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DOG EAT DOG – THE CARBURETORS – TRUCKFIGHTERS (UMSONST & DRAUSSEN PORTA 2009)

Ort: Veltheim - Weserwiese

Datum: 31.07.2009

An diesem ersten Augustwochenende 2009 brach die ganze metallische Musikwelt auf nach Wacken. Die ganze Welt? Nein, eine kleine Delegation des Terrorverlages brach auf in die Nachbarschaft nach Porta zum FESTIVALKULT!: Das „Umsonst und Draussen“-Festival stand mal wieder an. Das Wetter nicht zu kalt, nicht zu heiß und vor allem trocken versetzte uns schon in Vorfreude, die noch größer werden sollte, nachdem die nun schon altbekannte und atmosphärische Location direkt an der Weser vor dem Kraftwerk näher kam. Super nett von den Ordnern empfangen, liessen wir uns zunächst einmal etwas über das Gelände treiben und stärkten uns für den bevorstehenden Abend.

Hatte man im letzten Jahr noch einige technische Probleme zu beklagen, sollten die Hindernisse in diesem Jahr ganz anderer Natur sein: die Band, Die eigentlich zuerst auf unserem Abendprogramm stand (und die schon auf dem SERENGETI-FESTIVAL vor einem Monat einen guten Eindruck auf uns gemacht hatte), sollte leider krankheitsbedingt ausfallen: ELVIS JACKSON. Schade, schade! Die Festival-Veranstalter hatten aber schnell einen Ersatz herbeigezaubert: TRUCKFIGHTERS aus Schweden. Und wie sich in der folgenden Stunde herausstellen sollte, waren die Jungs aus dem hohen Norden nicht nur Lückenfüller, sondern adäquater Ersatz für die ausgefallene Band. Die TRUCKFIGHTERS passten zum FestivalKult wie A… auf Eimer: Mit freien, gebräunten Oberkörpern stürmten die Jungs die Bühne und gewannen mit ihrem Mix aus Stoner Rock, Psychedelic, Fuzz und etwas Progressive Rock die Leute, die noch etwas uninspiriert auf dem Gelände rumliefen, sofort für sich. Leider hatte ich von den TRUCKFIGHTERS vorher noch nichts vernommen, aber auch mich überzeugten sie mit ihrer Spielfreude und ihrem hingerotztem Rock, der teilweise an MONSTER MAGNET, teilweise an QUEENS OF THE STONEAGE erinnerte, aber mit Eigenständigkeit und vielen psychedelischen Elementen zu überzeugen wusste. Am Merchandise-Stand erfuhr ich dann, dass die Schweden schon drei Silberlinge rausgebracht hatten, zuletzt „Mania“, von dem sie auch einige Songs wie „Monte Gargano“, „Majestic“ oder auch „Last Curfew“ in die Gehörgänge bretterten. Gegen Ende ihres Gigs hatte sich jedenfalls vor der Mainstage eine ordentliche Menschenmenge angesammelt, die offensichtlich ähnlicher Meinung war wie ich.

Die nächste Band sollte wieder aus Skandinavien kommen: Die Norweger THE CARBURETORS sind ja quasi schon alte Bekannte für den Terrorverlag. Doch auch hier gab es Schwierigkeiten ungeahnter Natur: die Herren steckten im Stau! Mit gehöriger Verspätung enterten sie dann aber gegen 22 Uhr doch noch die Bretter der Mainstage. Das hieß: Zeit für richtig coolen Fast Foward Rock`n`Roll mit Witz und ganz viel Pyrotechnik. Naja, mit Pyrotechnik war es allerdings nichts bzw. kaum etwas, in der Eile der Zeit hatte man wohl nicht mehr alle Gimmicks aufbauen können und auch das Set an sich wurde etwas gekürzt, obwohl es das längste war, das wir bisher von den CARBURETORS erlebt hatten. Und hier fiel uns auch erstmals die Neuerung des Festivals auf: Eine Leinwand untermalte im Hintergrund den Auftritt der jeweiligen Band. Fronter Eddie Guz und seine Jungs drückten gleich ordentlich aufs Gaspedal. Aber da fehlte doch jemand? Der wahnsinnige und feuerspeiende Kai Kidd an der E-Gitarre war dabei, Stian Krogh an der zweiten Gitarre ebenso wie Chris Nitro an den Drums. Aber der Bass war von einem anderen besetzt: Glen Glitter ersetzte King O´Men, der gerade Vater geworden war und zunächst erstmal Windeln wechseln wollte anstatt die Klampfe zu schwingen. In ihrer Heimat Norwegen sind die Fünf ordentlich angesagt, aber auch in deutschen Gefilden erobern sie sich dank ihrer Spielfreude die Herzen und hochgereckten Fäuste ihrer Hörerschaft. Guter alter Old School Rock mit Einflüssen von AC/DC, MOTÖRHEAD und MÖTLEY CRÜE – immer mit einem gewissen Augenzwinkern dargeboten. Und so hauten uns THE CARBURETORS Songs wie „Crank it up“, „Rock´nRoll forever“, „Terrified“ und „Fire it up“ um die Ohren. Kai Kidd wie immer nah an der ersten Reihe, die Meute aufheizend und – gegen Ende des Sets – natürlich auch wieder feuerspuckend. Zum Schluß zerstörte er auch noch unter Gejohle der anwesenden Fans wie immer sein Arbeitsgerät. Hat wieder Spaß gemacht der Poser-Rock!

Nach einer weiteren längeren Umbaupause, während der es dunkel geworden war und das Kraftwerk im Hintergrund gespenstisch beleuchtet wurde, war es dann Zeit für den Hauptact des Abends: DOG EAT DOG aus den USA. „Was, die gibt es noch?“ hatte ich noch nachmittags von Kollegen ob meiner Abendplanung gehört. Ja, die Anfang der 90er gegründete Crossover-Band gibt es immer noch! Und die kommende Stunde sollte zeigen, dass die Mannen aus New Jersey noch längst nicht zum alten Eisen gehören. Zwar hat sich in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten die Besetzung der Band immer wieder geändert, doch unterscheidet sicher der Sound von DOG EAT DOG durch das eingesetzte Saxophon immer noch vom Einheitsbrei der übrigen Crossover-Bands. Auf jeden Fall war die Bühne gut ausgefüllt mit den Amerikanern um Fronter John Connor (wie immer lausbübisch mit Basecap). Man ging gleich in die Vollen und eröffnete den Abend mit „If these are good times“. Relativ früh kam dann DIE Hymne der 90er: „Expect the unexpected“ – so gut wie jeder der mehreren tausend Nasen vor der Bühne hüpfte nun ekstatisch im Takt mit. Gleich gefolgt vom nächsten Knaller „Who´s the king“ und später dann auch „No fronts“ – DOG EAT DOG sorgten für ausgelassene Partystimmung und nicht nur die vorderen Reihen pogten und sangen mit. Viel zu früh war dann der Auftritt der wilden Hunde schon wieder Geschichte und wir machten uns auf den Weg nach Hause, wild diskutierend wie denn das Team des Festivalkult! das diesjährige Line up noch toppen wollen.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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