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ERASURE – ONETWO

Ort: Hamburg - CCH

Datum: 02.10.2007

Light at the End of the World Tour

Am 02.10.07 war es mal wieder soweit – „ERASURE in Hamburg“ stand auf dem Plan. Die letzten Konzerte waren immer ein Erlebnis – nicht zuletzt, da Andy sich immer bemüht, deutsch zu sprechen und sehr witzige Wortkreationen dabei herauskommen.

Aber der Reihe nach – ONETWO waren als Supportact angekündigt. Die Band besteht aus Paul Humphreys (OMD) und Claudia Brücken (PROPAGANDA). Geboten wurde eine Mischung aus Titeln, die im Original von OMD stammen, wie z.B. „Messages“, aber auch eigene Kompositionen wurden gespielt. Mir persönlich war die Musik zu eintönig – bei dieser Besetzung hatte ich wohl zu hohe Erwartungen. Geboten wurde netter Synthiepop, allerdings ohne allzu große Überraschungseffekte bzw. Abwechslung. Das Publikum war offenbar ähnlicher Meinung. Es wurde nach jedem Lied spärlich Applaus gespendet, aber immerhin habe ich keine Buh-Rufe gehört. Der Sound war im CCH auch nicht wirklich gut – ich stand relativ in der Mitte und hatte immer das Gefühl, dass von hinten ein Echo kam. Nach ca. 30 min verließen ONETWO die Bühne und es begann das Warten. Auf der Bühne musste nur noch das Equipment der Vorband abgebaut werden, alles andere war bereits hinter einem Vorhang versteckt.

Gegen 21 Uhr ging das Licht im Saal aus und auf der Bühne an. Los ging’s mit der aktuellen Single „Sunday Girl“. Der Vorhang verbarg am Anfang noch die Stage und man sah nur ein paar Umrisse. Dann fiel der Vorhang und man konnte die für ERASURE-Verhältnisse relativ spärliche Ausstattung betrachten. Im hinteren Teil befand sich eine Art Showtreppe, an deren oberen Ende Andy Bell stand. Links befand sich Vince Clark mit seinem Apple und rechts die 3 Backgroundsängerinnen. Es gab noch 4 Flatscreens, die der visuellen Untermalung einiger Songs dienten und von der Decke hingen einige übergroße Diamanten – welche auch immer wieder auf den Bildschirmen eingesetzt wurden. Das Publikum war noch etwas verhalten, aber schon beim 2. Stück „Blue Savannah“ taute es merklich auf und sang lautstark mit. Andy begrüßte das Publikum in seiner charmanten Art in gebrochenem deutsch. Es folgte mit „Drama“ ein weiteres, etwas älteres Stück, das ebenfalls gut beim Publikum ankam. Zwischen den Titeln gab Andy immer wieder einige Anekdoten zum besten, so entschuldigte er sich z. B dafür., dass sie so spät angefangen hätten, aber er hätte halt unter der Dusche so lang gebraucht. Später gab es noch eine Liebeserklärung an Hamburg und es tat ihm sehr leid, dass er keine Zeit hatte, sich ein bisschen umzusehen. Vince stand während des ganzen Konzertes fast wie versteinert hinter seinem Apple, kam nur bei 2 oder 3 Liedern etwas nach vorn, weil er Gitarre spielen „musste“. Nach „Sucker for love“ war ein Outfitwechsel angesagt, so dass alle von der Bühne verschwanden, es begann ein Instrumentalstück und über die Flatscreens war zu lesen, das die Herren backstage seien und nun rauchen würden… In der Zwischenzeit sollten wir doch die Musik genießen.

Nach einigen Minuten kehrten Vince und Andy in weißen Anzügen wieder zurück. Die Oberbekleidung waren mit Neonfarbe bespritzt, so dass sich bei entsprechender Beleuchtung ein netter Kontrast zu den weißen Anzügen bildete. Die 3 Sängerinnen waren nun in neonfarbene Lackkleider gehüllt und hatte die farblich dazu passenden Perücken auf. Während der neueren Sachen war das Publikum recht verhalten, allerdings ging es bei den älteren dafür umso mit. „Ship of Fools“ kam ebenso gut an wie „Sometimes“. Zwischendurch wickelte sich Andy noch eine „Schafstola“ um dem Hals und führte mit dem Tier gar ein Zwiegespräch als Bauchredner. Außerdem erzählte er dabei, dass es in England üblich sei, dieses Tier mit Minzesoße zu essen – wem es denn schmeckt… Als nächstes folgte „Oh l’amour“, welches wiederum lautstark mitgesungen wurde. Danach stellt Andy noch die drei Sängerinnen und den genialen Vince vor, wobei dieser wieder das obligatorische Küsschen abbekam. Es folgte zum Abschluss das relativ ruhige „Glass Angel“ und schon war der Hauptteil vorbei. Nach einigen Minuten kam ERASURE noch für die einzige Zugabe „Stop“ zurück auf die Bühne. Der Fanclub in den vorderen Reihen hatte die entsprechen Schilder dazu, welche sie beim Refrain immer hoch hielten. Kaum waren die letzten Töne verklungen, waren die Jungs auch schon verschwunden und die letzten Hoffnungen auf eine weitere Zugabe erstarben, als das Saallicht wieder in den Augen blendete.

Alles in allem ein gutes Konzert, wobei mir ein wenig Abwechslung und neue Versionen der alten Titel gefehlt haben – die älteren Songs klangen fast noch original wie zur Veröffentlichungszeit und man hatte den Eindruck, das alles sehr routiniert ablief. Da habe ich schon bessere Konzerte der Briten erlebt.

Setlist Erasure
Sunday Girl
Blue Savannah
Drama
I could fall in love
Fly Away
Breathe
Storm in a Teacop
Chains of love
Breath of Life
Love to hate you
Sucker for Love
Victim
When a lover leaves
Ship of fools
Chorus
Sometimes
A little respect
Oh L’Amour
Glass Angel

Stop

Copyiright Fotos: Susanne Schuchardt

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