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FORCED TO MODE

Ort: Hamburg - Markthalle

Datum: 11.06.2016

Die Osnabrücker Terrorverlag-Zelle weilte an diesem schönen Samstag in der nicht weniger schönen Hansestadt Hamburg und wenn man schon mal in einer Weltstadt mit unzähligen Konzert-Locations ist, darf ja auch ein Blick in den Veranstaltungskalender nicht fehlen. Wir entschieden uns gegen UDO LINDENBERG und für DEPECHE MODE, wobei uns letzteres nicht 100%ig gelang. Es gab zwar die Musik der Altmeister des Synthie-Pops auf die Ohren, vorgetragen jedoch von drei Berlinern, die als FORCED TO MODE unterwegs sind und sich für ihren Auftritt in der Nähe des Hauptbahnhofes für ein DM-Set entschieden hatten, das sich an der Original-Setlist vom 1984er Konzert in der Alsterdorfer Sporthalle orientierte. Das waren noch Zeiten, als DEPECHE MODE vor 7.000 Menschen spielten… 1981 standen die Engländer sogar mal auf der Bühne der Markthalle – heilige Bretter also für Matthias Kahra (Gitarre), Thomas Schernikau (Keys) und Sänger Christian Schottstädt.

Bevor diese ins Rampenlicht traten, überließen sie die Stage jedoch zunächst Christina Sprenger mit ihrem Electronic-Dark-Pop-Projekt XPLAIN. Auf dem Zettel hatte die Dame Electronic Dark Pop, den es im Übrigen zum letzten Mal unter der Überschrift XPLAIN zu hören gab. Frau Sprenger ist auf dem Weg zu neuen Ufern und gab deshalb in ihrer Heimatstadt ihren Abschied – zumindest was das Thema XPLAIN angeht – Musik machen will sie weiter. Das Thema „Ufer“ ist in diesem Zusammenhang auch gleich mal mein Stichwort, denn wir konnten uns ob des großartigen Wetters nicht vom Elbstrand trennen und kamen deshalb zu spät, um beim Support zugegen sein zu können, weshalb wir die Aufmerksamkeit an dieser Stelle direkt auf FORCED TO MODE lenken.

Diese enterten die Bühne schließlich kurz vor 22.00 Uhr und eröffneten den Abend mit „Something To Do“ vom 1984er Album „Some Great Reward“, was bei den rund 250 Zuschauern bestens ankam. Richtig ausgelassen wurde die Stimmung dann mit dem ersten Smasher „Shake The Disease“, wobei man sagen kann, dass der bewegungsfreudige Fronter und seine Kollegen die Meute insgesamt gut im Griff hatten. Der Dreier war zum zweiten Mal an Elbe und Alster, schien jedoch bereits über eine gewisse Fanbase zu verfügen, die der Beobachtung nach teilweise auch von weiter weg kam. So wurde „People Are People“ natürlich kräftig mitgeklatscht und wenn man die Augen zumachte, konnte man tatsächlich beinahe glauben, dass Dave Gahan am Mikro stand. Von dessen Bühnenpräsenz war Herr Schottstädt zwar weit entfernt, aber die Stimme wusste zu überzeugen. Das kann ich in Bezug auf den Kollegen Schernikau leider nicht sagen, denn seine etwas blutleere Vocal-Performance zu„Pipeline“ („Construction Time Again“ von 1983) konnte mich nicht so recht vom Hocker reißen. Im Folgenden sang wieder der barfüßige Lockenkopf, der schließlich „Lie To Me“ einem besonders weit gereisten Gast verehrte, bevor zu „Blasphemous Rumours“ Nebelschwaden über die Stage waberten und „Master And Servant“ mit Schmackes übernahm. Der nächste Kracher war „Everything Counts“, der zeitgleich nach etwa 70 Minuten das Ende des regulären Sets besiegelte.

Die Jungs hatten natürlich noch etwas vorbereitet und so durfte unter Lichtgewittern zu „A Question of Time“ getanzt werden und auch „Personal Jesus“ (erfolgreich u.a. von MARYLIN MANSON und JOHNNY CASH gecovert und 1989 auf „Violator“ veröffentlicht) ging direkt ins Bein und wurde lauthals mitgesungen, was auch für das absolut zeitlose „Enjoy The Silence“ vom gleichen Silberling galt. Nach einem weiteren kurzen Break startete der gemeinsame Gymnastikblock, der mit „Never Let Me Down Again“ („Music For The Masses“ – 1987) kollektives Arme schwenken vorsah. Und wer hätte sich diesem Hit entziehen können und wollen? Also wurde noch mal auf und vor der Bühne alles gegeben, ehe „Flexible“ den Abend nach etwa 110 Minuten beschloss.

Zumindest, was den Live-Vortrag anging, denn es stand ja noch die „RETURN-OF-THE LIVING-DEAD-Party mit entsprechender Konservenkost an. Ich persönlich hätte mir von FORCED TO MODE zwar einen stärkeren Fokus auf die „Gassenhauer“ aus dem Hause DEPECHE MODE gewünscht, aber zweifellos hat das Trio sein Publikum zu unterhalten gewusst und bei der Vielzahl großartiger Songs aus der Hitschmiede Gore/ Gahan/ Fletcher ist es sicher gar nicht so einfach, die perfekte und allumfassende Songauswahl zusammenzubasteln, die nicht die gängige Konzertdauer sprengt.

Setlist
Intro
Something To Do
Two Minute Warning
If You Want
Shake The Disease
People Are People
Boys Say Go!
Pipeline
Ice Machine
Lie To Me
Blasphemous Rumours
Master And Servant
Told You So
Photographic
Everything Counts

A Question of Time
Personal Jesus
Enjoy The Silence

The Sun And The Rainfall
Never Let Me Down Again
Flexible

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