Konzert Filter

DORNENREICH – NEUN WELTEN – ELANE

Ort: Essen - Turock

Datum: 03.11.2007

Um kurz nach 20 Uhr, also relativ genau nach Zeitplan, betraten ELANE als Opener des Abends die Bühne. Allerdings war die Band nur zu viert, Violinist/ Klarinettist Simon fehlte. Die Stimme von Sängerin Joran Elane stellt mit ihrer Stimmlage und -farbe ein überaus angenehmes Pendant zu der allgegenwärtigen Überflutung mit weiblichen Sopranstimmen dar und konnte auch live punkten. Die Band wirkte jedoch noch ein wenig verunsichert und schüchtern, was zwar musikalisch nicht ins Gewicht fiel, aber in Zukunft sicher noch ausbaufähig ist. Insgesamt dauerte der Gig rund 30 Minuten und beinhaltete Ohrwürmer wie „My view so bright“, „On and on“ oder „Trace of the flames“. Ich hätte allerdings mit noch einigen anderen Klassikern gerechnet, aber Titel wie „In nights of rain and storm“ und „Love can’t wait“ standen nicht auf der Setlist. Einziges deutliches Manko am Gig waren die Ansagen von Keyboarder/ Programmierer Nico, den man einerseits kaum verstehen konnte und der zudem den Charme eines Nachrichtensprechers versprühte.

NEUN WELTEN kamen erst im allerletzten Augenblick in Essen an, da sie zuvor auf irgendwelchen Autobahnen festsaßen. Somit entfiel der Soundcheck im Vorfeld, der nun direkt vor dem Gig nachgeholt werden musste. Für den Zuschauer ein wenig öde, denn da NEUN WELTEN ja nun mal diverse Instrumente aufzuweisen haben, die zudem noch von der Kälte draußen betroffen waren, zog sich der Stimmprozess doch recht lang hin und musste auch während des Auftritts immer wieder zwischen den einzelnen Titeln wiederholt werden. Gespielt wurden Titel wie „Auf kargem Fels“ und „Valg“. Ich persönlich finde das Konzept der Band zwar interessant, kann mich aber absolut nicht mit der sehr vordergründigen Klarinette anfreunden. Irgendwie erinnert mich das immer an Zirkus. Stattdessen sollte Klarinettistin/ Flötistin Anja Hoevelmann ruhig ein wenig häufiger singen, denn ihre Stimme ist bemerkenswert hell und klar. Die Stimme von Gitarrist Meinolf Mueller hingegen war sehr unglücklich abgemischt, zu leise und mit viel zu viel Hall und somit schwer verständlich. Insgesamt erscheint aber das Repertoire der Band trotz der verschiedenen Instrumente recht monoton, irgendwie fehlen mir bei NEUN WELTEN die Akzente in den Songs. Einzig die beiden neuen Kompositionen „Destrunken I & II“ ließen einen etwas aus der Lethargie entfliehen, was vielleicht auch mit den Doublebass-Einsätzen zu tun haben könnte, welche den Härtegrad des besinnlichen Abends kurzzeitig empor schnellen ließ. Daraufhin setzte sich aber die gepflegte Langeweile wieder fort. Meiner subjektiven Kritik zum Trotz schienen die Songs allerdings ein erstaunlich breites Publikum im Turock anzusprechen.

Evíga und Inve betraten die Bühne sehr schnell, nachdem NEUN WELTEN diese verlassen hatten. Vermutlich musste die Zeit, die das Stimmen der Instrumente gekostet hatte, so wieder wettgemacht werden. Denn immerhin sollte das komplette Konzert bereits um 23h beendet sein. Mit Akustikgitarre, Fußschelle und Violine ausgerüstet sollte nun also der mit Spannung erwartete Auftritt der Österreicher beginnen. Für mich doch überraschend war die Feststellung, dass sehr viele der gespielten Songs bereits vom im März 2008 erscheinenden Album „In Luft geritzt“ entstammen. Darunter Titel wie „Unruhe“, das seinem Namen durch die instrumentale Umsetzung alle Ehre macht, oder „Tanz“ bspw., welcher (vielleicht erst vorerst, die kompletten Texte sind u.U. noch nicht fertig gestellt) vollkommen auf Gesang verzichtet. Darüber hinaus erfreuten DORNENREICH die Zuhörer auch mit den grandiosen Titeln „Der Hexe flammend‘ Blick“ und „Der Hexe nächtlich‘ Ritt“ vom Album „Hexenwind“. Für den offiziell letzten Titel des Auftritts wurde noch einmal weit in der Bandhistorie zurückgegriffen, und die akustische Umsetzung von „Reime faucht der Märchensarg“ reihte sich somit als besonderer Leckerbissen in die Riege der Darbietungen ein. Allerdings wurde spätestens hier deutlich, dass die akustische Umsetzung – so ansprechend sie auch grundsätzlich ist – an ihre Grenzen stößt: Die im Original sehr umfassende Komposition von „Reime faucht der Märchensarg“ inklusive Valñes’ Vocalparts ließ sich in dieser minimalistischen Besetzung natürlich nicht realisieren. Irgendwas fehlte also, was den Wunsch verstärkt, dass DORNENREICH im kommenden Jahr abermals einige Gigs im kompletten Line-Up absolvieren mögen. Es gab leider nur eine Zugabe, die abermals rein instrumental dargeboten wurde und einen gelungenen, wenn auch etwas zu kurzen, Gig abschloss.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu DORNENREICH auf terrorverlag.com

Mehr zu ELANE auf terrorverlag.com

Mehr zu NEUN WELTEN auf terrorverlag.com