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ESSEN DEATHFEST VII

Ort: Essen - Turock

Datum: 27.09.2008

NILE – BEHEMOTH – GRAVE – VOMITORY

Schon lange vorher war klar, dass dieses Billing das Turock rappelvoll machen würde. So wunderte es einen eher weniger, bereits am späten Nachmittag das „Ausverkauft“-Schild an der Tür der Location zu erblicken. Umso verwunderlicher wurde es dann beim obligatorischen Einchecken an der Gästeliste. Diese war natürlich vorher von den zuständigen Stellen bestätigt worden, allerdings fehlte der Terrorverlag dann doch. Wo nun der Bock versteckt lag, konnte nicht geklärt werden… Komisch nur, dass die Lebensgefährtin des Herren Fafnir auf Einladung von GRAVE auf der GL stand, wir offiziell Akkreditierten allerdings nicht, wobei dies noch kurz vorher von den schwedischen Elchtötern bestätigt worden war. So waren einige Gespräche zwischen Band, Terrorverlegern und dem Turock-Verantwortlichen von Nöten, um dann doch Einlass in den rappelvollen Laden gewährt zu bekommen. Dort waren dann allerdings die schwedischen VOMITORY in vollem Gange, so dass also schon locker 3 Bands durch waren, als wir mit unserer Arbeit beginnen konnten.

Und auch von VOMITORY gab’s nur ne kurze Vollbedienung, da die Schweden nur ne gute halbe Stunde Spielzeit hatten. Doch diese nutzten die Nordlichter eindrucksvoll und pusteten den mehr als 600 Death Metal-Fans mächtig die Gehörgänge durch. Ob nun vom neuen Knaller „Terrorize Sodomize Brutalize“ oder ältere Dampframmen aus der nun auch schon 12 Jahre alten Diskographie, hier gab es keine Gnade und das Quartett gab auf dem eingeschränkten Bewegungsspielraum alles. Dies wurde dann auch nach jedem Song mit viel Jubel honoriert und nach dem viel zu kurzen Set wurden schnell „Zugabe“-Rufe laut. Ein starkes Set als perfekte Einstimmung für die legendären GRAVE.
Fafnir

Diese waren mit ihren Tour-Partnern NILE zu diesem Festival gestoßen und dann auch die erste Band, die auf dem „Headliner-Set“ spielen durften. Als dann das Intro erklang und Front-Veteran Ola sich erstmal locker eine Kippe reinzog (Rauchverbot? Who cares?), war es vor der Bühne auch gerammelt voll, was eine Show natürlich sehr direkt macht, allerdings auch Nachteile offenbaren kann, wie sich noch zeigen sollte. Wer schon mit „Into the Grave“ als zweiten Song im Set aufwartet, muss eben ein sehr starkes in Petto haben und das hatten die Schweden an diesem Abend auch ohne Frage. So donnerte mit den Klassikern „Soulless“ oder „You’ll never see“ und dem neuen Killer „Bloodpath“ eine Schweden-Walze nach der nächsten in die gut mitgehende Meute. So umgänglich ein Ola Lindgren auch ist und so routiniert der Schwede seit über 20 Jahren auf der Bühne steht, reizen sollte man auch ihn nicht. Da meinte ein Stagediver zu Beginn der GRAVE-Show doch dummerweise zwischen dem Sänger/ Gitarristen und dessen Mikro durchlatschen zu müssen und dabei tölpelhaft auf die Pedale des Fronters zu trampeln. Da darf man sich nicht wundern, wird man von dem Schwedentod-Veteran unsanft von der Bühne befördert. Immerhin hatte das zur Folge, dass Ola in seiner angepissten Laune die Songs noch inbrünstiger growlte als ohnehin schon. Fett! Zum Ende der Show kam dann allerdings „Nerv Pt. II“, wobei dieses Mal die Technik schuld war. So ertönte zwischen zwei Songs ein derber Stör-Ton aus Olas Anlage und als keine Techniker auftauchten, machte der blonde Fronter seinem Ärger Luft und schiss die hereineilenden Helfer lautstark und vor allen Leuten übers Mikro zusammen. So ein amateurhaftes Verhalten hat eine Band mit diesem Status auch nicht nötig. Trotz oder gerade wegen dieser Schwierigkeiten legten GRAVE allerdings dennoch mit „… and here I die“ und einem starken Auftritt das stärkste Set des Abends hin, auch wenn gegen die folgenden Polen derzeit natürlich kaum anzukommen ist.
Fafnir

Bei den mittlerweile beängstigend perfekten BEHEMOTH platzte der Saal aus allen Nähten, denn den – für die Meisten – eigentlichen Headliner wollte sich natürlich niemand entgehen lassen. OK, die Bühnendeko und -show war logischerweise nicht so extravagant wie noch vor kurzem auf dem PartySan, dennoch aber wie gehabt voll durchgestylt und einstudiert. Was dann etwas zu routiniert wirkt bisweilen, allerdings durch die schiere instrumentale Machtdemonstration der Polen weggeblasen wird. Unglaublich, wie tight und sauber eine extreme Death/ Black Metal Band doch klingen kann… da sollten sich andere Rumpel-Horden mal gehörig was von abschauen! Aber das war dem feierwütigen Mob eh egal, so daß der gut 45-minütige Gig erneut einem wahren Triumphzug gleich kam. Fronter Nergal ist zu einer DER Ikonen im Extrembereich gewachsen und hat die Meute jederzeit im Griff. Doch ohne Schlagzeuger Inferno, der selbiges entfachte, wäre die Band nicht komplett. Wie gewohnt völlig unfaßbar, was der Typ da an seinem Kit fabriziert! Wer zur Hölle ist Pete Sandoval??? In Sachen Geschwindigkeit mit Präzision gepaart derzeit das Maß aller Dinge der Mr.Inferno! Das Hauptaugenmerk der Setlist lag natürlich auf dem aktuellen Vernichtungsschlag „The Apostasy“. Schädelspalter wie „At the Left Hand of God“ suchen ihresgleichen und degradieren 98% ähnlich gelagerter Musikanten zu Statisten! Viel Platz für ältere Schmankerl aus der langen Diskografie blieb leider nicht, aber ein „Demigod“ reicht BEHEMOTH auch am heutigen Abend vollkommen aus, um ihre Vormachtstellung zu zementieren. Höllisch geiler Gig!
MOSES

Da konnten die nachfolgenden NILE nur gegen abstinken, zumal deren Material einfach nach einer gewissen Dauer anstrengend wird. Daher war die Hütte auch nicht mehr ganz so brechend voll wie zuvor, dennoch aber immerhin noch sehr gut gefüllt. Die vielen Intros vor den Songs sind zwar schön atmosphärisch, unterbrechen den Konzertfluß aber doch immer wieder zu arg, was der Stimmung abtrüglich ist. Aber das kennt man ja von den Ägyptologen nicht anders. Auch hier wird technisch wie gewohnt auf höchstem Niveau gemeuchelt. Ebenfalls mit Hauptaugenmerk auf dem immer noch aktuellen Album „Ithyphallic“. Der Titletrack oder „As He Creates so He Destroys“ sorgen schon für ordentlich fliegende Matten, aber „Lashed to the Slavestick“ oder „Cast Down the Heretic“ von ihrem geilsten Werk „Annihilation of the Wicked“(2005) kommen am Besten. Frühwerke wie „Black Seeds of Vengeance“ oder „Ramses Bringer of War“ dürfen natürlich nicht fehlen. Die Menge ist aber eindeutig schon etwas Müde vom Stundenlangen Getrümmer und 7 Bands sind definitiv mal wieder zu viel (trotz des dafür sehr moderaten Eintrittskurses)! NILE räumen nochmal amtlich ab, auch wenn man an BEHEMOTH beileibe nicht herankam. Klasse Event in leider viel zu kleiner Location.
MOSES

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