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DREAM THEATER – OPETH – BIGELF – UNEXPECT

Ort: Düsseldorf - Philipshalle

Datum: 03.10.2009

Progressive Nation Tour 2009 – das klingt schon ziemlich fett! Und so lockten OPETH und DREAM THEATER auch uns am Tag der Einheit Richtung Philipshalle in Düsseldorf. Ein Blick auf den Merch-Stand trieb mir jedoch die Tränen in die Augen: 30 Euro wollte man da für ein T-Shirt haben! Und das nicht nur für die der Headliner. Also erst mal hören, was die Jungs so können, denn mit BIGELF und UNEXPECT konnte ich bis dato zugegebenermaßen nicht so viel anfangen. Aber auch in meinem fortgeschrittenen Alter des körperlichen Verfalls ist man durchaus noch offen für Neues. Also ab in die Halle und erstaunlicher Weise kamen wir problemlos bis 2 m vor die Bühne, obwohl es bereits 19.10 Uhr war.

Um 19.25 Uhr machten dann die 7 KanadierInnen von UNEXPECT hyper-pünktlich den Anfang. Rein optisch war das schon mal was anderes. Eine hübsche Sängerin ist bei Rock/ Metal-Bands zwar schon lange keine Überraschung mehr, aber einen Geiger und einen 9-saitigen Bass sieht man wahrlich nicht alle Tage auf der Bühne! Musikalisch war das Ganze sehr interessant und abwechslungsreich. Die Band vermischt nämlich Rock, Metal und Death Metal-Anteile mit klassischer und Zirkusmusik. Auch der Gesang von Leilindel stand im Kontrast zu den teils kakophonischen Parts der beiden Gitarristen (so stell ich mir eine klingonische Hochzeitskapelle vor). Und auch die haarige Performance wusste zu überzeugen, wenn kollektiv das Haupthaar geschüttelt wurde. Einige Zuschauer ließen sich davon durchaus anstecken und am Ende ließ der Applaus erkennen, dass der Auftritt zu überzeugen wusste.

Setlist UNEXPECT
Novaë
In Velvet Coffins We Slept
Unfed Pendulum
Desert Urbania

Es folgte ein Ausflug in die Siebziger. Während der Umbaupause musste ich jedoch erstmal an Tori Amos denken, da auch Damon Fox, der Sänger von BIGELF, sich zwischen zwei Tasteninstrumenten positionierte. In diesem Fall zwischen Hammondorgel und Synthesizern. Als Intro erklang der „Imperial March“ aus Star Wars – damit war für mich als alter Darth Vader-Junkie der Höhepunkt des Abends natürlich bereits erreicht! Passenderweise stand auf der Orgel noch eine kleine Yoda-Puppe, aber zurück zur Musik: das ganze erinnerte nicht nur optisch (der Gitarrist trug ein großes Kreuz à la Toni Iommi um den Hals und der Sänger ein Jacket und einen großen, schwarzen Zylinder) an die Siebziger. Auch die Songs ließen einen immer wieder an BLACK SABBATH, DEEP PURPLE, QUEEN oder LED ZEPPELIN denken, was mir persönlich sehr zugesagt hat. Die kleinen technischen Probleme – ein Synthi hatte wohl den Geist aufgegeben – nutzte der Sänger, um ein paar Anekdoten zum Besten zu geben. So sei er zwar schon mal in Düsseldorf gewesen, aber darüber wollte er lieber nichts weiter erzählen. Einen Verweis auf eine amerikanische Werbung führte er nicht zu Ende, da wir hier wohl kaum amerikanische Commercials kennen würden. Zu guter Letzt machte er sich noch ein paar Erinnerungsfotos vom Publikum und ließ ein zufriedenes Auditorium zurück.

Setlist BIGELF
The Evils of Rock‘n’Roll
Neuropsychopathic Eye
Pain Killers
Hydra
Money Machine

Weiter ging’s um 21 Uhr mit OPETH aus Stockholm. Schon an den Lichteffekten konnte man erkennen, dass diese Band einen anderen Stellenwert im Line-Up besaß. Der Sänger, Mikael Åkerfeldt, war bester Laune. Nach einer kurzen Orientierungsphase („It’s Saturday, right?“) ging’s dann auch schon los. Seine Deutsch-Kenntnisse würden sich nach eigener Aussage auf „Bist Du verheiratet?“ und „Fick mich!“ beschränken – wobei er letzteres nicht aus der Schule habe. Die weiteren Ansagen hatten auch Stand-Up-Comedy-Charakter: „So, I heard there are some guys who don’t like death metal? Pussies! We’re gonna play a song that you’ll hate more than everything in your life!” Es folgte „Harlequin Forest”. „Deliverance” schließlich gab noch eine Widmung an die Teutonen Metaller ACCEPT und deren Album „Metal Heart“. Den Auftritt OPETHs kann man als vollen Erfolg werten. Musikalisch über jeden Zweifel erhaben hätte das Publikum sicherlich gerne noch mehr von den Schweden gehört, als man mit „Hex Omega“ den letzten Song ansagte. Denn jetzt wäre „Time for Dream Theater“…

Setlist OPETH
Windowpane
The Lotus Eater
Reverie/Harlequin Forest
April Ethereal
Deliverance
Hex Omega

Aber so schnell schießen die Preußen nicht. Erstmal musste die Bühne für den Headliner vorbereitet werden. Aber auch diese Umbaupause hielt sich in Grenzen und schon bald ertönte ein Hitchcock-mäßiges Intro. Aber noch blieb der Vorhang oben und ein Scheinwerfer warf von hinten die Silhouetten der Band auf selbigen. Zusammen mit einem eingespielten Gewitter war das schon ein geiles Bild mit Gänsehaut-Charakter. Dann fiel endlich der störende Stofffetzen und es ging los! Jetzt wurden auch die zwei Leinwände neben der Bühne mit Leben gefüllt. Zusätzlich gab es eine dritte im Hintergrund der Bühne. Auf ihnen wurden diverse Einspielungen gezeigt: von recht interessanten Rohrschach-Bildern bis zu am Computer animierten Zauberern, zeichnenden Elefanten (?!), Patronen tragenden Ameisen (bei „Prophets of War“) und natürlich Close-Ups der Band. Das Publikum war von Anfang an voll bei der Sache und die Männer um James LaBrie ließ den Anwesenden auch keine Verschnaufpause. Im Gegensatz zu den Solo-Konzerten von DREAM THEATER gab es diesmal keinen 3 Stunden Gig, sondern wir mussten uns mit der Hälfte der Zeit begnügen. Während der Zugabe begaben wir uns schon Richtung Ausgang (wir hatten schließlich noch eine 2 stündige Tour vor uns) und mussten dabei feststellen, dass die Halle noch erstaunlich viel Platz geboten hätte. Vielleicht war der Preis mit 50 Euro pro Karte dann doch etwas hoch angesetzt, aber ich kann nur sagen: Selber schuld, wer sich diese Chance hat durch die Finger gleiten lassen.

Setlist DREAM THEATER
A Nightmare To Remember
The Mirror
Lie
Wither
Keyboard Solo
Prophets of War
The Dance of Eternity
One Last Time
In The Name Of God
Encore:
The Count Of Tuscany

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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