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F.A.Q.

Ort: Aarau - Jugendhaus

Datum: 08.11.2008

Was für ein Jahr – F.A.Q. als Support-Act der UNHEILIG Tour (Frühjahr und Herbst), in Athen Headliner des Hyperbeat-Festivals und sogar mit dem Projekt F.A.Q. vs. RUBBERDOLL die Staaten erobert… Nun war es am 8.11.08 soweit, dass letzte F.A.Q.–Konzert für dieses Jahr sollte im Heimatland der sympathischen Schweizer in Aarau stattfinden. Nach einigen Überlegungen entschloss ich mich, mit meiner Freundin, zu diesem Konzert zu fahren. Aarau ist die Kantonshauptstadt von Aargau, liegt an der Aare, hat knapp 16.000 Einwohner und eine wundervolle kleine Altstadt. Soviel zu den touristischen Attraktionen.

Das Konzert fand im Rahmen einer Spellbound-Party im Jugendhaus von Aarau statt. Das Jugendhaus war schnell gefunden und als wir gegen 19:30 am Club ankamen, konnten wir noch den letzten Tönen des Soundchecks lauschen. Vor dem Konzert hatten wir noch die Chance, ein bisschen mit den Jungs zu plaudern und das vergangene Jahr und die Tour Revue passieren zu lassen. Und es sollte eine kleine Überraschung am Abend geben, aber dazu später mehr und es wurden auch ein paar mehr Überraschungen… Natürlich musste ich schnell noch die Frage klären, wann denn nun das neue Album zu erwarten ist, aber mehr als „Ein gutes Werk braucht halt ein bisschen Zeit“ war Phil Noirjean, dem charismatischem Frontmann, leider nicht zu entlocken. Also heißt es – warten. Gegen 23:00 Uhr startet das Intro und mit Thomas Daverio (KARTAGON) erschien die erste Überraschung des Abends auf der Bühne. F.A.Q. traten somit in ihrer ursprünglichen Besetzung auf, welche es so eigentlich seit letztem Jahr nicht mehr gibt. Auf der Tour mit UNHEILIG wurden sie während des ersten Teils im Frühjahr von Thierry Pache (Songwriter und Leadgitarrist der Schweizer Indie Band PREDOMINANT LUNATICS) am Keyboard unterstützt und während des 2.Teils übernahm Henning Verlage (UNHEILIG) diesen Job.

Im Club waren ca. 200 Leute und mit dem Intro füllte sich langsam der Bereich vor Bühne, auch wenn ein „Sicherheitsabstand“ gelassen wurde. Los ging es mit „Dear Boss“ sowie „Absinthe & Laudanum“, beides Songs des „irgendwann“ erscheinenden Albums Whitechapel, gefolgt von „Sunday Afternoon“ – ein Titel aus CARPE DIEM Zeiten. Das Publikum war während der ersten Stücke sehr verhalten, wenngleich Phil auf der Bühne wirklich alles gegeben hat. Ich habe mir sagen lassen, wenn ein Schweizer mit dem Fuß wippt, ist das schon sehr viel Anerkennung… Mit „Grapes“ wurde dann mein momentaner Favorit gespielt – der Song hat einfach Ohrwurmcharakter und man kann gut dazu tanzen. Weiter ging es mit Liedern des Albums „Is Pornography Art“ und bei „Birth of the 20th Century“ folgte die nächste Überraschung: Thierry Pache wurde zur Unterstützung an der Gitarre auf die Bühne geholt. Phil suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum und verließ auch die Bühne, um die Leute zu „unterwandern“. „Ten Bells“ wurde mit einem sehr schönen Akustik-Intro eingeläutet und bei „One trip one noise“ unternahm Phil den nächsten Versuch, das Auditorium zum Mitsingen zu animieren, was auch gelang. Langsam taute man auf und bei „The world is cold enough“ wurde der Refrain auch laut mitgesungen. Nach einer kurzen Verschnaufpause erschienen Phil, Pille und Thomas wieder auf der Bühne und spielten „Never again“, welches bisher selten den Weg auf die Setliste gefunden hat und auch nicht eingeplant war. Als letzter Song folgte nun eine Coverversion bzw. ein Remix des APOPTYGMA BERZERK Originals „Tuning in to the frequency of your soul“.

Aber F.A.Q. hatten wohl trotz des zurückhaltenden Publikums ihren Spaß, so dass man sich noch zu einer 3. Verlängerung hinreißen ließ und nun aber weder ein F.A.Q. noch ein CARPE DIEM Titel folgte – Thomas verließ seinen Platz hinter dem Keyboard und übernahm das Mikrophon. Pille tauschte seine Gitarre mit dem Keyboard und Phil übernahm das 2. Mikro und kündigte mit „L’Enfer“ einen Song von Thomas erster Band PANIC ON THE TITANIC aus dem Jahr 1994 an. Ich muss sagen – schon allein dafür hat sich der Weg gelohnt, da ich denke, solch eine Darbietung wird es wohl nicht mehr geben. Dem Publikum schien es ebenfalls zu gefallen, denn als die letzten Töne verhallt waren, wollte es noch weitere Zugaben, aber „L’Enfer“ war leider wirklich der Rausschmeißer.

Alles in allem ein gelungener Abend, auch wenn das Publikum sehr lange brauchte, um den Bemühungen der Band Tribut zu zollen. Aber auch bei der nachfolgenden Party war die Tanzfläche nur mäßig gefüllt und gegen 2 Uhr leerte sich der Club merklich, also scheint die Aussage zu stimmen, dass die Schweizer sich eigentlich eher weniger bewegen. Wir haben dennoch einen unvergesslichen Abend erlebt und dafür haben sich alle Strapazen gelohnt.

Setlist
Intro/ Dear Boss
Absinthe & Laudanum
Sunday Afternoon
Leather Apron
We come in pieces
Grapes
Bucks row
Learning to fly
Birth of the 20th century
Ten bells
On trip one noise
The world is cold enough

Never again
Tuning in to the frequency

L’Enfer

Copyright Fotos: Susanne Schuchardt

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