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FIRE & SUN FESTIVAL 2015

Ort: Leipzig - Schlosspark Knauthain

Datum: 20.06.2015

Ein Open Air-Konzert im Schlosspark kurz vor der Sommersonnenwende. Tolle Idee. Als sich dann tagsüber die Temperaturen eher dem Winter genähert hatten und der Himmel Regengüsse mit Hagel zur Erde sendete, klang das zwischendurch gar nicht mehr so lustig. Doch Petrus… oder vielleicht eher Thor meinte es gut mit dem Fire & Sun Festival. Denn kurz bevor sich das Schlosstor öffnete, brach der Himmel auf, zeitweise kam sogar die Sonne raus, und vor allem blieb es den ganzen Abend über trocken. 150 Besucher hatten sich im Park eingefunden. Einige hartgesottene Fans waren sogar aus Belgien angereist. Mit gut 10 Kilometern Fahrt in den Süden Leipzigs hatten sogar wir verwöhnte „Einheimische“ einen etwas „längeren“ Weg hinter uns.

Kurz nach 20 Uhr ging es dann mit BLOOD & SUN los. Normalerweise besteht die Neofolk-Formation aus fünf Herren. Doch den weiten Weg aus Minneapolis hatte nur Sänger und Gitarrist Luke Tromiczak auf sich genommen. Die umfangreiche Instrumentierung des Albums wich somit einer spartanischen aber sehr gelungenen neofolkloristischen Lagerfeuer-Stimmung. Das erkannte auch der Schlossherr und entzündete höchstpersönlich die Feuerstellen auf der Wiese. Anders als bei den vorherigen Veranstaltungen im Schlosspark rückte die Neofolk-Gemeinde eng zusammen an den Bühnenrand, oder besser gesagt an das Camouflage Konzert-Zelt. Man mag‘s halt doch kuschelig. Dazu die angenehme Stimme von Tromiczak und sein Gitarrenspiel. Wer würde da vermuten, dass der bis zur Gründung von BLOOD & SUN 2011 noch Mitglied der Black Metal-Formation MALEDICERE war. Ein sehr gelungener Konzertauftakt an diesem Abend und eine schöne Einstimmung auf das Folgende. Bleibt zu hoffen, dass BLOOD & SUN nach ihrem 2014er Debüt „White Storms Fall“ nicht lange mit weiteren Veröffentlichungen auf sich warten lassen. Mit diesem Auftritt war übrigens auch die Europa-Tour beendet.

Nach einer kleinen Umbaupause fingen dann NEAVUS bei einsetzender Dämmerung an zu spielen. Mit Sänger und Gitarrist Lloyd James, Hunter Barr an den Drums und Ben McLees am Bass war das Trio aus London komplett. Und aus dem kleinen offenen Zelt schallte die bekannte und bewährte Mischung aus Neofolk und Post Punk (mal als Symbiose, dann wieder separat) druckvoll den Zuschauern entgegen. In den 17 Jahren ihres Bestehens und den sieben Alben hat sich einiges an Hits angesammelt und die wurden weitestgehend auch präsentiert. Immer wieder ein Genuss, und so verflogen die 80 Minuten Spielzeit wie im Fluge.

Inzwischen war es richtig dunkel geworden. Und umrahmt von großen Bäumen rückte quasi die DARKWOOD-Zeit an. Das Zelt, in kaltem Blau ausgeleuchtet, verwandelte sich mit viel Nebel und Stroboskopflackern in einen brodelnden Kugelblitz, aus dessen Mitte schließlich Henryk Vogel in martialischen Posen mit „Rancourt“ den Auftritt eröffnete. Nach und nach konnte man auch den Schlagzeuger und den Keyboarder entdecken. Bei einigen Stücken komplettierte noch eine Violinistin das Line-Up. Was folgte, war Hit an Hit, ruhige aber auch martialischere Neofolkstücke vom Feinsten. Davon hat die Formation aus Dresden ja auch zur Genüge. Hymnen für die Ewigkeit wie „Der Falken Flug“, „Verlorenes Herr“ und natürlich passend zum Abend „Deutsche Sonnenwend“ oder „Lied am Feuer“ durften nicht fehlen. Da wundert es nicht, dass das halbe Publikum textsicher die Band unterstützte. Dazu filigranes Gitarrenspiel, kampfeslustige Trommeln und herzergreifende Geigenklänge… einfach nur wunderbar. Der Auftritt hat mal wieder gezeigt, dass kaum etwas oder jemand an DARKWOOD heranreicht.

Ein großartiges Event mit tollen Live-Darbietungen und vielen Freunden aus nah und fern neigte sich viel zu früh dem Ende. Ein Hoch an alle Beteiligten für diesen unvergesslichen Abend. Und selbst für die ganz weit Gereisten dürfte sich jeder Fahrtkilometer gelohnt haben. Fire & Sun 2016: Wir erwarten dich mit Freude.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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