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DORNENREICH – AETHERNAEUM – VELNIAS

Ort: Hamburg - Marx

Datum: 22.03.2016

Seit 20 Jahren stehen DORNENREICH mittlerweile auf der Bühne, und das feiern sie mit einer ausgiebigen Tour, die den Namen „Gänsehaut statt Gänsemarsch 1996-2016“ trägt. Im Gänsemarsch ging es auch schnell ins kleine Marx, um sich einen Platz in der ersten Reihe zu sichern. Das überpünktliche Erscheinen war nicht zwingend notwendig, mit den ersten Tönen von VELNIAS eilten die Zuhörer jedoch herbei und es gab eine feine Ladung Doom Metal auf die Ohren. Auf Klargesangsparts verzichtete die Band völlig, dafür steuerte PJV ein paar Death Vocals bei. Auf ihrer Facebookseite findet man unter dem Punkt Einflüsse die folgende, passende Beschreibung: The whispers of the woods, the rumble of the cold mountains, the roaring of the frigid sea; despair, for you stand as but nothing in their midst. Besser kann man VELNIAS‘ Musik nicht erklären. Da es nicht auszumachen war, wann ein Song endete und der nächste begann, trauten sich die Zuhörer dementsprechend nicht, zwischendrin zu klatschen. Rückblickend haben VELNIAS vermutlich drei Songs während ihres 30 minütigen Sets gespielt, dabei gab es hauptsächlich ausschweifende Instrumentalparts, die zum Kopfwippen und Zuhören einluden. Erst am Ende des Gigs spendeten die Anwesenden den zu Recht verdienten Applaus.

Sparten VELNIAS mit Ansagen und wirkte der Auftritt eher in sich gekehrt, so wurde es nun mit AETHERNAEUM lebendig, schwungvoller und auch voller auf der Bühne, denn die Berliner hatten nicht nur einen Musiker mehr dabei, sondern gleich ein Cello inklusive Stuhl. Bei AETHERNAEUM liegt der Schwerpunkt hingegen auf den Texten – thematisch streifen sie durch die Mythen und der Gesangpart wird mit Instrumentalpassagen angereichert. Die Berliner hatten auch den brandneuen Song „Die Waldschamanin“ am heutigen Abend dabei. Auf der Bühne sah man Motte headbangen, vor der Bühne die Fans verhalten mitwippen, singen und in den Texten aufgehen. So warteten die Zuhörer andächtig, bis der letzte Ton eines jeden Songs verklungen war, bis sie reichlichen Applaus spendeten. Nach nur sechs Songs endete der Auftritt mit der „Waldkathedrale“.

Setlist AETHERNAEUM
Die Stimme der Wildnis
Das Hügelvolk
Die Waldschamanin
Der Baumpercht
Heimreise (Ein Requiem)
Waldkathedrale

Noch während des Umbaus rückten die Hamburger nun doch direkt an die Bühne heran und mit dem Einsetzen des Intros spürte man in der ersten Reihe den Sound durch den Körper vibrieren, bis Eviga und Inve die Bühne betraten und mit dem Akustikset loslegten. Erstaunlich, wie zwei Musiker solch eine Intensität erzeugen können. Man sah und hörte Eviga mal flüstern-leidend und dann wieder energetisch die Satzfragmente intonieren. Mit „Eigenwach“ steigerte sich die Intensität, da Eviga nun zur E-Gitarre wechselte. Weitere Wucht erhielt der Sound DORNEREICHs durch Gilvan am Schlagzeug, der bei „Lebend Lechzend Herzgeflüster“ mit seinem Spiel besonders beeindruckte. Eviga rannte mittlerweile der Schweiß den Ellenbogen runter und sein Hemd war durchschwitzt, dennoch schlug er unermüdlich immer wieder mit den Füßen den Takt, und weiter ging es mit „Jagt“, bei dem man Schmerz und Intensität spürte. Im Publikum sah man an diesem Abend die Fans entweder headbangen oder mit geschlossenen Augen leise tonlos mitsingen. Zum Glück gaben nach „Wolfspuls“ die Hamburger Alles, so dass DORNERNEICH noch mit den Zugaben „Erst deine Träne löscht den Brand“ und „Trauerbrandung“ den Abend mit einem letzten leichtem Headbangen ausklingen ließen.

Setlist DORNENREICH
Intro
Untitled Bonustrack (Nachtreisen)
Meer
Im Ersten Aller Spiele
Drang
Eigenwach
Flammenmensch
Jagd
durch den Traum VII
Leben lechzend‘ Herzgeflüster
Der Hexe flammend‘ Blick
Wolfspuls

Erst deine Träne löscht den Brand
Trauerbrandung

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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