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EKTOMORF – DEBAUCHERY – DRONE

Ort: Hamburg - Markthalle

Datum: 19.04.2009

Schon lange war ich nicht mehr in das Vergnügen gekommen, die Thrasher EKTOMORF live zu erleben, da war es höchste Zeit, mal wieder ausgiebig die Matte zu schwingen. Zudem hatte man sich noch die Deutschen Schlachter von DEBAUCHERY und die Wacken Metal Battle Gewinner von 2006 DRONE dazugeholt, einer ausgelassenen Party am Sonntagabend stand also nichts im Weg.

Seit dem 2006er Sieg haben DRONE zwar keinen Senkrechtflug hingelegt, konnten sich aber dennoch in der Metalszene etablieren. Zudem hat man nun auch seinen 2. Longplayer „Juggernaut“ am Start, von dem natürlich auch einige Stücke als Vorgeschmack präsentiert wurden. Da man den Fans bei den unbekannten Songs natürlich etwas aus der Patsche helfen musste, wurde auch gleich mal „Mallorca Animationsspiel“ veranstaltet, bei dem das Publikum auf Ansage der Band also einige Textpassagen im Refrain nachgrölen durfte. Ansonsten ließ Sänger Mutz wie immer zahlreiche Grimassen vom Stapel, seine mitunter prolligen, ergo amüsanten Sprüche hielten sich heute jedoch leider in Grenzen.

DEBAUCHERY werden ja gerne mal als die deutschen SIX FEET UNDER bezeichnet und sind live immer für ein ordentliches Massaker gut. Auch heute hauten die Stuttgarter wieder mächtig auf den Putz und holzten das Marx in Grund und Boden. In den vorderen Reihen wurde gemosht, was das Zeug hält, in den hinteren Reihen waren dagegen so lustige Disziplinen wie „Handy-filmen beim Headbangen“ oder „Huckepack-Headbangen“ zu beobachten. Seitdem ich die Band vor 2 Jahren zum letzten Mal gesehen habe, scheint sich auch das Bandkarussell mächtig gedreht zu haben, von der letzen Besetzung ist nämlich nur noch Bandchef und Grunzer vom Dienst Thomas übrig geblieben. Dem Auftritt schadete dies nix, nur bei der Songsauswahl hätte man sich einen größeren Anteil schnellerer Stücke wünschen können.

Nachdem bisher die Metaller die vorderen Reihen beherrschten, erkämpften sich nun die kurzhaarigen Hardcorefans samt pöbeligem Benehmen die Front. Ob das symptomatisch für EKTOMORF ist, sei mal dahingestellt, doch Fakt ist, dass die Ungarn immer wieder gern für eine ausgelassene Party gut sind. Die meist recht kurzen Songs kommen simpel, aber groovig daher, sodass hier nur wenige Fans stillstanden. Zwar ist Zoltans Masche à la „alle Welt hasst mich“ mittlerweile abgekaut, doch hat man mit „Set Me Free“, „Show Your Fist“ und „Revenge To All“ vom neuen Album genau die richtigen Stimmungsmacher im Gepäck. Ganz ungewohnt holte der Fronter bei „Who Can I Trust“ zudem die Akustikgitarre raus, um sich selbst zu begleiten, doch auch da fehlten natürlich nie die Fäuste in der Luft! So ganz authentisch wütend wollte Zoltan am heutigen Abend jedoch nicht rüberkommen, da er immer wieder wie ein liebestoller Welpe verliebte Blicke in Richtung einer leicht bekleideten Dame am Bühnenrand warf, anstatt sich voll auf seine Rolle als Fronter zu konzentrieren. Das schien aber kaum jemand zu bemerken oder zu stören, denn bei EKTOMORF zählt nur eins und das ist Spaß haben!

Copyright Fotos: Juliane John

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