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ELUVEITIE – ARKONA – SKALMÖLD

Ort: Herford - Club X

Datum: 19.11.2014

Vor gut 2,5 Jahren waren ELUVEITIE mit der feinen Paganfest-Tour zu Gast in Herford. Im Rahmen der „Origins“-Tour kehrten sie zurück und hatten dazu mit SKALMÖLD und ARKONA interessante Vorbands im Schlepptau.

Schon eine gute halbe Stunde vor angekündigtem Start betraten die Isländer SKALMÖLD die Bühne. Damit hatten wohl einige Leutchen noch nicht gerechnet, denn vor der Bühne war zu dem Zeitpunkt noch nicht so viel los und als die Band sich und die bisher Anwesenden so richtig warm gespielt hatten, war es schon wieder vorbei. Das führte zu einigen Unmutsäußerungen bei den Gästen, die erst zu 20Uhr in die Halle kamen, erlebten sie doch gerade das Finale einer Truppe, die mit jedem Song mehr die Fans für sich gewann. Zu Beginn wirkten SKALMÖLD mit ihrer zurückhaltend-rauen Art noch etwas distanziert. Als die Nordmannen allerdings merkten, dass sie mit ihren treibenden, direkten Songs, den mehrstimmigen Refrains und den packenden Keyboard-Melodien gut ankamen, ließen sie mehr und mehr richtige Spielfreude durchblicken. Allerdings hätte ich mir im Sound etwas mehr Druck gewünscht, war man doch mit immerhin drei Gitarren angetreten. Dennoch ein guter Auftakt, was auch prompt mit einigem Interesse am Merchandise honoriert wurde.

ARKONA aus Russland sind im Pagan Metal alles andere als eine Unbekannte. So hat Fronterin und Bandchefin Masha ihr Projekt über die Jahre immer wieder weiter nach vorne gepusht und sich damit zu einem der bekanntesten Namen im slawischen Metal-Bereich hochgearbeitet. Dafür sind neben den starken Songs sicherlich auch die engagierten Live-Auftritte verantwortlich. So wirbelte die kleine Russin vom Start an über die Bühne, growlte, poste und sang, dass es eine wahre Freude war. Dabei überzeugte die Fronterin vor allem durch die gekonnten Wechsel von energischen zu cleanen Vocals. Gitarrist Sergei und Basser Ruslan sorgten für den druckvollen Grundrhythmus, und das Flöten bzw. Dudelsackspiel von Sidekick Vladimir brachten die nötigen Melodie und hymnische Tiefe in die Songs. Das alles sorgte auch gleich für gute Stimmung vor der Bühne, wo geschunkelt, gepogt und getanzt wurde. Das animierte dann auch Masha und Gitarrist Sergei zu der ein oder anderen Tanz-Einlage. So hätten die Fans sicher noch mehr dieser kurzweiligen Show vorgesetzt bekommen, aber so langsam wurde es Zeit für den Headliner!

Und der legte gleich so richtig los! So haben die Schweizer auf der aktuellen Tour satte 9 Tracks vom aktuellen Longplayer „Origins“ im Köcher und zu Beginn startete man auch gleich mit Volldampf und Songs wie „King“, „Carry the Torch“ oder „From Darkness“, welche sich live sehr gut mit ältern Krachern wie „Nil“ oder „Thousandfold“ ergänzten! Neben dem 2012 hinzugekommenen Gitarristen Rafael wird die Band mittlerweile von Nicole Ansperger vervollständigt, welche die ausgestiegene Violinistin Meri Tadic ersetzt. Die blonde junge Dame überzeugte vollends sowohl mit ihrem Spiel als auch durch ihre kreisende Mähne. Wo die Herren an den Äxten durch eben fehlende Matten mehr aufs Posen setzen, sorgten dieses Mal auch wieder die Mädels für die fliegenden Haare. Wobei der rotierende Merlin Sutter an den Drums da auch gut mithalten konnte. Wer genau hinschaute, erkannte aber noch ein weiteres neues Gesicht. So hat Päde Kistler während der laufenden Tour die Band verlassen. Es übernahm kurzfristig Matteo Sinsi (KRAMPUS) den Flöten/ Dudelsack-Part für die restlichen Dates und fügte sich auch gleich gut ein! Für die melodische Single „Call of the Mountains“ zeigt sich wieder Drehleier-Spielerin Anna Murphy an den Vocals verantwortlich und gab den Fans gleich die Möglichkeit für eine Version in Schweizerdeutsch zu stimmen, was natürlich prompt angenommen und umgesetzt wurde. So klingt „De Ruef vo de Bärge“ zwar etwas befremdlich, aber verliert dabei nichts von seinen Ohrwurm-Qualitäten. Diese hat auch der Klassiker „Omnos“ in der härteren Version nicht verloren, wobei die harschen Vocals von Fronter Chrig dem ganzen eine gelungene raue Note verleihen. Mit „Quoth the Raven“ und „Kingdom come undone“ ließ man den Blick nochmals auf ältere „Schandtaten“ schweifen und der groovige Hit „Rose for Epona“ sowie das beinharte „Havoc“ beschlossen den kurzweiligen und energiegeladenen Hauptteil! Die mittlerweile recht gut gefüllte Halle ließ sich nicht lange bitten und verlangte nach mehr, den mind. ein Gassenhauer fehlte noch. Doch bevor zu „Inis Mona“ nochmal richtig abgefeiert wurde, feuerten ELUVEITIE noch den Titelsong des „Helvetios“-Albums von der Bühne und sollten damit kaum einen Wunsch offen gelassen haben!

Und wenn doch: Wie Chrig im Interview verriet, wird man bestimmt bis 2016 noch auf den Bühnen dieser Welt unterwegs sein, so dass man sicherlich die Chance bekommen wird, nochmals mit den sympathischen Schweizern abzugehen!

Copyright Fotos: Michael Werneke

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