Konzert Filter

FOO FIGHTERS – CHERRI BOMB

Ort: Köln - Lanxess Arena

Datum: 24.08.2011

Eine der wohl momentan besten Rockbands dieses Planeten kehrte am vergangenen Dienstag endlich wieder nach Deutschland zurück und spielte in der Lanxess-Arena eines der wenigen Konzerte abgesehen von Festivals. Bereits Ende März hatte die Band exklusiv vor einer von 1Live auserkorenen Schar von 600 Fans im Kölner Gloria ihr im April erschienenes Album „Wasting light“ vorgestellt. Hunderttausende hatten sich damals um die Karten beworben und nun in der doch etwas größeren Location eine neue Chance bekommen, die Band um Dave Grohl live zu erleben. Doch selbst die Kölner Arena konnte dem Ansturm auf die begehrten Karten nicht standhalten und so war auch dieses Konzert bereits seit Wochen restlos ausverkauft. Verzweifelt versuchten nicht wenige, direkt vor der Lanxess Arena noch eines der begehrten Tickets vor Ort zu bekommen, die meisten hatten dabei kein Glück. Die Fans mit Ticket saßen derweil vor der Halle in der Sonne und genossen noch das ein oder andere Kaltgetränk, um sich so auf die folgende Show der Supergroup vorzubereiten.

Dementsprechend bot die Arena gegen 20 Uhr auch noch jede Menge Platz sowohl auf den Rängen als auch im Innenraum, denn die angekündigte Vorband CHERRI BOMB ist hierzulande noch eher unbekannt und konnte daher nicht alle Zuschauer bei dem Wetter, das diesen Sommer in Deutschland so selten war, in die dunkle Arena locken. CHERRI BOMB selbst bestachen dann auch eher durch ihr Aussehen als durch ihre Musik. Mit einem knapp 40-minütigen Set bekamen die 4 Mädels aus Los Angeles für ein Konzert dieser Größenordnung eine relativ lange Spielzeit, um sich und ihre Songs zu präsentieren. Optisch präsentierten sie sich bewusst abwechslungsreich, so war für jeden Männergeschmack etwas dabei: Die rothaarige Schlagzeugerin etwa, die nur im BH und mit beschriebenem Oberkörper wild hinter ihrem Drumset agierte, die eher brav und ordentlich wirkende Gitarristin, die eher dunkel anmutende Sängerin oder auch die wild rockende Bassistin mit bunten Dreadlocks, die es während des Auftritt sogar frech wagte, mehrfach Dave Grohls heiligen Steg zu betreten. Musikalisch war das Ganze dann leider nicht mehr ganz so abwechslungsreich, geboten wurde einigermaßen „normale“ Rockmusik, die auf keinen Fall schlecht, aber auch weit weg davon war, neuartig, inspiriert oder wirklich mitreißend zu sein. Dennoch bemühten sich CHERRI BOMB redlich und konnte das Publikum langsam warm machen. Sie bekamen am Ende ihres Sets verdienten und ehrlich gemeinten ordentlichen Applaus und machten ihre Sache als Opener daher ganz gut.

Dennoch war an diesem Abend natürlich jeder nur wegen der FOO FIGHTERS gekommen und so war die Lanxess Arena dann um 21 Uhr auch komplett bis auf den letzten Platz bis in die hinterste Ecke und bis hoch zum letzten obersten Rang gefüllt und eine knisternde Spannung lag in der Luft. Und während sich über ganz Deutschland an diesem Tag heftige Unwetter und Gewitter entluden, ging in Köln um Punkt 21.15 Uhr das Licht aus, die FOO FIGHTERS kamen auf die Bühne und hier entlud sich ein knallendes Riffgewitter, als die Band mit „Bridge burning“ und „Rope“ gleich zu Beginn das Gaspedal komplett durchtrat und von Anfang an richtig Dampf machte. Im Publikum brachen sofort Jubelstürme los und die Band wurde von Anfang an frenetisch gefeiert. Schnell wurde klar, warum die FOO FIGHTERS zur Zeit als einer der besten und größten Rockbands gehandelt werden. Unnötigen Schnickschnack suchte man auf der schlichten Bühne umsonst, es gab einen schlichten schwarzen Hintergrund, eine zugegebenermaßen ordentliche Light-Show, aber ansonsten lediglich 6 kleine LED-Leinwand-Elemente, die von der Bühnendecke herabgelassen werden konnten. Ansonsten waren da nur Dave Grohl und seine 5 Mitstreiter, die aber so viel Energie und Spaß ausstrahlten, dass sie damit locker die 16.000 enthusiastisch feiernden Fans nach Belieben lenken konnten. Das machte sich gleich nach „My hero“ bei der Ansage Dave Grohls bemerkbar, als dieser fragte, was man denn so erwarte und ob man mit 2 Stunden Rockmusik zufrieden sei. Da die Antwort ein eher mäßiger Applaus war, hakte Dave nach. Wolle man etwa mehr als 2 Stunden? Tosender Jubel als eindeutige Antwort und so machte die Band direkt weiter und gab mit „Learn to fly“ direkt Gelegenheit lauthals mitzusingen. Laut mitgesungen hatte beim nun folgenden Song „White limo“ auch ursprünglich Lemmy Kilmister, doch anders als beim diesjährigen Konzert in der Berliner Wuhlheide wo der MOTÖRHEAD-Frontmann als Überraschungsgast auf die Bühne kam, musste das Kölner Publikum heute auf diesen verzichten und konnte ihn nur in den auf den LEDs laufenden Ausschnitten des Videos betrachten.

Während des gesamten Auftrittes läuft sich Dave Grohl die Sohlen auf seinem Steg wund, der durch die Längsseite der Arena bis ins hintere Drittel führt und ihn (für die Verhältnisse einer solch riesigen Halle auf jeden Fall) ganz nah bei allen Fans sein lässt. Doch die FOO FIGHTERS bestehen natürlich nicht nur aus dem charismatischen Frontmann und so stellte dieser in der Folge auf witzige Art die gesamte Band vor, ließ all seine Mitstreiter ein kurz gehaltenes Solo spielen und nur beim Bassisten Nate Mendel fragte er mehrfach beim Publikum nach, ob man denn wirklich ein Bass-Solo hören wolle. „Nobody needs a fucking bass solo“. Perfekt war dann der Übergang von der Vorstellung des Drummers Taylor Hawkins, der gleich das nächste Lied „Cold day in the sun“ singen durfte. So spielten sich die FOO FIGHTERS routiniert aber nie zu routiniert durch ein Set, das kaum einen Wunsch offen ließ. Alte wie neue Songs wurden gleichermaßen gewürdigt und Hits haben die FOO FIGHTERS mittlerweile en masse, so dass jeder Song lauthals mitgesungen und beklatscht wurde. Die Interaktion mit dem Publikum war ebenso hervorragend wie das Zusammenspiel der Bandmitglieder untereinander, bei dem man fast vom blinden Verständnis sprechen konnte, was sich unter anderem in einem Gitarren-Battle zwischen Dave Grohl und Chris Shiflett zeigte.

Nach nicht ganz 2 Stunden und einem weiteren Hit „All my life“ verließen dann die Herren die Bühne. Natürlich wollten sich die Fans damit nicht zufrieden geben und nach langanhaltendem, tosenden Applaus schallten zunächst laute Zugabenrufe und dann „FOO“-Rufe durch die Lanxess-Arena. Während manche Band sich unnötig lange bitte lässt, hatten die FIGHTERS etwas Besonderes vorbereitet und so zeigten die LED-Einheiten auf einmal Dave Grohl und Taylor Hawkins im Backstage-Bereich beim Rumalbern. Und wieder Interaktion mit dem Publikum, die selbst über die aufgezeichneten Einspielungen perfekt klappte, denn wenn Dave Grohl seine Hand ans Ohr legte, wurde schlagartig der Applaus doppelt so laut. Nach wenigen Minuten kehrte dieser dann aber alleine und mit Akustikgitarre zurück auf die Bühne, ging über den Steg in die Mitte der Halle und spielte eine grandiose Gänsehaut-Version des Song „Wheels“ und danach „Times like these“.

Nach wie versprochen mehr als 2 Stunden beendeten dann die FOO FIGHTERS einen grandiosen Rockabend mit dem MOSE ALLISON Cover „Young man blues“, bevor dann nach dem Überhit „Everlong“ endgültig Schluss war. Beschweren konnte sich an diesem Abend in der Tat lediglich diejenigen, die keine Karte mehr ergattern konnten, allen anderen bescherte die Band einen unvergesslichen Konzertabend.

Setlist FOO FIGHTERS
Bridge burning
Rope
The pretender
My hero
Learn to fly
White limo
Arlandria
Breakout
Cold day in the sun
Long road to ruin
Stacked actors
Walk
Generator
Monkey Wrench
Let it day
These days
Skin and bones
Best of you
All my life

Wheels
Times like these
Young man blues (Mose Allison cover)
Everlong

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu CHERRI BOMB auf terrorverlag.com

Mehr zu FOO FIGHTERS auf terrorverlag.com