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DONOTS – FREUNDE DER NACHT/ RUHE – FRANKY LEE

Ort: Osnabrück - Rosenhof

Datum: 30.12.2006

Alle Jahre wieder laden die DONOTS zum mittlerweile traditionellen Jahresabschlusskonzert und zum bereits zweiten Mal in den Osnabrücker Rosenhof ein. Bereits Wochen vorher hieß es für das mit „Amplify the good year 2006“ betitelte Konzert „ausverkauft“. So war der Saal bereits brechend voll, als um 20.30 Uhr, statt wie angekündigt um 19.30 Uhr, FRANKY LEE zu ihrer ersten Show auf deutschem Boden auf die Bühne stiegen. Unbekannte sind die Bandmitglieder dennoch nicht, handelt es sich doch mit Matthias von MILLENCOLIN, Fredrik von RANDY und Magnus von den PEEPSHOWS um eine Punkrock-Allstar-Band. Diese konnte leider die doch sehr hochgesteckten Erwartungen nicht komplett erfüllen. Musikalisch bewegte man sich in der Schnittmenge der eigenen Bands mit starken Tendenzen Richtung FOO FIGHTERS und Co., dem Publikum gefiel das Ganze, so richtig abgehen wollte dennoch niemand, wahrscheinlich auch, weil die Stücke gänzlich unbekannt waren. Als Support um die Wartezeit bis zu den DONOTS zu verkürzen auf jeden Fall eine gute Wahl und mit ordentlichem Applaus von die Bühne verabschiedet.

Dann schloss sich ein schwarzer Vorhang, ein Barhocker mit einem Handtuch und einem Glas Orangensaft (und wer weiß was noch) wurde davor in Position gebracht und Nagel, der Sänger von MUFF POTTER, betrat die Bühne um sein Akustik-Projekt FREUNDE DER NACHT/ RUHE vorzustellen. Äußerst geschickt, da zeitgleich im Hintergrund die Bühne für die DONOTS hergerichtet wurde. So können Umbaupausen öfter gestaltet werden, denn die Akustikstücke von Nagel konnten dank seiner unterhaltsamen und witzigen Überleitungen und MUFF POTTER-üblichen, hintergründigen Texte überzeugen. Großen Applaus erntet Nagel, als er erzählt, wie er einem Nazi, der ihn Judensau nennt, durchs Autofenster ins Gesicht spuckt und nach Einstellung des aus der anschließend stattfindenden Prügelei resultierenden Verfahren einen Song daraus gemacht hat, den er natürlich gleich spielt. Das Set endet mit dem MUFF POTTER Song „Bring Dich doch selbst nach haus“, den viele Anwesende kennen und lauthals mitsingen.

Der schwarze Vorhang fällt, letzte Vorbereitungen werden auf der Bühne getroffen und das Publikum nutzt die wenigen verbleibenden Minuten bis zum Beginn, um sich zu Songs von GREEN DAY und Co. schon einmal warm zu pogen und zu singen. Als endlich die IBBTOWN-ROCKER auf die Bühne kommen, brandet tosender Applaus auf. Live hatte man sich 2006 etwas rar gemacht, die letzte Doppel-CD Anthology „The Story So Far – Ibbtown Chronicles“ ist jedoch gerade erst erschienen, und die Menge hat einfach Lust zu feiern und macht es dem sympathischen Fünfer aus der Nachbarschaft mehr als einfach. Die Jungs strotzen vor Energie, als wären sie im letzten Jahr nicht ausgelastet gewesen und punkrocken sich gekonnt durch ein Set von neuen und alten Songs, vergessen geglaubten Perlen und den ersehnten Klassikern. Ziemlich früh wird „Whatever happend to the 80s“ verbraten, als müsste man die Menge erst in Gang bringen. War natürlich nicht nötig, dennoch nett, denn ab jetzt geben alle noch mehr Gas, sehr zum Leidwesen der Security, die nun im Sekundentakt Leute auffängt. Die Jungs machen aber einen super Job und finden immer wieder Zeit, Becher mit Wasser ins die ersten Reihen zu reichen und mit Sprühflaschen zu spritzen. Abkühlung haben die Leute bitter nötig, denn der Saal kocht und der Schweiß kondensiert von der Decke. Den DONOTS scheint es nichts auszumachen, würde Guido Kilometergeld bekommen, könnte er sich bereits zur Ruhe setzen. Aber auch die Fans mögen es, denn auf die Frage, wer denn letztes Jahr schon dabei war, werden so viele Hände in die Luft gehalten, dass Ingo laut über den Verkauf von Dauerkarten und Rosenhof-Flatrates am Merchstand nachdenkt.

Nach knapp über einer Stunde verlassen die DONOTS die Bühne und verwirren das Publikum ein wenig. Sollte es das etwas schon gewesen sein? Man versucht mit tosendem Applaus und Sprechchören die Jungs zum Wiederkommen zu bewegen, und das mit Erfolg. Helfer kommen auf die Bühne, ein Klavier wird enthüllt und Kerzenleuchter auf der Bühne verteilt. Der DONOTS-Banner senkt sich und der komplette Bühnenhintergrund wird mit kleinen Lämpchen beleuchtet. Mit Blazern verkleidet kommen die neuen Edel-Punker zurück auf die Bühne und setzen ihre Show mit einem Unplugged-Set fort. Klassiker wie „Suitcase life“ wurden umgeschrieben und machen auch unplugged eine gute Figur. Ingo freut sich wie ein Schuljunge, dass das Publikum ihm den Gesangspart scheinbar komplett abnehmen will. Nagel kehrt zurück auf die Bühne, um einen Song mit Guido zusammen zu singen und hinterher zu sinnieren, wer dies von beiden schlechter macht. Nach nicht ganz 2 Stunden verlassen die DONOTS dann wirklich die Bühne um mit Verwandten, Freunden und Fans gemeinsam auf der anschließende Visions-Party zu feiern (Zitat Guido: Ihr müsst bleiben, meine Mama ist auch da und dann gibt’s Jägermeister und dann wird der auch getrunken, da kennt die nix). Sie gehen jedoch nicht, ohne das Versprechen abzugeben im nächsten Jahr wiederzukommen, dann mit neuem Studioalbum im Gepäck. Wir freuen uns auf beides.

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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