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FREI.WILD – BRDIGUNG

Ort: Osnabrück – Halle Gartlage

Datum: 17.03.2012

Die Südtiroler Deutschrock-Band FREI.WILD eilt derzeit von einem Erfolg zum nächsten. Nachdem den vier Musikern um Sänger Philipp Burger vor kurzem die Goldene Schallplatte für ihr 2010er Album „Gegengift“ verliehen wurde und auch die DVD „Händemeer“ im November 2011 in die TopTen der Charts einstieg, spielten sie noch zwischen Weihnachten und Neujahr vier Deutschland-Konzerte vor bis zu 12.000 Zuschauern. In der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle waren dabei auch prominente Gastmusiker anwesend: neben Alexx von EISBRECHER und Doro Pesch war mit Ex-ONKELZ-Gitarrist Matthias „Gonzo“ Röhr sogar ein Idol von FREI.WILD dort zugegen. Aktuell befand sich die „Band mit dem Geweih“ auf ihrer „Allein nach vorn“-Clubtour, wobei man sagen muss, dass es sich bei den fünf Locations eher um kleinere Konzerthallen, als um Clubs handelt. So fanden in der natürlich ausverkauften Halle Gartlage in Osnabrück, in der FREI.WILD bereits 2009 auftraten, an diesem Abend ca. 3000 Zuschauer Platz, wodurch der Event fast schon ein wenig überfüllt wirkte.

Sowohl die Tribünen an den Seiten als auch der Innenraum waren prallgefüllt, als wir die Halle um kurz nach 20 Uhr erreichten und die Vorband BRDigung soeben mit ihrem Auftritt begonnen hatte. Bei BRDigung handelt es sich um vier Musiker aus Kempen (NRW), die eher unter ihren Spitznamen Julez (Gesang), Jonzen (Gitarre), Tobsen (Bass) und Da Prinz (Schlagzeug) bekannt sind. Die Band besteht bereits seit 2003 und war zu Beginn ihrer Karriere im Punkbereich anzusiedeln, was auch ihren Bandnamen erklären dürfte. In den letzten Jahren entwickelten sich BRDigung aber in Richtung Deutschrock und sind seit 2011 auch beim FREI.WILD-Label Rookies & Kings unter Vertrag. Textlich werden inzwischen sowohl Sozialkritik genauso wie Geschichten aus dem eigenen Leben oder aber auch einfach positive Stimmung verbreitet. Ältere Songs wie „Kein Kompromiss“ wechselten sich mit Songs vom parallel zur Tour erscheinenden dritten Album „Zwischen Engeln & Teufeln“ ab, von dem z.B. „Der Vorhang fällt“ oder die aktuelle Single-Auskopplung, das pathetische „Feuer & Eis“, kredenzt wurde. Härtere Gitarrenriffs paaren sich hier mit eingängigen Melodien und einigen Hardcoreparts, eine Mischung, die im Publikum schon ziemlich gut ankam und gerade im vorderen Bereich des Auditoriums den einen oder anderen Pogo lostreten konnte. Die Jungs zeigten vollen Einsatz auf der Bühne, wenn auch der Gesang von Julez ein wenig blass blieb, und wurden nach einem ca. 35minütigen Set mit Applaus verabschiedet.

Nun folgte eine doch recht lange Umbaupause bis 21:15 Uhr, in der sich die Fans jedoch mit dem ONKELZ-Klassiker „Mexico“ weiter warmsangen. Zum Ende der Pause wurde noch die neue Hymne des FREI.WILD-Supporters Club (FWSC), „Unser Herz schlägt für FREI.WILD“, gespielt, in der Band und FWSC selbst gefeiert werden. Eine ganz interessante Idee, wenngleich der Text teilweise etwas schlicht wirkte. Schließlich öffnete sich dann endlich der Vorhang und es erklang das Intro zum 2010er-Album „Gegengift“. Mit einem lauten Knall und ersten Pyro-Effekten begann mit „Hoch hinaus“ die Show der Südtiroler, nach dem mit „Frei.Wild“ direkt der nächste Pathos-beladene Song dargeboten wurde. So wurde dem Publikum unmittelbar eingeheizt, fast im kompletten Innenraum setzte dementsprechend Pogo ein. Auf der Bühne war der Schriftzug „Allein nach vorn“ und darüber das FREI.WILD-Geweih abgebildet, an den Seiten waren Würfel zu sehen. Fronter Philipp begrüßte das Publikum und zeigte sich direkt begeistert von dessen Mitgehen. Bei „Sie hat dir ´nen Arschtritt gegeben“ verstärkte sich der Pogo sogar noch und es wurde lauthals mitgesungen, vor allem natürlich beim „ooohooohooohooo“. Anlässlich des Mottosongs „Allein nach vorn“ erläuterte Philipp, dass es vor dem Konzert seitens der Antifa eine Demo bzw. Flugblattverteilung gegen FREI.WILD gegeben hätte und machte den witzigen Vorschlag, dass sich beim nächsten Mal die Fans zusammen mit Band dann der Demo anschließen sollten. Danach war erst mal Zeit für eine Ballade. Zu „Mehr als 1000 Worte“ sollten alle Fans mit ihren Feuerzeugen oder Handys ein Lichtermeer erzeugen, was aber eher ein wenig an UNHEILIG erinnerte. Im Anschluss setzte die Combo wieder mehr auf Pyrotechnik, die übrigens deutlich mehr als noch bei früheren Konzerten zum Einsatz kam. Nach der Ode an die Heimat („Südtirol“) folgte mit „Wir sagen Danke für all die ganzen Jahre“ ein Dankeschön der Band an die Fans für deren langjährige Unterstützung. Dieser ist einer von mehreren Songs, die zusätzlich auf der Jubiläumsedition von „Gegengift“ enthalten waren, und wurde mit einem großen Konfettiregen beendet. Mit „Die Zeit vergeht“ gab es zwischendurch die nächste Ballade, so dass das Publikum mal wieder ein wenig durchschnaufen konnte. Kurz darauf machte Philipp vor „Das Land der Vollidioten“ wieder einmal deutlich, dass die Mitglieder von FREI.WILD sehr heimatverbunden sind, aber gleichzeitig jede Form von Extremismus ablehnen und er sich auch keine Extremisten auf FREI.WILD Konzerten wünsche. Durch das Publikum wurde er dabei mit „Nazis raus“ Rufen unterstützt. Feuchtfröhlich wurde sodann mit „Das Beste für die Besten“ das 2011 kreierte bandeigene „Frei.Bier“ (welches allerdings nicht umsonst ist) besungen, mit dem übertriebener Alkoholkonsum aber keineswegs verherrlicht werden soll. Bei „Feuer, Wasser, Erde, Luft“, dem letzten Stück des regulären Sets, legte das Publikum nochmal einen Zahn zu und feierte die nun schon seit einigen Jahren höchst professionell agierende Band ordentlich ab. Nach lauten „Zugabe“-Rufen konnten abschließend noch zwei sehr rockige Nummern die Fans begeistern, ehe um 23:00 Uhr Zapfenstreich war. Die Zuschauer waren sichtlich zufrieden, deckten sich teilweise noch mit Merchandise ein oder tranken noch das ein oder andere Bier. Im Spätsommer wird dann das neue FREI.WILD Album „Feinde deiner Feinde“ erscheinen und eine große Herbsttour steht auch schon in den Starlöchern. Bis dahin!

Setlist FREI.WILD
Intro
Hoch hinaus
Frei.Wild
Niemand
Sie hat dir ´nen Arschtritt gegeben
Allein nach vorn
Mehr als 1000 Worte
Südtirol
Wir sagen Danke für all die ganzen Jahre
Die Welt brennt
Weil du mich nur verarscht hast
Unser Wille, unser Weg
Irgendwer steht dir zur Seite
Die Zeit vergeht
Land der Vollidioten
Das Beste für die Besten
Wahre Werte
Feuer, Wasser, Erde, Luft

Halt deine Schnauze
Sieger stehen da auf, wo Verlierer liegen bleiben

Copyright Fotos: Can Genc

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