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EDDIE’S REVENGE – SPELLBREAKER

Ort: Gütersloh – Weberei

Datum: 07.05.2011

Der Zahn der Zeit nagt unaufhörlich an uns, ob wir wollen oder nicht. Doch manchmal gibt es für einen kurzen Moment die Möglichkeit, der Wirklichkeit zu entfliehen und einzutauchen in die eigene Jugend, als man noch Haare bis zum Arsch trug und jedes Metal-Konzert im Umkreis von 100 Kilometern mitnahm. Diese Möglichkeit ergab sich an diesem sonnig-gepflegten Samstagabend in der Weberei zu Gütersloh, denn dort sollte die Musik erklingen, die mich musikalisch-metallisch sozialisiert hat. IRON FUCKIN‘ MAIDEN is in da house! Nun gut, nicht das Original, das wäre wahrscheinlich auch in die Rubrik „Weltwunder“ einzuordnen, doch immerhin eine Coverband mit bestem Ruf, die sich innerhalb kürzester Zeit mit ihrer Performance zumindest national ganz nach vorne gespielt hat. So sagte man mir zumindest, denn für mich war es meine erste Begegnung mit EDDIE’S REVENGE aus dem Großraum Bielefeld (ohne meiner Wahlheimat GT jetzt zu nahe treten zu wollen…). Der gute Eddie ist bekanntermaßen das ewige Maskottchen von Bruce Dickinson und Co. und sollte auch an diesem Abend eine nicht unbedeutende Nebenrolle einnehmen.

Doch zunächst mal standen noch die Bielefelder SPELLBREAKER als 2ter Anheizer auf der Bühne, den Opener BURNING GUITARS hatten wir leider ganz verpasst. Der Dreier aus Bielefeld wurde ja auf unseren Seiten schon ordentlich abgefeiert und auch live machten Börgy, Tobi und Lance keine schlechte Figur, der Melodic Death Thrash (u.a. „Wilderness of War“) ging ordentlich auf die Glocke und sorgte schon mal für ein erstes Mattenschwingen unter den bis dato vielleicht 80 Anwesenden.

Diese Zahl erhöhte sich dann für den Hauptact beträchtlich, wobei neben den „reinen“ Metallern auch einige Bertelsmänner anwesend waren, die ihren Kollegen Guido an den Drums moralisch unterstützten wollten. Alles in allem eine ordentliche Kulisse, die aber der Klasse der Band nicht ganz gerecht wurde. Denn schnell wurde deutlich: Sollte der gute Bruce jemals in Rente gehen, steht mit Sänger Markus ein perfekter Ersatz in den Startlöchern, der in Punkto Stimmfärbung, Vibrato und Melodiesicherheit seinem großen Vorbild in nichts nachsteht. Wahrlich beeindruckend, zudem hat der Mann auch die Dickinsons Gestik perfekt studiert, die Haltung des Mikrofonständers sei hier etwa genannt oder die diversen Anfeuerungsversuche in Richtung Fans. Natürlich wäre er nichts ohne seine Begleitmannschaft, und auch Batty, Peter (in einer Wahnsinnshose!) und Mac ließen spieltechnisch nichts anbrennen, wenngleich nicht alle über eine Matte verfügen, genauso wie auch der bereits angesprochene Herr am Schlagwerk, der dafür über jede Menge Ausstrahlung und Selbstbewusstsein verfügt. Vor einem schnieken Eddie-Banner spielte man sich alsbald durch diverse MAIDEN-Klassiker, der neueste Titel war die Mega-Hymne „Fear of the Dark“ aus dem Jahre 1992, von daher kamen insbesondere Anhänger der vielgeliebten Frühwerke ins Schwärmen. „Powerslave“, „Children of the Damned“ oder natürlich „The Number of the Beast“ seien hier beispielsweise als absolute Klassiker genannt. Doch man präsentierte auch Nummern, die von den Jungfrauen selbst noch nie oder nur ganz selten live performt worden sind. Kleine Perlen, die manchmal in der Discographie ein wenig untergehen, aber qualitativ den Hits keineswegs nachstehen. Hier sei exemplarisch „Loneliness of the Long Distance Runner“ genannt. Für 2 Titel holte man sich auch SPELLBREAKERs Lance zurück auf die Bühne, der mit einer Akustikgitarre bewaffnet der Performance den letzten Schliff verpasste. Nicht zu vergessen die Show-Elemente bei „The Trooper“, als Markus in Uniform den Fähnrich gab. Als dann zum Schluss auch noch ein überdimensional großer Eddie auf die Bühne stapfte, war die Weberei vollends aus dem Häuschen!

Keine Frage, eine Zugabe musste her, wenngleich sich die Reihen mittlerweile etwas gelichtet hatten. Das Abschlussquartett bot einen Knaller nach dem anderen, vom Rotz-rockigen „2 Minutes to Midnight“ (das auch zeitlich perfekt zur Ortstime Gütersloh passte) bis hin zum punkig angehauchten „Running Free“, der allerersten Single aus dem Jahre 1980 (ursprünglich von Paul Di’Anno eingesungen)! Mit entsprechenden Ovationen verabschiedete man sich dementsprechend und es wurde auch noch das eine oder andere Erinnerungsfoto gemacht. EDDIE’S REVENGE covern auf einem sehr hohen Niveau und würden auch problemlos das 10-fache an Besucher aufs Beste unterhalten. Mal sehen, wohin der Erfolgsweg der ostwestfälischen Jungfrauen noch führt, für mich wird es sicher nicht die letzte Live-Begegnung gewesen sein, kann ich doch bei derlei Anlässen endlich mal wieder meine „schäbigen“ alten Bandshirts lüften und das mittlerweile deutlich gekürzte Haupthaar rotieren lassen…

Setlist EDDIE’S REVENGE
Be Quick Or Be Dead
The Number Of The Beast
The Clairvoyant
Children Of The Damned
Phantom Of The Opera
Flight Of Icarus
The Trooper
Revelations
Prodigal Son
22 Acacia Avenue
Powerslave
Loneliness Of The Long Distance Runner
Fear Of The Dark
Hallowed Be Thy Name
Iron Maiden

2 Minutes To Midnight
Killers
Running Free
Run To The Hills

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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