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F.A.Q.

Ort: Zürich - X-tra

Datum: 20.05.2009

Am 20.05.2009 war es endlich soweit – F.A.Q. hat zum Releasekonzert ihrer lang angekündigten CD „Whitechapel“ gerufen. Im Rahmen der bekannten More than Mode-Party, welche mittwochs im X-tra Club zu Zürich stattfindet, stellten die Eidgenossen ihr neues Album vor. Also hieß es – Hotel buchen (welches praktischerweise gleich an den Club angeschlossen ist), Koffer packen und auf nach Zürich. Immerhin mussten wir 3 Jahre auf das Werk warten und damit war das Event Grund genug, sich das Ganze live anzuhören. Abends trafen wir die Band bereits im Restaurant-Bereich des Hotels und hatten ein bisschen Zeit zum Smalltalk. Die Erleichterung über die Fertigstellung des Albums konnte man allen Beteiligten im Raum anmerken. Alle waren glücklich und stolz auf Geleistete.

Als F.A.Q. gegen 23 Uhr die Bühne betraten, war der Club zu ca. 75% gefüllt, wobei die erste Reihe mehr oder weniger aus deutschen Fans bestand, die den etwas weiteren Weg gern auf sich genommen hatten. Als erster betrat Thomas Daverio die Bühne und nahm seinen Platz hinter dem Keyboard ein, um kurz darauf von Pille mit seiner Gitarre unterstützt zu werden und als letzter erschien Phil im schwarzen Frack. Auch fand sich mal wieder ein Live-Drummer mit auf der Bühne. Selbige war ein wenig im Stil des London um 1800 gehalten, um das Konzept des Albums („Jack the Ripper“) zu untermalen. Zwei alte Straßenlaternen säumten den Rand und im Hintergrund war noch ein Zeitungsausschnitt zu sehen, auf dem sich auch wieder ein Hinweis auf den berüchtigten Killer finden ließ. Die Bühne wirkte sehr düster und man fühlte sich schon ein wenig in die Vergangenheit versetzt. Los ging es dann musikalisch mit „Dear Boss“, gefolgt von „Absinthe & Laudanum“ und „Leather Apron“, alle drei Songs sind sehr kraftvolle neue Stücke, wobei „Absinthe & Laudanum“ für mich den größten Ohrwurmcharakter besitzt. Mit „Sunday Afternoon“ folgte ein älteres Stück, welches noch aus der Zeit stammt, als F.A.Q. noch Carpe Diem hießen und bei dem Phil, wie auch bei einigen anderen Songs, selbst zum Bass griff. Die Stimmung im Publikum war gut, auch wenn sich hinter der ersten Reihe nicht viel tat, aber trotzdem wurde zwischen den Titeln immer wieder ordentlich Beifall gespendet und gejubelt. Die Schweizer sind halt ein wenig zurückhaltender. Als nächstes kamen wieder neue Tracks wie z.B. „Miller’s Court“, welches meiner Meinung nach nicht unbedingt für die Live-Beschallung geeignet ist, so dass man diesen Song wohl eher selten live hören wird, aber er gehörte ins komplette Konzept. Beim nächsten Titel („Grapes“ – mein persönlicher Favorit), der seit der letzen Tour noch ein wenig verändert wurde, sieht das schon wieder ganz anders aus. Der Refrain ist sehr melodisch und bleibt definitiv einige Zeit im Kopf. Auch konnten hier die Fans ihre stimmlichen Qualitäten unter Beweis stellen, da sich das Lied sehr gut zum mitsingen eignet. Phil suchte immer wieder die Nähe zum Publikum und verteilte auch die eine oder andere Gratis-CD.

Weiter ging es mit Songs des neuen Albums, und zu „Birth of the 20th century“ sowie „Ten Bells“ erschien Terry Pache, welcher schon bei dem 2.Teil der UNHEILIG-Tour mit auf der Bühne stand, als Unterstützung an der Gitarre. Bei „Again“ – eine Coverversion des ARCHIVE Originals – erschien Corinne mit einer e-Violine auf der Bühne und auch bei „Never Again“ wurden F.A.Q. von Corinne begleitet. Es folgte „One Trip One Noise“, bei dem wiederum das Publikum mit einbezogen wurde, und nach „The world is cold enough“ war das offizielle Set auch schon vorbei. Allerdings war die Stimmung bei Publikum und Band so gut, dass man sich nicht lange bitten ließ, für drei Zugaben auf die Bühne zurück zukommen. Allerdings gab es auch hier eine kleine Überraschung – das Intro zu „Learning to fly“ wurde durch ein Didgeridoo begleitet – man mag kaum glauben, dass ein so traditionelles Instrument sich so gut in die elektronische Musik einfügen kann. Es folgten noch „We come in Pieces“ und „Tuning in to the frequency of your soul“, eigentlich ein Titel von APOPTYGMA BERZERK, von dem FAQ einen guten Remix angefertigt haben und welcher auch seit längerer Zeit live gespielt wird. Nach gut 1.5 Stunden war ein erstaunlich langes Konzert von FAQ schon wieder vorbei. Alles in allem eine sehr gute Show, wobei das Hauptaugenmerk auf Phil Noirjean liegt, der sehr den Kontakt zum Publikum sucht und jeden Song mit seinem Mimik und Gestik entsprechend unterstützt. Ich kann nur immer wieder sagen – es lohnt sich immer, ein Konzert von F.A.Q. zu besuchen.

Setlist
Intro
Dear boss
Absinthe & laudanum
Leather apron
Sunday afternoon
Miller’s court
Grapes
Buck’s row
Birth of the 20th century
Ten bells
Again
Never again
One trip one noise
The world is cold enough

Interlude
Learning to fly
We come in pieces
Tuning in to the frequency…

Copyright Fotos: Susanne Schuchardt

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