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EDITORS – THE KISSAWAY TRAIL – THE BOXER REBELLION

Ort: Hamburg - Übel und Gefährlich

Datum: 02.11.2007

Ein schönes kleines „Festival“ erwartete mich am 2.11 in Hamburgs etwas umgebautem „Übel und Gefährlich“-Bunker auf dem Heiligengeistfeld, dessen Name aber nicht wirklich repräsentativ für die Halle ist. Das einzige, was mich nicht ganz so erwartungsfroh stimmte, war die Tatsache, dass man sich nicht wie in Berlin geschehen nach einem etwas größeren Veranstaltungsort umgesehen hatte. Somit hatten wir dann eine doch recht stickige Atmosphäre in besagtem Club, die es nicht einmal zuließ, umzufallen oder sich mit einer erfrischenden Hopfenkaltschale die, wenn auch kurzen, Wartezeiten zwischen den Bands zu verkürzen, da der Weg zur Theke den meisten eher versperrt war. Schade war dies auch für diejenigen, die nicht in den Genuss dieses Konzerts kommen konnten. Denn mit The BOXER REBELLION, THE KISSING TRAIL und den EDITORS im Line Up hatte man doch eine prima Mischung gefunden.

Den Anfang machten dann auch pünktlich um 20 Uhr im bis dahin schon gut gefüllten Saal THE BOXER REBELLION aus London. Eine Combo benannt nach dem Boxeraufstand Anfang des letzten Jahrhunderts. Mit gitarrenlastigem Britpop wussten sie auch gleich zu gefallen, was schon einmal ein gelungener Einstieg für die beiden noch folgenden Bands schaffte. Etwa 25 Minuten hatten sie, um das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, was dann am Ende glückte. Mir selbst schien, als wenn doch einige Besucher sich ein etwas längeres Set gewünscht hätten.

Im Anschluss bekamen dann THE KISSAWAY TRAIL aus Odense/ Dänemark die Möglichkeit, ihre Stücke zu präsentieren. Und ich muss sagen, dass sie ein beeindruckendes Set ablieferten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Band erst im Frühling letzten Jahres ihr vor allem in Großbritannien gefeiertes Debütalbum abgeliefert haben. Dennoch hatte es nicht den Anschein, als wenn die Fünfköpfige Band um die beiden Leadsänger Thomas L. Fagerlund und Søren B. Corneliussen erst seit so kurzer Zeit auf den Bühnen präsent wäre. Ich denke, man wird noch mehr Aufsehen erregen können, wenn man die Qualität in der kommenden Zeit bestätigen oder sogar noch erhöhen kann. Vor allem war es schon sehr beeindruckend, mal wieder eine Band zu sehen, die mir zwei Sängern auftritt und darüber hinaus noch 2 Backgroundsänger mitbringt. In jedem Fall eine Formation, die man weiter im Auge bzw. Ohr behalten sollte.

Um halb Zehn war es dann endlich soweit, dass die EDITORS zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren eine Bühne in Hamburg betreten „durften“. Und das in immer größeren Hallen in jeweils ausverkauftem Zustand. Mich selbst würde schon jetzt interessieren, wie viele Besucher sich diese Band ansehen würden, in einer Location, die wenn nicht ausverkauft, dafür aber deutlich größer als das besagte „Übel und Gefährlich“ wäre. Ich bin schon überrascht, wo man in der letzten Zeit so alles über Lieder der EDITORS stolpert. Nicht nur auf Go TV, MTV oder wie auch all die Musiksender heißen. Nein, auch im Hintergrund bei Fußballsendungen und Reportagen hört man im Fernsehen das eine oder andere Stück. Indiz dafür, welche Entwicklung die Musiker in den zurückliegenden 2 Jahren seit dem Debüt bis hin zum heutigen Konzert gemacht haben. Als Opener, wie auf fast jedem EDITORS Konzert gab es mal wieder „Lights“ zu hören. Mein persönliches Lieblingsstück. Mir fällt auch kein anderer Titel ein, der besser hierfür geeignet wäre. Wenn das erste Album doch noch die eine oder andere Parallele zu JOY DIVISION zuließ, ist mit der neuen CD „An End has a Start“ doch eher eine etwas treibendere, popigere Seite der EDITORS zum Vorschein gekommen. Vorbei sind die noch vor zwei Jahren zu bewundernden Auftritte, bei denen Tom Smith auf die Bühne sprang, um ohne einen Ton gespielt zu haben, in punkähnlicher, urschreiartiger Manier erst einmal ins Mikrofon zu brüllen und die Leute herzlich willkommen zu heißen. Gewichen ist dies eher dem häufigen Verteilen von Handküssen ins Publikum. Etwas aufgesetzt wirkt dies schon, wenn es vielleicht auch nicht so verstanden werden soll. Geblieben ist dennoch Toms etwas ungelenke Art, sich auf der Bühne zu bewegen und auf zahlreichem Kisten und Klavieren herumzuturnen. Musikalisch fügen sich die neuen Stücke hervorragend in das ältere Material ein. Schön ist es auch, aufgrund des nun etwas größeren Reservoirs an Song, längere Auftritte erleben zu dürfen. Mit „Banging Heads“ wurde dem Publikum dann auch ein neues, bisher unveröffentlichtes Stück vorgestellt. Was darauf hoffen lässt, dass es in naher Zukunft vielleicht schon einen neuen Longplayer zu hören gibt. Mal abwarten.

Alles in allem war es ein sehr kurzweiliger Abend. Ich bin schon gespannt, welche Entwicklung insbesondere THE KISSAWAY TRAIL und die EDITORS noch nehmen werden.

Setlist EDITORS
Lights
Bones
Bullets
An End Has a Start
The Weight of the World
Blood
Escape the Nest
Banging Heads
All Sparks
When Anger Shows
Spiders
The Racing Rats
Munich
Open Your Arms

You Are Fading
Smokers ouside the Hospital Doors
Fingers in the Factories

Copyright Fotos: Guido Rangnitt

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