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DROPKICK MURPHYS – FRANK TURNER & THE SLEEPING SOULS

Ort: Düsseldorf - Mitsubishi Electric Halle

Datum: 31.01.2013

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich so ziemlich genau das gleiche gemacht wie an diesem Donnerstag und das an sogar genau dem gleichen Ort. Leider auch mit genau den gleichen Problemen. Fing im Jahr 2012 die damalige erste Vorband der DROPKICK MURHYS schon gegen 19.15 Uhr an zu spielen, so wollte ich bei der Neuauflage aus meiner damaligen Verspätung lernen und plante kurz nach 19 Uhr bei der Mitsubishi Electric Halle einzutreffen. Dies wussten leider 2 Staus und die nervige Parkplatzsuche bei der Halle selbst zu verhindern, so dass wir vom Auftritt der ersten Band CRYSSIS um den TOTEN HOSEN-Schlagzeuger Vom, die somit in Düsseldorf fast ein Heimspiel gehabt haben dürften, nichts mitbekamen.

Immerhin kamen wir punktgenau zu Beginn des Sets von FRANK TURNER & THE SLEEPING SOULS in die Halle. Auch hier eine lustige Parallele zum Vorjahr, wo die BOUNCINGS SOULS damals auftraten. Es ist mir jedes Mal, wenn ich eine Live-Show von FRANK TURNER sehe, wieder ein Rätsel, warum der Kerl in Deutschland noch vergleichsweise unbekannt ist. Dem Publikum in Düsseldorf war er aber bekannt und so wurde der sympathische Brite von Anfang an mit tosendem Applaus bedacht. Die 10 Songs, die Turner an diesem Abend spielte, waren ein gut durchdachter Querschnitt seiner größten Hits, mit denen er auf der garantiert sicheren Seite war. Die (gerade für die Musik) mitreißende Show seiner Band THE SLEEPING SOULS tat ein Übriges, um die fast ausverkaufte Mitsubishi Electric Halle zum Tanzen zu bringen. Dass zwischen den Songs, gerade in der zweiten Hälfte seines Sets, immer wieder laute „Let´s go Murphys let´s go“-Sprechchöre erschallten, hatte absolut nichts mit FRANK TURNER selbst zu tun. DROPKICK MURPHYS-Fans sind vielleicht nicht ganz so intolerant wie AC/DC-Anhänger, sie ließen aber auch nicht wirklich Zweifel daran, für welche Band sie an diesem Abend hauptsächlich das Haus verlassen hatten. Die übermäßig große Anzahl an grünen T-Shirts und DM-Merchandise rundete diesen Eindruck ab.

Doch statt sich darüber zu ärgern, grinste FRANK TURNER von einem Ohr zum anderen und erklärte, dass man auch auf dieser Tour wieder einen Tanzcontest mache. Klares Schlusslicht seien bisher die Belgier, die Plätze 3) Oslo, 2) München und 1) Berlin gelte es hiermit zu schlagen. Beim darauffolgenden „Four simple words“ gab Düsseldorf dann sein Bestes. Die letzen 3 Songs waren eine sichere Bank für FRANK TURNER, allesamt mit grandiosen Texten, die man sich jederzeit tätowieren könnte oder aber auch, so wie an diesem Abend wieder geschehen, lauthals mit hochgerecktem Bier mitgröhlen. Gerade als der Herr bei der Ansage zum letzten Song „I still believe“ erklärte, an was und welche Bands er glaube, hatte der Brite das Publikum auf seiner Seite. Kurz wurde der Refrain geübt und dann der Song mit lautstarker Unterstützung gespielt.

Bleibt die Hoffnung, dass FRANK TURNER mit seiner im April erscheinenden CD „Tape deck heart“ den verdienten Durchbruch schafft und auf ausgiebige Deutschland Tour als Headliner zurückkehrt. Zu wünschen wäre es ihm allemal.

Setlist FRANK TURNER
If ever I stray
The road
Peggy sang the blues
Reasons not to be an idiot
Glory hallelujah
Long live the queen
Four simple words
Photosynthesis
Try this at home
I still believe

Es folgte die obligatorische Umbaupause und eigentlich könnte ich an dieser Stelle genauso gut auf den Bericht vom letzten Jahr verweisen. Die Fans der DROPKICK MURPHYS sind einfach immer in Feierlaune und feiern ihre Jungs jedes Mal aufs Neue wieder ordentlich ab. Nun gut, ein paar Unterschiede zu 2012 gab es sicherlich. Das lag nicht zuletzt daran, dass die Band mit ihrer neuen Scheibe „Signed and sealed in blood“ auf Tour war, mit deren Opener und gleichzeitig passenden Feststellung „The boys are back“ ordentlich loslegten. Es blieb erst einmal schnell und gerade Songs wie „Going out in style“ oder „Your spirits alive“ wurden lauthals mitgegrölt. Darüber dürfte sich Sänger Al Barr gefreut haben, denn dessen Stimme schien an diesem Abend arg angeschlagen. Zwar gehört in seinem Gesang seit jeher der kratzige und raue Unterton und immer schon wurde er im Gesang von Bassist Ken Casey unterstützt und abgelöst, aber an diesem Abend übernahm Ken einige Gesangparts mehr und einige Ansagen unterstrichen, dass Al ziemlich heiser war.

Die Ansagen indes waren wie gewohnt und zum Teil in gutem deutsch. So fragte er, wer denn im letzten Jahr schon alles vor Ort war und der große Jubel unterstrich die Treue der Fans. Diese müssten aber alle noch ein paar Freunde mitgebracht haben, so Al, denn dies sei das bisher größte Konzert der DROPKICK MURPHYS in Deutschland. Belohnt wurde die Band mit minutenlangen „Let´go Murphys“ Sprechchören und weiterer gesanglicher Hilfe der Fans. Klassiker wie der „Irish rover“ wurden genauso textsicher mitgegröhlt wie das brandneue „Rose Tattoo“. Ein weiterer Höhepunkt der Show folgte, als zu „I´m shipping up to Boston“ noch einmal FRANK TURNER mit auf die Bühne kam und die DROPKICK MURPYHS mittels Gitarre und Gesang unterstützte. Dieser Song markierte dann nach knapp 70 Minuten auch schon das Ende des regulären Sets. Doch natürlich ließ man die MURPYS nicht einfach so von dannen ziehen und das hartgesottene Publikum nahm da auch keinerlei auf die nun nur noch kratzend vorhandene Reststimme, sondern beorderte die Band durch laute Zugabe-Rufe zurück auf die Bühne. Diese drehte dann mit „Barroom hero“ auch sofort wieder richtig auf, bevor es dann im folgenden „End of the night“ noch einmal etwas ruhiger wurde und die Band sich einen Haufen Mädels aus dem Publikum zum Mitschunkeln auf die Bühne holte. Die Flut der Frauen nahm einfach kein Ende, aber zum Ausgleich sprang Bassist Ken in die Menge und sang im Publikum mit. Danach zu „Skinhead on the MBTA“ kletterten etliche Kerle hinterher und wer da nun auf der proppenvollen Bühne beim abschließenden AC/DC Cover „TNT“ noch was machte, ließ sich lediglich erahnen.

Nach 90 Minuten ging ein großartiger Konzertabend zu Ende. Fortsetzung folgt dann hoffentlich im Januar/ Februar 2014 in Düsseldorf und dann sicher mit ausverkaufter Mitsubishi Halle.

Setlist DROPKICK MURPHYS
The Boys are back
Burn
Johnny, I Hardly Knew Ya
Going out in style
The gauntlet
A few good men
Your spirit´s alive
Prisoner´s song
The irish rover
My hero
Jimmy Collin´s wake
Worker song
Citizen C.I.A.
The battle rages on
Forever
Working (COCK SPARRER cover)
The gang´s all here
Rose tattoo
Captain Kelly´s kitchen
I´m shipping up to Boston (with Frank Turner)

Barroom hero
End of the night
Skinhead on the MBTA
TNT (AC/DC cover)

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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