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EINE NACHT IM BERGWERK V

Ort: Versuchsstollen Hagerbach - Flums (CH)

Datum: 03.10.2009

VNV NATION – UNHEILIG – COVENANT – EISBRECHER

Die kleine Stadt Flums mitten in den Schweizer Alpen ist Schauplatz für ein außergewöhnliches Live-Spektakel. Völlig unscheinbar wirkt die Kulisse aus grünen Wiesen, kleinen Bauernhäusern und den hohen Bergen auf die ankommenden Besucher. Nur ein Schild am Straßenrand sowie eine frisch gemähte Wiese lassen vermuten, dass hier die Party steigen wird. „Divus Modus“, ein einheimischer Veranstalter, feiert heute Abend sein 10 jähriges Jubiläum und das mitten in einem Berg. Nachdem das Auto sicher auf der bereits erwähnten Wiese platziert worden war, führte ein Weg zu einer großen Tür direkt am Berg. Davor warteten schon einige schwarz gekleidete Gäste auf Einlass. Dann war es endlich soweit: 18:30 Uhr öffnete sich die Pforte und die Meute stürmte in die dunklen Gänge, die mit farbigen Scheinwerfern stimmungsvoll beleuchtet waren. Schon aus der Ferne donnerten Bässe aus den Lautsprechern. Der Besucher musste noch ca. 300m durch die Stollen laufen, bis er sein Ziel erreicht hatte: Die Live-Bühne! Auf dem Weg dorthin finden sich einige kleine Bars, sowie Merchandisingstände und natürlich die heiß begehrten sanitären Anlagen. Wer es jedoch an der Bühne ganz eilig hatte, dem blieben nur ein paar Dixie-Klos. Zugegeben, die Bühne war etwas klein, aber in einem Bergwerksstollen ist eben auch nicht mehr Platz – dafür ist die Kulisse einzigartig und der Sound sollte es auch werden.

Als sich die doch überwiegend deutschen Gäste dann nach und nach vor der Bühne eingefunden hatten, dauerte es auch nicht mehr lange, bis sich EISBRECHER die Ehre gaben und das Event eröffneten. Schrille Gitarrensounds, eine tolle Lichtshow und ein sichtlich gut gelaunter „Checker“ heizten die Menge ordentlich an. EISBRECHER hatten alle bekannten Hits wie „Willkommen im Nichts“, „Vergissmeinnicht“, „Fanatica“ aber auch neuere Sachen im Gepäck. Ihrem Job als Opener wurde die Band mehr als gerecht, schließlich hat man dem hin- und wieder etwas eigenwilligen Schweizer Völkchen ordentlich eingeheizt und Lust auf mehr gemacht. Mit jeder Menge Applaus wurden die Jungs von der Bühne verabschiedet und der nächste Act sehnsüchtig erwartet.

Setlist EISBRECHER
Kann denn Liebe Sünde sein
Angst
Antikörper
Willkommen im Nichts
Herzdieb
Leider
Vergissmeinnicht
Schwarze Witwe
Heilig
This is Deutsch

Fanatica
Miststück

Nun sollte die Electro-Fraktion auch auf ihre Kosten kommen, denn man sah schon während des Umbaus einen beschäftigten Daniel Myer an seinen Keyboards, der COVENANT bei ihren Konzerten auf der Bühne unterstützt. Noch ein paar kleine Umbauten hier – ein paar Soundchecks dort und schon verfinsterte sich erneut die Bühne. COVENANT eröffneten ihre Show gleich mit einem neuen Song aus dem kommenden Album, der jedoch von der breiten Masse nicht wirklich angenommen wurde. Sänger Eskil wirkte starr, man könnte fast meinen android, und schenkte seinen Fans hin und wieder ein leises programmiertes “Beautiful“. Die Masse taute dann bei den Klassikern wie „Bullet“, „Leviathan“ und „Ritual Noise“ auf und auch Eskil wirkte viel energischer. Die 3 Mannen trieben die Stimmung mit „The Men“ auf ihren Höhepunkt, welche mit „We Stand Alone“ und „Dead Stars“ auf hohem Niveau gehalten wurde. Ein absolutes Highlight bot Daniel Myer mit echten Trommeleinlagen bei „The Men“ – die Fans waren allesamt aus dem Häuschen. Die Einlage erinnerte zwar etwas an die „Blue Men Group“, was allerdings vollkommen passend war und der Stimmung nur zu Gute kam. Zwischen den Songs gab es ein paar Licht-Sound-Spielereien. Nach knapp eineinhalb Stunden war dann mit „One World, One Sky“ auch der Auftritt vorbei und es war für die Massen wieder an der Zeit, in Richtung Bar oder Sanitäranlagen zu stürmen.

Nach einer halben Stunde Bühnenumbau kündigten nun zahlreiche Kerzen das nächste Konzert an: UNHEILIG! Mit Applaus und Jubelschreien wurden „Der Graf“ und seine treuen Anhänger empfangen. Diese ließen sich auch nicht lumpen und starteten gleich durch mit Songs wie „Lampenfieber“ und „Spiegelbild“. Durch einen kleinen Steg an der Bühne konnte „Der Graf“ seinen Fans ganz nah sein und er genoss es auch sichtlich. Henning hinter seinen Keyboards, Licky an seiner Gitarre und Potti an den Drums leisteten gewohnt gute Arbeit – der Sound, der durch den vollen Stollen schallte, war ein Erlebnis wert. Gemütlich und sentimental wurde es dann bei „Sei mein Licht“ und einem neuen Song, den „Der Graf“ seiner Mutter widmete. Aber da UNHEILIG ja eher für Rock stehen, ging es auch gleich weiter mit den Klassikern: „Sage Ja!“ und „Freiheit“. Leider war dieses tolle Konzert ebenfalls nach guten eineinhalb Stunden und 2 Zugaben wieder vorbei und ich würde behaupten, dass UNHEILIG bis dahin die beste Show des Abends geliefert hatten. Doch blieb abzuwarten, was uns VNV-Nation noch bieten würden, die sich nach einer weiteren Umbaupause die Ehre geben sollten.

Alle Augen waren auf die Bühne gerichtet. Ein Beamer projizierte eine eher mickrige Slideshow auf die Wand und das Intro der neuen Platte trommelte auf die Gäste ein. Jeder hätte sich bestimmt gewünscht, dass dieses Intro live performt wird, aber man hörte leider nur die Konservenversion. Nach und nach pendelten die Mannen um Ronan auf der Bühne ein, bis dann auch der Meister selbst erschien und energiegeladen den Fans „Honour“ präsentierte. Doch warum wirkte der Frontmann immer mehr verärgert? Es dauerte nicht lang, bis die Frontlichter ausgeschaltet wurden, da sie ihm anscheinend zu heiß waren und die Fotografen den Graben räumen durften. Kaum wollte Mr. Harris etwas sagen, sprangen schon die Samples des nächsten Songs an. Es liefen also ein paar Dinge schief bei dem Auftritt, doch was gar nicht geht, ist, dass der Zuschauer das zu spüren bekommt. Ein sichtlich genervter und wütender Frontmann vermasselte die ganze Freude auf den Auftritt. So lichteten sich auch etwas die Reihen… Es wurden dann natürlich die bekannten Songs dargeboten und Ronan wirbelte wie ein in Kerosin getränkter Flummi über die Bühne. Sorry Jungs, aber der Auftritt war nicht eines Headliners würdig, das haben wir schon wesentlich besser gesehen.

Halb fünf morgens und das Ende des Events war noch nicht zu erahnen, aber wir hatten noch einen langen Heimweg vor uns und somit verließen wir nach ein paar Gesprächen den Berg. Zurückblickend kann man sagen, dass „Eine Nacht im Bergwerk V“ ein wirklich gelungener Abend war, der jedoch durch den Auftritt von VNV ein klein wenig getrübt wurde. Die großartige Location machte das Event dennoch zu einem einzigartigen Erlebnis, denn so viel Atmosphäre bietet keine andere Lokalität. Vielen Dank an „Divus Modus“, die uns den schönen Abend bescherten.

Copyright Fotos: Jeanine Thiele – www.maywork.de

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