Konzert Filter

FILIA IRATA

Ort: Bielefeld - Sparrenburg

Datum: 24.07.2004

Wie jedes Jahr lockt im Hochsommer das Sparrenburgfest die Bielefelder und ihre Anverwandten auf das Wahrzeichen der Stadt, um für ein paar Stunden dem hektischen Treiben der Stadt zu entfliehen. Wobei es auf der Burg kaum ruhiger zugeht, denn hat man erst mal den Wegezoll entrichtet, schieben sich wahre Menschenmassen durch die engen Burgwege, die vorbeiführen an wohlfeilen Händlern, mittelalterlichen Fress-Ständen und ebensolchen Kunstschaffenden. Zwar ist die Mittelaltermasche mittlerweile recht kommerziell geworden und entspricht wohl nur in einem sehr verklärten Maße den historischen Begebenheiten (wo gab es anno dazumal schon Toilettenwagen?), dennoch macht es immer wieder Spaß der modernen Realität zu entfliehen. Und mit uns taten dies unbescholtene „normale“ Bürger genauso wie Metaller und Gothics, die sich stolz in den entsprechenden „Kostümen“ präsentierten. Selten findet man so viele unterschiedliche Stile vereint mit einer gemeinsamen Absicht: Met saufen bis zum Abwinken! O.k., das ist nicht die ganze Wahrheit, zumindest die weiblichen Wesen lassen sich auch gerne von fliegenden Händlern in Sachen Schmuck und Kleidern beraten. Das Wetter war den Menschen äußerst wohlgesonnen, 25 Grad, Sonne und ein leichtes Lüftchen luden zum Verweilen auf der großen Wiese ein. Am Ende dieser Ruhestätte befand sich traditioneller Weise eine Bühne, auf der Gaukler und Spielleute im Stundentakt für Unterhaltung sorgten.

Dieses mal waren es FILIA IRATA aus dem Rheinland, die vor kurzem eine neue CD mit dem frivolen Titel „Tilten und Pier“ unters Volk geschmissen haben. Das besondere an dieser Formation: Alle 4 Spielleute gehören dem weiblichen Geschlecht an und können blasen, was das Zeug hält (natürlich den Dudelsack!). Jutta, Cornelia, Kira und Gala sind zum Teil schon seit den 80ern aktiv und man merkte ihnen ihre Erfahrung an, ebenso wie ihre Lebenslust, die sich in ihren Gesichtern niederschlägt. So spielten sie denn drei mal am Tag ihre zum großen Teil überlieferten Weisen mit Schalmeien, Flöten, Dudelsack und perkussiven Instrumenten, wobei man die zum guten Ton gehörenden Ansagen nicht vernachlässigte. Bedingt durch die Art der Darbietung waren leider die Klänge auf den hinteren Rängen nicht mehr so vernehmbar, aber für eine gemütliche Hintergrundbeschallung reichte es locker aus. Vielleicht kann man mit den männlichen „Profis“ wie CORVUS CORAX nicht ganz mithalten, Enthusiasmus und die Spielfertigkeit stimmen jedenfalls. Wer sich näher mit der Musik FILIA IRATAs beschäftigen möchte, kann dies mit ihren CDs tun, die im Curzweyhl-Verlag erhältlich sind.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu FILIA IRATA auf terrorverlag.com