und es ging auch mit den ersten Songs gleich munter in die Moshrotation. Kein Wunder, denn wenn man mit Knallern wie „Pieces“ oder „On Frozen Fields“ beginnt, kann man nur gewinnen! Doch schon als dritter Track hatte man den neuen Kracher „Dark Depths“ im Set, welcher sich perfekt in die Reihe der typischen DISMEMBER-Walzen einfügen wird. Massive Riffwände, walzende Bassläufe und der typische Schweden-Groove sind auch hier wichtige Bestandteile! Und auch gut 20 Jahre nach Gründung haben die Schweden live nichts von ihrer Energie eingebüßt, pumpen und posen sowohl Klassiker der Marke „Collection by Blood“ oder den Gassenhauer „Bleed for me“ genau so kraftvoll von der Bühne, wie das neue Machtwerk „Under a bloodred Sky“, welches man optimal zwischen dem Fan-Fave „Skin her alive“ und der Muss-Zugabe „Dreaming in Red“ platziert hat, und das schon genau so abgemosht wird, als gehöre es schon zum Klassiker-Bestand der Schweden!

So kann man sich wirklich auf der neue Album der Schweden freuen, kann man sich doch sicher sein, dass sie dort genauso viel Energie, Death Metal und vor allem DISMEMBER reingepackt haben, dass es jeden Fan live und vor der heimischen Anlage glücklich machen wird!

Setlist DISMEMBER
Pieces
On Frozen Fields
Dark Depths
Bleed for me
Reborn…
Killing Compassion
Death conquers…
Collection by Blood
Skin her Alive
Under a bloodred Sky
Dreaming in Red

Copyright Fotos: Michael Werneke

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