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EARTHSHAKER FEST 2005

Ort: Geiselwind

Datum: 23.07.2005

„Shake the Earth“ – Unter diesem Motto sollte das kleine fränkische Städtchen Geiselwind das dritte Mal im Mittelpunkt metallischen Interesses stehen. Dafür hatte man weder Kosten noch Mühen gescheut und mit MANOWAR einen Headliner der besonderen Art verpflichtet. Doch bis die „Kings of Metal“ mit ihrer Show loslegen konnten, stand uns noch ein langer Tag bevor, denn zunächst wollten die 400 km Reiseroute bewältigt werden. Leider war uns eine frühere Anreise nicht möglich, so dass wir auf die Acts vom Freitag (u.a. NIGHTWISH) und dem Warm Up Abend am Donnerstag (mit FINNTROLL) verzichten mussten. Die Fahrt verlief zum Glück reibungslos, und auch das Wetter zeigte sich im Verlaufe des Vormittags von immer freundlicheren Seiten. Am Ende blieb es den ganzen Tag trocken bei Temperaturen von etwas über 20 Grad, Sonnenbrandgefahr inklusive, wie man allerorten an roten Gesichtern erkennen konnte. Die Location überraschte durch ihre kurzen Wege: So brauchte es nur wenige Meter vom Parkplatz zur Bandausgabe zum eigentlichen Festivalgelände. Dieses war wohl über Nacht mit Baumrinde ausgelegt worden, da es am Vorabend heftig geschüttet hatte. Entsprechend konnte man die Neuankömmlinge gut an den Klamotten von den „Alteingesessenen“ unterscheiden. Neben der riesigen Bühne gab es natürlich genügend Fress- und Saufstände, wobei die Wartezeiten erfreulicherweise sehr kurz ausfielen. Um das leicht unebene und nach oben ansteigende Gelände waren diverse Zeltplätze zu erkennen, auf denen gegen 13 Uhr noch einige Metaljünger ihre Wunden leckten, doch wir waren bereit für „unsere“ erste Band.

Eine wichtige Vorabinfo hatte es an der Kasse gegeben: MANOWAR hätten sich kurzfristig entschlossen 3 statt 2 Stunden zu spielen! Dafür sprangen deren Zöglinge BLUDGEON von der Main auf die Eventstage, und alle anderen Formationen rückten zeitlich nach vorne. Schon klar, wer heute Priorität hatte… So durften also die deutschen DESTRUCTION bereits eine Dreiviertelstunde früher auf das Podium, wo sie von einer ansehnlichen Menge Thrashfans bereits erwartet wurden. Dabei war man erst kurz vor knapp als Ersatz für die Amis OVERKILL eingesprungen, was vielleicht noch nicht jedermann bekannt war. Marc, Mike und natürlich Schmier (mit schwarzen Haaren) füllten die Bühne optisch nicht gerade aus, die beiden Saitenkünstler versuchten aber durch ständige Standortwechsel für etwas Bewegung zu sorgen. Die bekannt witzig/ authentischen Ansagen des Hünen am Mikro verfehlten auch zu dieser frühen Stunde ihre Wirkung nicht. Da wurde das Publikum genreübergreifend gelobt, über OVERKILL gefrozzelt, kurzum der Heavy Metal gefeiert, und das alles im schönsten Slang. Dazu feierte man eine Thrashgranate nach der nächsten ab, wie „Nailed to the Cross“, „The Butcher strikes back“ oder „Thrash til Death“, wobei sich die ersten Moshpits des Tages formierten. Natürlich durfte mit „Soul Collector“ auch ein Ausblick auf die bald erscheinende „Inventor of Evil“-Scheibe nicht fehlen, die man nach dem Abgang von Nuclear Blast bei AFM veröffentlichen wird. Sogar für eine zweiteilige Zugabe reichte es („Total Desaster“, „Bestial Invasion“), alles in allem also äußerst gepflegte Unterhaltung am frühen Nachmittag.

Danach stand ein powermetallisches Doppelpack auf dem Programm, eine Musikrichtung, die zugegebenermaßen nicht unser allerliebstes Genre ist. Somit versorgten wir uns mit einem kühlen Getränk und beobachteten die deutschen PRIMAL FEAR zunächst mal vom gemütlichen Zelt aus, in dem Journalisten aller möglichen Medien flanierten, angeführt natürlich von den beiden großen deutschen Szeneorganen. Ich hatte die Truppe schon mal vor einigen Jahren auf einem Festival im Ausland gesehen, und seitdem hat Sänger Ralf definitiv ein paar Haare verloren. Mit Glatze und in ein modisches Outfit gekleidet poste Herr Scheepers nebst Mitmusikern wie Sau, und die anwesenden Power Metaller dankten es ihm. Immer wieder wurden die Hände zur Teufelsgabel geformt, die sich im Takte der Musik in die Luft reckte, schon ein recht imposanter Anblick. Dazu gab man Stücke wie „Chainbreaker“ oder die Hymne „Metal is forever“ zum besten und verzichtete ebenso wenig wie Schmier vorher auf die Kommunikation mit den Anwesenden. Gelungener Gig aus meiner Sicht!

MASTERPLAN hatten die Aufgabe dieses Level zu halten, und sie taten dies mit einem ähnlichen Sound, ergänzt um ein Keyboard, was den Stücken einen etwas epischeren Touch gab. Die Truppe um den norwegischen Sänger Jorn Lande und die beiden Ex-Kürbisköpfe Roland Grapow/ Uli Kusch bot ebenfalls eine professionelle Show, wobei mir die ganze Sache etwas einstudierter und die Ansagen etwas aufgesetzter erschienen. Nichtsdestotrotz gingen die Fans vor allem im vorderen Bereich bis zum Wellenbrecher gut mit, und die Pommesgabeln kamen ein weiteres Mal zum Einsatz zu Songs á la „Ruins“ oder „Heroes“. Derweil gab der gute Herr Tägtgren ein kleines MTV-Interview im Zelt und wirkte dabei noch etwas verschlafen. Als die Herren Musiker auf der riesigen Stage dann ihr Plansoll erfüllt hatten, machten sich der schwedische Sympathieträger auf den Weg, den nun sollte das erste und einzige Mal Death Metal auf dem Programm stehen.

Das führte zu leichten Wanderbewegungen im Publikum: Todesbleier rein, Eierfans raus. Aber bevor es echten Schwedenstahl auf die Ohren gab, spielte sich noch ein interessantes Szenario ab: Joey de Maio, seines Zeichens natürlich MANOWAR Basser, betrat mit einem älteren, etwas korpulenten Herren die Bühne, umgeben von einem Tross Kameraleute, die im übrigen das ganze Festival aufzeichneten. Der gute Mann kündigte im breitesten fränkisch den bevorstehenden Auftritt der Amis an und prophezeite allen „Fans der Gruppe MANOWAR“ einen unvergesslichen Abend. Dass der eher volksmusikalisch gekleidete Herr (passend zur Blaskappelle am Ende des Festivalgeländes) später am Abend noch eine tragende Rolle spielen würde, konnten wir natürlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Jedenfalls gab natürlich auch noch „Labertasche“ Joey seinen Senf dazu und hielt die Besucher dazu an, sich bis zum Headliner noch nicht zu verausgaben. Nach dem etwas schrillen Intermezzo dann aber die Death Veteranen HYPOCRISY.

Peter hatte sich mittlerweile in eine andere Hose geworfen und enterte mit 3 Kollegen die Stage, darunter Mikael Hedlund am Bass und der Ex-Unsterbliche Horgh an den Drums (der wohl am Abend vorher noch eine Art Zusammenbruch hatte!). Dennoch wurde wie auch bei PAIN deutlich, dass Mr. „Augenringe“ Tägtgren die Szenerie beherrscht und die anderen Musiker jeweils nur für den richtigen Klang zu sorgen haben. Nach so vielen Jahren Bandexistenz konnte man die Setlist natürlich ausschließlich mit Knallern der Marke „Fire in the Sky“, „The Abyss“ oder „Pleasure of Molestation “ füllen, auch älteres Material wurde also nicht ausgespart. Die Resonanz war durchweg gut, wenngleich der Gig noch etwas mitreißender hätte sein können, vielleicht waren auch zu wenig Fans der härteren Gangart anwesend. Dementsprechend nutzte man die zur Verfügung stehende Zeit nicht völlig aus und verließ schon nach 55 Minuten und der obligatorischen Zugabe „Roswell 47“ die Bühnenbretter. Wie fast alle anderen Acts gab man im Nachhinein noch bereitwillig Autogramme, die – wie die langen Warteschlangen bewiesen – sehr begehrt waren.

Der bevorstehende Auftritt von J.B.O. bot einem die Möglichkeit, mal die etwas skurrileren Typen unter den gut 10.000 Fans zu betrachten. Da waren 2 fast nackte Kerle im zu engen Slip, ein Japaner im Kimono, ein paar Mittelalterfreaks und einige blutbesudelte Nachwuchsmetaller. Den Vogel schoss aber der Herr ab, der als Metaldackel mit integrierter Sonnenbrille und Schlappohren daherkam, sehr unterhaltsam. So muss man auch insgesamt konstatieren, dass die Stimmung jederzeit friedlich und gelöst war, bis auf ein paar Bierleichen waren alle bester Dinge. Dafür sorgten nun natürlich die „Spass-Metaller“ aus den „United States of Blödsinn“, die selbstverständlich im Rosa-Camouflage-Outfit vor einem gleichfarbigen Gummilogo auftraten. Hatte ich mich vorher noch etwas gewundert, wie weit oben die Herren im Billing angesetzt waren, wurde es nun klar: Das fränkische Quartett hatte hier natürlich ein Heimspiel und verstand es, mit einer Mischung aus Comedy und harten Klängen einigen Tausend Härtnern ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Stimmung pur! Da wurden Songs wie „Fire Water Burn“ (BLOODHOUND GANG), „Der König von Deutschland“ (RIO REISER), „Everybody (Backstreets back)“ (eben die BACKSTREET Jungens) oder „Roots Bloody Roots“ verwurstet, alles mit dem bandeigenen Humor gewürzt. Leider kündigte man bei letzterem Stück an, dass Christopher Lee bei MANOWAR nicht mit von der Partie sein würde, hatte dafür aber als „Ersatz“ einen sehr eigenen Luciano Pavarotti am Start. Zudem nahm man den Anwesenden das „Metal-Glaubensbekenntnis“ ab und warf große Ballons unter die Menge. Wird sicher nicht meine neue Lieblingsband werden, aber für das Earthshaker war das genau der richtige Act zur richtigen Zeit.

Jetzt kam es zur ersten etwas längeren Wartezeit des Tages, 45 Minuten sollte es dauern, bis die Schwarzheimer DIMMU BORGIR mit ihrer „Lesson in Violence“ begannen. In dieser Zeit konnte man sich BLUDGEON auf der Event Stage reinziehen oder lieber ein paar weitere Fress-Stände ausprobieren. Leider war es um 20 Uhr noch nicht dunkel, was natürlich einer Black Metal-Atmosphäre durchaus zuträglich gewesen wäre, aber dafür sorgte die angrenzende Kirche für ein recht pittoreskes Bild. Die Norweger waren für die eigentlich angekündigten TESTAMENT ein gesprungen, allerdings bereits so früh, dass sich einige Schwarzkittelfans unter den Anwesenden befanden. Gleich 6 bestens geschminkte Musikanten begaben sich in die Geiselwinder Dämmerung und praktizierten ihren „Death Cult Armageddon“. Darunter neben Sänger Shagrath mit Galder von OLD MAN’S CHILD, Simen Hestnæs (wieder ARCTURUS) am Bass und Drummer Tony Laureano (NILE, Ex-GOD DETHRONED) 3 absolute Ausnahmekoryphäen. Unterstützt von Mustis synthetischen Klängen und einem Pentagram als Backdrop holzten die Skandinavier so richtig schön filigran los, dass es eine Freude war. Auch hier wurden wieder alle Schaffensperioden berücksichtigt, was Songs von Alben wie „Enthrone Darkness Triumphant“ („Mourning Palace“), „Spiritual Black Dimensions“ („Reptile“) und natürlich dem aktuellen Werk bewiesen („Unorthodox Manifesto“, „Progenies Of The Great Apocalypse“). Der absolute Klassiker „Stormblåst“ von der gleichnamigen VÖ veredelte dann die dreiteilige Zugabe, die von den Fans begierigst gefordert wurde. Leider nutzte man seinen Zeitrahmen nicht völlig aus, nach 75 Minuten war dann bereits „Schluss mit Böse“, und man kann sagen, dass die Norweger nicht nur für unseren Fotographen ein Highlight waren.

Und jetzt war es fast soweit, die Massen drängelten nach vorne, die Sonne verzog sich hinter den Hügeln und die Bühne wurde eifrigst präpariert (immerhin hatte man dafür eine Stunde geplant!). Nur unsere Kollegin Petra Schurer vom „Hammer“ schien nicht mehr in bester Verfassung zu sein: Zum „Vergnügen“ der schreibenden Zunft wankte sie leicht grob-motorisch durch das Zelt und wurde daraufhin von ihrem Chef zackig zur Ruhe gebettet. Die größte MANOWAR-Show aller Zeiten konnte beginnen…

Als solche ist sie jedenfalls zuvor wochenlang vollmundig angekündigt worden. Was wurde da nicht alles in die Wagschale geworfen, um das Earthshaker Festival im dritten Jahr seines Bestehens ganz groß herauszubringen: Special Guest Appearances, Performance mit Orchester und Chor, MANOWAR Mega Fan Convention und und und… Wir waren sicher nicht die einzigen, die diesem Aufgebot skeptisch, aber eben auch neugierig gegenüber gestanden haben und waren gespannt, ob die so erzeugte Erwartungshaltung erfüllt werden könnte, oder ob sich die schönen Worte nur als recht lose Versprechungen erweisen sollten. Um es vorweg zu nehmen: Es war irgendwie ein zweischneidiges Schwert (um mal in der Sprache der „Defenders of Steel“ zu bleiben), das sich der inzwischen auf geschätzte 15000 Fans angewachsenen Crowd bot; es gab Licht, aber leider auch viel Schatten.

Die erste Enttäuschung stellte sich bereits während der ersten Tracks (dem gewohnten Opener „Manowar“, „Brothers of Metal“ und „Call to Arms“) ein. Der Sound war eher durchwachsen und ließ insbesondere die Gitarrenriffs nur gelegentlich richtig zur Geltung kommen. Diesem Makel konnte merkwürdigerweise trotz umfangreichen technischen Beistands auch in der Folge nicht wirklich abgeholfen werden. Eine Ausnahme machte da lediglich das folgende obligatorische erste Solo des Sets, vorgetragen eben von Karl Logan. Ganz nett, aber nicht weltbewegend. Weiter ging es dann mit „Kings of Metal“ und „Sign of the Hammer“, und bis zu diesem Zeitpunkt wurde auch einfach nur richtig gut musiziert und auf unnötige Laberei verzichtet. Diese sollte später noch folgen…

Nachdem ein Bass Solo glücklicherweise technischen Problemen zum Opfer fiel und die „Hail to England“-Phase mit zwei Klassikern bedacht wurde („Blood of my enemies“, „Kill with Power“) folgte die erste der angekündigten Einlagen. Als äußerst gelungene Idee muss man es bezeichnen, alle ehemaligen Bandmitglieder für dieses Event zu reaktivieren. Den Anfang machten anstelle der Stammbesetzung Rhino und David Shankle an den Drums bzw. an der Gitarre, mit denen „Metal Warriors“ und „Glory of Achilles“ (auszugsweise) zum Besten gegeben wurden. Die Ablösung folgte auf dem Fuße und Ross the Boss sowie der ursprüngliche MANOWAR Drummer Donnie Hamzik übernahmen nun das Kommando und performten zusammen mit Eric Adams und Joey am Bass „Metal Daze“ und „Dark Avenger“, beide vom Debut Album. Den beiden „Aushilfsdrummern“ waren zu diesen Zwecken sogar eigene Schlagzeuge auf ausfahrbare Podeste rechts bzw. links neben das eigentliche Drumkit gezimmert worden. Stichwort „Dark Avenger“: Sicherlich eine Überraschung in der Setlist. Aber ursprünglich bestanden auch hier große Pläne. Denn niemand geringeres als Mr. Christopher Lee himself sollte hierbei sowie bei dem dann letztlich nicht gespielten „Defender“ ein Stelldichein geben, und die im Original von Orson Welles eingesprochenen Textpassagen veredeln. Wenngleich Erklärungen betreffend das Fernbleiben von Herrn Lee seitens MANOWAR ausblieben, so war doch zu vernehmen, dass ein Filmdreh ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Schade!

Anschließend setzt dann ein wenig Leerlauf ein. „Outlaw“ und „House of Death“ sind nicht so die Burner, zudem musste zwischenzeitlich noch der Drum-Sound gerichtet werden, der Joey mal gar nicht gefiel. Schon irgendwie eine peinliche Aktion, denn nachdem alle vorhergehenden Bands einen guten Gesamtsound zustande gebracht hatten, hakte es ausgerechnet bei MANOWAR hier und da. Da frage ich mich doch wirklich, wozu eigentlich die geschlagene 75 Minuten dauernde Umbaupause nach DIMMU BORGIR genutzt worden ist??? Fairerweise muss man sagen, dass der Sound zwar nicht so grottig war, wie es vielleicht anklingen mag, aber für die perfektionistische Herangehensweise von MANOWAR doch enttäuschend. Den Vogel schoss Joey aus meiner Sicht aber damit ab, dass er sich für sein Bemühen, die Doublebass aufeinander abzustimmen und die Snare Drum neu einzustellen noch so hat feiern lassen, als ob er gerade eine Heldentat begangen hätte. Denn dabei hat es sich ja wohl eher um eine Selbstverständlichkeit gehandelt, und er dürfte sicher auch die zu erwartende nächste DVD („Hell on Earth Part V“?) im Hinterkopf gehabt haben, für die eine opulente Kamera-Maschinerie in Geiselwind aufgefahren wurde.

Ebenfalls sparen können hätte man sich den Auftritt der Familie Strohofer (Zitat Joey: „the godfather and his daughters“). Kurz zu Erklärung: This is where the money comes from… Das Gelände, in welches das Festival eingebettet war, ist im Wesentlichen der Autohof Strohofer direkt an der A3. Dort veranstalten diese auch jährlich stattfindende Country-Festivals. Und um ehrlich zu sein passt deren Auftreten dort auch besser hin. Szene-typisch ist jedenfalls was anderes. Da drängt sich der Gedanke auf, inwieweit das Abhalten eines solchen Metal-Festivals vorrangig von kommerziellen Interessen geprägt ist. Dies würde jedenfalls auch mit dem von MANOWAR bekannten Vermarktungsgehabe konform gehen, welches auch beim Earthshaker deutlich zu Tage getreten ist und sich etwa darin widerspiegelt, dass die treuesten Fans neben 68 Euro für das reine Festival (ohne Camping- und Parkticket!) nochmals weit über 50 Euro für die Fan Convention hinblättern durften und am Merchandise Stand MANOWAR T-Shirts mit 30 Euro mit Abstand am teuersten waren. Wie man hörte, musste zudem jede andere Band einen geringen Teil ihrer Einnahmen (50 Cent pro T-Shirt) an MANOWAR abführen. Geht´s noch???

Zurück zum Geschehen: An beiden Seiten der gewaltigen Bühnenkonstruktion öffneten sich nun zusätzliche „Räumlichkeiten“, in denen das angekündigte (tschechische) Orchester und ein Chor positioniert waren. Deren erster Einsatz folgte bei „Herz aus Stahl“. Aber entweder war mein Gehörschutz zu fett oder auch hier gab es Soundprobleme, denn eine so gewaltige Klangkulisse tat sich nun nicht auf. Da war es doch wesentlich beeindruckender, die deutschen Textzeilen zusammen mit tausenden anderen Kehlen zu intonieren. Es folgte noch ein reines Orchester-Stück, ein Prelude aus Wagners „Lohengrin“, jedoch nicht bevor Joey auch hier eine mehrminütige Ansprache abhielt, deren Wiedergabe ich euch hier erspare. Denn viel wichtiger ist die folgende Information, die aus scheinbar verlässlichen Quellen nach dem Konzert durchgesickert ist und die – sollte sie sich bewahrheiten – die Fan-Verarschung schlechthin darstellen würde: Das Orchester hat nicht live gespielt, alles kam vom Band!!! Das muss an dieser Stelle noch unkommentiert bleiben, wird sich aber sicherlich in Kürze aufklären…

„King of Kings“? Das jedenfalls ist der Titel des neuen Stücks, welches als nächstes präsentiert wurde, und welches sich auch auf der der „Hell on Earth IV“ DVD beigefügten Single befindet. Nach einem bombastischen Intro mit erneuter „Erzählerstimme“ entwickelt sich dieser Track zu einem für MANOWAR recht typischen und recht unspektakulären Uptempo-Track. Dann doch lieber auf zum nächsten Stück „Warriors of the world united“, bei dem die vier Harleys der Protagonisten auf der Bühne nicht fehlen durften, bevor schließlich die beiden Gassenhauer „Hail and Kill“ und „Black wind, fire and steel“ den regulären Set furios beendeten.

Was konnte nun noch folgen? Natürlich nur das grandiose „Battle Hymns“ bei dem sich ein Bild für die Ewigkeit geboten hat. Hier kamen noch einmal alle drei Drummer und Gitarristen (parallel) zum Zuge und legten die Bühne in Schutt und Asche. Das Ende wurde traditionell mit einigen Spielereien hinausgezögert und nach letztlich ca. 2 3/4 Stunden war es dann einem Feuerwerk, bei dem keine Kosten und Mühen gescheut wurden vorbehalten, untermalt von „The crown and the ring“ die Anwesenden in die Nacht zu verabschieden. So endete ein sicherlich zwiespältiger Ausflug des Terrorverlag-Teams, aber irgendwo ist auch das bei MANOWAR Tradition. Insoweit bleibt es jedem selbst überlassen, hier sein persönliches Fazit zu ziehen.

P.S.: Im Nachhinein wird auf vielen Foren Kritik an der Organisation, der Security, den Preisen, den Zeltplätzen geäußert, die wir zum Teil nicht nachvollziehen können, da wir nur am Samstag vor Ort waren. Für uns waren die Bedingungen bis auf Kleinigkeiten durchaus akzeptabel, von daher lassen wir das mal unkommentiert stehen. Unerfreulich allerdings die Sache mit den kurzfristig erhältlichen Tagestickets, mit denen wir einiges an Kohle hätten sparen können, das wirkte doch im besten Falle wenig durchdacht.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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