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DOVER – MUFF POTTER

Ort: Bielefeld - Forum

Datum: 21.03.2004

Gott sei Dank hatten wir schon Karten bzw. Gästelistenplätze, als wir um 20.30 Uhr am Forum ankamen. Erst mal war es ziemlich schwer einen Parkplatz zu finden und dann verlief die Schlange bis fast zum Hinterhof. Schlangestehen bei Regen ist wirklich unangenehm. Da das Forum allerdings was die Einlasslogistik angeht ziemlich gut ist, mussten wir nicht lange warten. Weil es noch relativ früh war, konnten wir uns die wahrscheinlich besten Plätze auf der Empore sichern und noch durch das Forum gehen. Beide Verkaufsstände, sowohl von MUFF POTTER als auch von DOVER, hatten ziemlich gute Preisleitungsverhältnisse. Ein Pluspunkt schon mal für das Konzert und die Bands.

Die Münsteraner MUFF POTTER fingen pünktlich um 21 Uhr mit ihrer Show an. Eine gute Mischung aus deutschsprachigem EmoCore und Punkrock in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre. Und das mit dem Wohnzimmer ist auch so gemeint wie geschrieben. MUFF POTTER hatten die hässlichsten Wohnzimmerlampen, die in den letzten Jahrzehnten deutsche Wohnzimmer „schmückten“, über die Bühne verteilt. Da die Lampen zur Lichtanlage gehörten, wurden sie im Takt der Lieder an- und ausgeblendet – sehr schöner Effekt mit wenig Aufwand. Schon nach wenigen Liedern hatten die vier Westfalen einen Teil des Publikums zum Rumhüpfen animiert. Leider habe ich keine Ahnung, ob dieser Teil die Lieder kannte und sie deshalb am Tanzen waren oder ob sie zu jung waren und gehört hatten, dass das so sein muss. Was dann auch den Sänger verwunderte war die Aktion, dass plötzlich in der zweiten Reihe ein Mädel auf den Schultern ihres Freundes saß. Und das bei einer Bühne, die gerade mal kniehoch ist. Egal, man war ja auch mal jung.

MUFF POTTER hatten auf jeden Fall das Publikum eine Stunde lang warmgerockt. Eine relativ kurze Umbaupause und DOVER standen auf den Brettern. Es gab keine lange Ansage, nein, der Punkrock konnte sofort durchstarten. Binnen Sekunden war das Publikum von der Bühne bis zu den Toiletten am tanzen, springen und pogen. Die vier SpanierInnen hatten es wirklich raus, das Publikum anzuheizen und wieder abzukühlen. Nach fast jedem Lied versicherten Cristina Llanos (Gesang und Gitarre) und ihre Schwester Amparo (Gitarre) dem Publikum, wie glücklich sie seien hier zu spielen, wie toll es wäre, wieder in Bielefeld zu sein, wie toll es wäre, dass das Publikum laut mitsingt, etc. Alvaro Diez (Bass) und Jesus Antunez (Schlagzeug) nutzten diese musikalischen Pausen, um sich gegenseitig ihre Liebe zu bekunden, indem sie sich immer wieder anspuckten. Wem also die Ansagen zu lang waren, konnte einiges Lernen, was das gegenseitige Anrotzen angeht.

War das Publikum wieder etwas ruhiger, wurde das nächste Lied angespielt und die Tanzhölle brach wieder los. Da der Raum eh schon knapp bemessen war, zogen es einige der Konzertbesucher vor in den Kneipenteil zu gehen und dort zu tanzen, ohne das Konzert zu sehen. Auch sonst habe ich noch nie im Forum eine so gute Stimmung gesehen. War schon beeindruckend! Musikalisch wurden die letzten beiden CDs („I was dead for seven weeks in the city of angels“ und „The flame“) fast komplett durchgespielt. Dazu ein paar Klassiker wie „Far“ und „DJ“, schon hatte man 90 Minuten plus vier Lieder Zugabe gespielt und verließ die Bühne, um im Tourbus noch nach Hannover zu fahren. Ein Dank geht hier noch an Robert, den Mann, der für das Catering zuständig ist. Da wir auf der Empore Platz genommen hatten und schlecht an die Theke kamen, hat er uns mit Getränken aus dem Backstagebereich versorgt – vielen Dank!

Fazit: War eines der besten Konzerte, die ich jemals gesehen habe, die Stimmung großartig, die Preise sehr akzeptabel. So sollte es immer sein und man kann nur hoffen, dass DOVER/ MUFF POTTER in nicht allzu langer Zeit mal wieder in Bielefeld oder Umgebung spielen.

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