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ELBRIOT 2014

Ort: Hamburg - Großmarkt

Datum: 16.08.2014

MACHINE HEAD – AMON AMARTH – AIRBOURNE – A DAY TO REMEMBER – LIFE OF AGONY – GRAVEYARD – CALIBAN – AUGUST BURNS RED – WOVENWAR

Mitte August fand die zweite Auflage des Elbriot Festivals in der Hamburger Innenstadt statt – auch dieses Mal überzeugte das Line-up und zog über 10.000 Besucher an. Bereits vor dem
U-Bahnhof Steinstraße und vor dem Haus der Photographie sammelten sich die Metalheads.
Kaum waren kurz nach 12 Uhr die Pforten des Elbriot geöffnet und die erste Hürde durch das Nadelöhr am Eingang gemeistert, öffnete der Himmel seine Schleusen. Es folgte ein langer Marsch im Regen vorbei an eingezäunten Hallen auf der einen und der Elbe auf der anderen Seite. Für all jene, die die Wegstrecke unterschätzten, hatten die Veranstalter Dixi Klos und einen Brezel-Stand aufgestellt. Kaum erreichten die ersten Besucher das Gelände, suchten sie Schutz unter den zahlreichen Bierständen und Fressbuden, während die Security in Regenkleidung vor der Bühne ausharrte. Die Location war klein, überschaubar und zweckmäßig, so ersparte der Steinboden den Besuchern den Matsch. Die Essensstände waren eher „langweilig“ und neben den Festivalklassikern wie Asiapfanne, Hot Dog und Crêpes gab es, ganz norddeutsch, Fischbrötchen im Angebot. Die Besucher griffen jedoch eher zu Hopfen und Malz und die Promillewerte stiegen in kürzester Zeit. Die Folgen wurden sichtbar, denn es gab erstaunlich viele Menschen, die sich durch alkoholbedingten Übermut verletzten. Die Sanitäter hatten zur fortgeschrittener Stunde mehr und mehr zu tun. Für die Security hieß es bereits zu AUGUST BURNS RED: Ran an die Arbeit und die Crowdsurfer auffangen.

Doch zurück zum Anfang. Zu jedem Festival gehören Helga-Rufe, oft leider auch Regen und ein ausgefeiltes Timing. Punkt 13 Uhr eröffneten WOVENWAR das Elbriot und der Regen hörte zeitgleich auf. Die Band setzt sich aus ehemaligen Mitgliedern von AS I LAY DYING zusammen und wird nun durch den Sänger Shane Blay unterstützt. Mit „All Rise“ von ihrem Debütalbum legten sie los und absolvierten an diesem Tag ihren zweiten Auftritt in Europa. Musikalisch kommt WOVENWAR melodiöser daher und die Band lieferte einen gelungen Start in Bezug auf das Festival und ihre Neubesetzung ab. Natürlich durften „The Mason“ und „Tempest“ nicht fehlen und zu dem letzten Song „ Prophets“ wurde fleißig im Takt mitgeklatscht. Ein kurzes Dankeschön an die Fans, schnell die Drumsticks, einige Plektren und die Setlist ins Publikum geworfen und schon ging der Umbau los. Währenddessen mischte sich mehr und mehr die HC-Jugend unter die ersten Reihen. Sogar zwei rosa Hasenkostüme tauchten auf und über der Metalgemeinde schwebte ein Luftballonpferd hinweg, welches vermutlich ein Kind beim Dombesuch verloren hatte.

Um Punkt 13.50 enterten dann AUGUST BURNS RED mit „Internal Cannon“die Bühne und forderten zugleich einen Circle Pit ein. Die Band gönnte dem Publikum keine Verschnaufpause und ließ zu „Composure“, „Fault Line“ und „Back Burner“ ein Drumgewitter und eine Gitarrenwand nach der anderen über das Gelände niederregnen. Währenddessen tobte in der Mitte der Moshpit. Über das gesamte Set purzelten vereinzelt Crowdsurfer in den Graben. Der Sänger entpuppte sich als ein versierter Mikrofonakrobat und die Band heizte die Menge mit ihrem Hardcore gewaltig ein. Es folgten „Provision“ und „Empire“. Mit einem weiteren Circle Pit zu „White Washed“ endete der Gig und wieder wurden Drumsticks und Plektren ins Publikum geworfen und schnell ging der Umbau erneut los.

Nun wurde Deko-Schnickschnack in Form von Gespenstern auf die Bühne getragen und ein Schild mit dem Schriftzug „Welcome To Ghost Empire“ aufgestellt. Spätestens jetzt war auch dem Letzten klar, dass nun CALIBAN an der Reihe waren. Aus Gesundheitsgründen mussten OF MICE & MEN ihren Auftritt kurzfristig absagen und zur Freude der Besucher konnten CALIBAN das Elbriot in ihrem vollen Tourplan noch unterbringen. Los ging die Show mit „King“ vom neuen Album und während die Band „We are the many“ anstimmte, ertönten vor Begeisterung „Lauter“- Rufe aus dem Publikum und einige Crowdsurfer tauchten auf. Zu „Devil’s Night“ wagte Andy den Sprung von der Bühne und gesellte sich mit seinem Mikro ans Publikum. Bei „Memorial“ sagen die Hamburger den Refrain aus vollen Kehlen mit und ließen sich die Stimmung auch nicht vom einsetzendem Regen vermiesen. Andy stimmte kurz „wir scheißen auf den Regen und fangen an zu springen“ an und kurzerhand sprang das Publikum los. Unbeirrt feierten sie bis zum letzen Song „Chaos Creation“weiter.

Die Bühne wurde schnell entrümpelt, das Publikum durchmischte sich erneut und die ältere Fraktion rückte nach vorne, denn mit dem Auftritt der Schweden GRAVEYARD wurde es nun auf und vor der Bühne ruhiger und der Himmel erhellte sich. Die Sonne wärmte, die Regenpfützen trockneten und das Publikum lauschte der interessanten Mischung aus Blues und Rock. Mit „Slow Motion Countdown“ starten die Combo und der Name war Programm, denn hauptsächlich die Haare der Musiker bewegten sich auf der Bühne. Es gab auch keine Crowdsurfer, weder zu „Buying Truth“ noch zu „Uncomfortably Numb“, dennoch musste die Security auf der Hut sein: dieses Mal nicht vor Crowdsurfern , sondern vor den Wassermassen, die der Wind vom Bühnendach herunter wehte. Mit „Goliath“ und einem kopfwippenden Publikum endete der Gig.

16.30 an der Elbe: das Wetter war gut, die Stimmung alkoholgeschwängert und die Running Order immer noch im Zeitplan. 16:35 betraten LIFE OF AGONY die Bühne, Mina Keith Caputo hob ihr T-Shirt und gab damit ihr Statement ab: „Das bin ich“ und los ging der Auftritt von LIFE OF AGONY in der Urbesetzung mit „River Runs Red“. Mina hielt sich eher zurück – Joey Z. und Alan Robert animierten die Menge mit Gesten und Zurufen. Gesanglich hat sich Caputos Stimme etwas verändert, dennoch hat die Band über die Jahre nichts an ihrer Ausstrahlung verloren. Neben „Bad Seed“ durfte „Weeds“ nicht fehlen und im Publikum sah man freudige Gesichter der Fans, die mitsangen. Mit „Underground“ endete der Auftritt von LIFE OF AGONY und man kann gespannt sein, wie es mit der Band weitergehen wird.

Mittlerweile war das Elbriot gut besucht und der Himmel wieder in ein tiefes Grau getaucht. So abwechslungsreich sich der Himmel zeigte, so abwechslungsreich war das Line-up. Vor der Bühne versammelte sich wieder das Jungvolk, um zum Hardcore von A DAY TO REMEMBER abzufeiern. Zu „ All I want“ ging das Crowdsurfer- Inferno los und sogar zu dem ruhigen Stück „End of me“ vom neuen Album „Common Courtesy“ gab es immer noch vereinzelte Crowdsurfer. Als weiteren Track gab es u.a. „ Violence“. Animation wird bei ADTR groß geschrieben, so flogen nicht nur aufblasbare Strandbälle, Klorollen und T-Shirts zum Publikum, sondern auch der charismatische Sänger begab sich zu den Fans. Zum Ende von „Downfall of us all“ warf Joshua seinen Bass im hohen Bogen weg und stand zum finalen Rauchfontänen-Einsatz mit zwei Wasserflaschen bewaffnet da. Natürlich flogen auch hier Drumsticks und Plektren ins Publikum und mit den Worten von Jeremy „Ich liebe Deutschland“ trat die Band ab.

Um 18:55 wurde es Zeit, sich gemeinsam mit AIRBOURNE back to the Roots zu begeben. Die Australier, deren musikalische Vorbilder – unschwer zu erraten – AC/DC sind, eröffneten mit „Ready to rock“ ihr Set. Auf der Bühne gab es Gitarrensoli, entblößte Oberkörper, wallendes Haupthaar und eine Gitarrenchoreographie der Gitarristen. Vor der Bühne sah man Headbanger, Pommesgabeln und Crowdsurfer. Zu „Girls in black“ hatte sich Joel O’Keeffe auf die Schultern eines Crewmitgliedes geschwungen und ließ sich durch das Publikum tragen. Weiter ging es mit „Cheap wine & cheaper women“ und zu „Chewin‘ the fat“ setzte ein leichter Regen ein. Als Norddeutsche ignorierten die Fans den Regen und stimmten AIRBOURNE- Rufe an. „Runnin‘ wild“ war das letzte Stück und die Zugaberufe blieben ungehört, denn der Zeitplan musste eingehalten werden.

Der einsetzende Nieselregen und die untergehende Sonne ließen die Temperaturen sinken und es wurde fröstelich, während man die Umbauarbeiten beobachtete. Riesige Drachenköpfe wurden aufgestellt und mit „Father of the wolf“ begann der Auftritt von AMON AMARTH. Bereits zu „As Loke Falls“ erklomm Johan Hegg einen der rauch-spuckenden Drachenköpfe und die Band schleuderte den Fans ihren Melodic Death Metal um die Ohren. Es folgte der Hit „Guardians of Asgaard“. Feuerfontänen auf der Bühne und Fire-Rufe von Seiten des Publikums gab es zu „Death in fire“. In den ersten Reihen sah man nur noch Headbanger und am Rande der Bühne eine Gruppe, die Twister spielte! Johan schwang passend zu „Twilight of the thunder god“ den Hammer, während Feuerfontänen emporschossen. Crowdsurfer purzelten ohne Unterlass, hielten die Security in Atem und bei „Victorious march“ mutierten diese zu Wasserverteilern für die ersten Reihen. Den letzten Song „ The pursuit of vikings“ nutzen die Fans, um noch einmal tüchtig zu Jumpen und ihre Matten zu schwingen.

Während der letzten Umbauphase wurden MACHINE Fucking HEAD Chöre angestimmt und mit „Imperium“ ging die Show des Headliners los. Gefolgt wurde der Track von „Beautiful Mourning“ und „Locust“. Lauthals Mitsingen war dann zu dem Song „The blood, the sweat, the tears“ angesagt. Im Anschluss gaben MACHINE HEAD mit „Killers & Kings“ einen Vorgeschmack auf das noch unveröffentlichten Album „Bloodstone & Diamonds“. Es folgte eine längere Ansprache von Robert, bei der er über die Bedeutung der Musik im Leben sinnierte. Der Mülltonnensurfer brachte ihn kurz aus seinem Konzept und amüsierte nicht nur die Band, sondern auch das Publikum und die Security. Weiter ging es mit „Darkness within , zu dem das Publikum Oh-Chöre anstimmte und mitklatschte. Nach „Bulldozer“ gab es einen erneuten Circle Pit zu „Davidian“. Bevor MACHINE HEAD den Abend mit „Halo“ ausklingen ließen, stimmte Robert ein Geburtstagslied an (vermutlich für Jared).

Mit leichter Verspätung endete ein gelungenes Elbriot Festival und man kann nur hoffen, dass es keine Anwohner-Beschwerden oder ähnliche Nebegeräusche geben wird, denn es wäre schade, wenn sich dieses Festival in Hamburg nicht etablieren kann. Neben Dom und Dockville wäre es eine schöne Ergänzung für die Hansestadt.

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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