Konzert Filter

FIDDLER’S GREEN – KELLNER

Ort: Hamburg - Fabrik

Datum: 20.02.2009

Es ist mal wieder allerschlimmstes Nieselwetter mit tief hängenden, dicken, grauen Wolken, da passt es doch bestens, dass FIDDLER’S GREEN sich für den heutigen Abend in der Fabrik angekündigt haben. Gute Laune dürfte also vorprogrammiert sein und auch das Publikum hatte sich zahlreich eingefunden, da stand also einem erfolgreichen, Spaß beladenen Konzertabend nichts im Weg.

Wohl aus Rücksicht auf die abzusehenden Anstrengungen der Fans während des Hauptprogramms hatte man sich den eher seichteren Solokünstler KELLNER inklusive Band als Support mit ins Boot geholt, der jedoch mit Charme überzeugen konnte. Musikalisch wohl am ehesten als Pop zu bezeichnen, lieferten die Bayern so unterhaltsame Späßchen wie Popsongs über Werwölfe oder Zombies, wobei auch das Publikum als erster „Zombiechor Deutschlands“ miteinbezogen wurde und ein paar grunzende Zombielaute mit dazugehöriger, schlabbernder Armbewegung auf Befehl von sich geben durfte. Auch 2 Balladen hatte der wohlbeleibte Mann mit der rauchigen Stimme im Gepäck, die doch gleich mal sehr nach Marke CREED oder BUSH klangen, aber nicht minder schlecht ankamen. Rundum war der Gig eine erfreulich nette Angelegenheit!

Seit einem Monat waren FIDDLER’S GREEN nun schon auf Tour und noch immer war keine Müdigkeit zu verspüren. Ganz nach dem Motto des aktuellen Albums „Sports Day at Killaloe“ war die Bühne stellenweise mit Kunstrasen verziert, neben dem Schlagzeug standen Eckfahnen und so kamen die 6 Herren auch wie eine Fußballmannschaft auf die Bühne gelaufen, bevor es an die Instrumente ging. Wie zu erwarten herrschte ab der ersten Sekunde reger Bewegungsdrang in der Menge, bei dem gute Laune Irish Folk Ska/ Punk/ Folk konnte man auch nicht mehr stillstehen. Ebenso viel (Spiel-)Freude herrschte auf der Bühne, da kann man sich wirklich freuen, wie manche Bands noch eine echte Bühnenpräsenz zu Tage bringen und gleichzeitig absolut sympathisch und bodenständig rüberkommen. Doch eine energiegeladene Show war nicht genug, auch die Fans wurden miteingebunden, so wurden 2 Damen als Tänzerinnen auf die eigens dafür vorgesehenen Podeste neben dem Schlagzeug geholt oder auch ein Anhänger zum Bierholen rekrutiert. Besagter Fan namens Nils hatte nun aber das Problem, dass die Fabrik lang, schmal und brechend voll war. Also wurde er kurzerhand per Crowdsurfen Richtung Bar geschickt, nur kam er leider ohne Bier wieder, das muss er wohl in der ganzen Aufregung vergessen haben. Hilft alles nix, also wurde er noch mal losgeschickt inklusive improvisatorischer Untermalung der Band und beim 2. Anlauf klappte es nun auch wirklich (auch wenn aufgrund des wackligen Transports sicher die Hälfte Verschütt ging). Prost!

Nach einem schon recht langen regulären Set von über 90 min wurden FIDDLER’S GREEN natürlich nicht ohne Zugabe gehen gelassen, während derer Sänger Albi auf Solopfaden wanderte und ein eigenes, recht ruhiges Stück von seinem Album „Off the Hook“ darbot. Doch auch 4 weitere Songs der grünen Fiedler waren den gutgelaunten Fans nicht genug, noch ein weiteres Mal wurden die Herren zurück auf die Bühne gefordert, sodass erst nach geschlagenen 2 Stunden wirklich Schluss war. Und selbst danach stand die Band kurze Zeit später wieder am Merchstand für Autogramme bereit, so viel Fanliebe muss wirklich belohnt werden!

Copyright Fotos: Juliane John

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu FIDDLER’S GREEN auf terrorverlag.com

Mehr zu KELLNER auf terrorverlag.com