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FRICTION FEST 2015

Ort: Köln – Essigfabrik

Datum: 17.10.2015

KATATONIA – PRIMORDIAL – HERETOIR – MANTAR – TODTGELICHTER

Das Friction Fest fand nach fünfjähriger Pause endlich wieder statt – und diesmal sogar mit zwei Events. Am 16.10.2015 ging es in Berlin zur Sache, tags drauf in der Essigfabrik in Köln. Mit an Bord waren in beiden Locations KATATONIA, PRIMORDIAL, MANTAR, TODTGELICHTER und ŁINIE sowie LANTLÔS exklusiv in Berlin, HERETOIR dafür in Köln. Headliner KATATONIA gaben mit diesen beiden Shows zugleich ihre einzigen beiden Deutschlandauftritte in diesem Jahr. Als wir es endlich nach Köln geschafft hatten, waren leider ŁINIE schon Geschichte und TODTGELICHTER mitten im Set – trotzdem noch Zeit genug, sich einen Eindruck zu verschaffen und die Band abzulichten. Im lila-blauen Licht wirkten die komplett in weiß gehaltenen Outfits der Musiker als interessanter Kontrast zur sonst doch sehr dunklen Halle, was dem Auftritt einen ungewöhnlichen Touch verlieh. Musikalisch präsentierte das Quintett Avantgardistischen (Black) Metal, der durch Frontfrau Marta irgendwie erfrischend anders wirkte. Leider war die Spielzeit begrenzt und so mussten TODTGELICHTER bereits nach einer guten halben Stunde wieder die Bühne räumen.

Der Umbau ging zügig voran, denn MANTAR bestehen nur aus zwei Musikern, die aber locker Alarm für 4 machen können. Schlagzeuger Erinc und Gitarrist Hanno bilden das Duo, das seit 2012 die Szene aufmischt und dieses Jahr unter anderem auf dem Party.San auftreten durfte. Musikalisch geht es bei den Jungs eher getragen zur Sache, als Sludge Metal bezeichnen die Metal Archives ihre Stilrichtung. Persönlich kann ich mich nicht so wirklich damit anfreunden, aber die Zuschauer, die bei TODTGELICHTER noch mit gebührendem Abstand vor der Bühne zugeschaut haben, stehen nun dicht gedrängt vor den Brettern, um sich den Auftritt nicht entgehen zu lassen. Eines muss man den Jungs aber definitiv lassen – energiegeladen ist die Musik allemal! Zum Abschluss verkünden die Herren noch, dass sie leider nicht wirklich lange in Köln verweilen könnten, weil noch ein anderer Auftritt anstünde und man sich verplant habe – das sorgt für Gelächter bei den Fans und macht die Herren definitiv sympathisch.

HERETOIR waren dann musikalisch schon deutlich mehr mein Ding! Ebenfalls avantgardistischer Black Metal mit tragenden Melodien gepaart mit Geschredder und jeder Menge Groove. Frontmann Eklatanz hat auch einfach eine Bühnenpräsenz, die wirklich heraus sticht. Als Gast hatten HERETOIR Torsten von AGRYPNIE mitgebracht, der bei einem Song ebenfalls seinen Gesang beisteuerte. Eine knappe dreiviertel Stunde gaben sich die Herrschaften die Ehre und erfreuten das Publikum sichtlich mit Ihrer Darbietung, bevor es von Deutschland nach Irland ging.

PRIMORDIAL durfte ich dieses Jahr schon einige Male live erleben und ich bin immer wieder beeindruckt von dieser Band. Die Herrschaften sind zum einen höchst professionell und lassen sich auch von Problemen zu Beginn mit dem Funkmikrofon von Sänger Alan nicht aus der Ruhe bringen, auf der anderen Seite sind sie immer nah am Publikum. Eine Eigenschaft, die man bei anderen Bands mit steigendem Bekanntheitsgrad leider hin und wieder vermisst. Und so starten die Iren mit dem großartigen „Where Greater Men Have Fallen“ in den Abend und bringen die Halle in kürzester Zeit zum Beben. Auch Songs wie „Gods to the Godless“ oder der letzte Titel des Sets – „Empire Falls“ – sind Hymnen, die man nur abfeiern kann. Am Ende stellt sich definitiv die Frage – können KATATONIA das überhaupt noch toppen?

Setlist PRIMORDIAL
Where Greater Men Have Fallen
Gods to the Godless
Babel’s Tower
No Grave Deep Enough
As Rome Burns
Wield Lightning to Split the Sun
The Coffin Ships
Empire Falls

Meiner Meinung nach ein ganz klares JA an dieser Stelle. Die Umbaupause vor dem Auftritt der Schweden war erstaunlich kurz und ging auch ohne großen Line-Check über die Bühne. Einstöpseln und los schien hier Programm zu sein. Danach folgte über eine Stunde Gänsehaut pur. Mit „Buildings“ vom letzten Studioalbum „Dead End Kings“ starteten die Herrschaften in den Abend, gefolgt von „Increase“ von „The Great Cold Distance“. Ein wahrhaft fulminanter Auftakt. Und wirklich nachgelassen haben KATATONIA auch das gesamte Set über nicht – ein grandioser Song nach dem nächsten wurde den Fans geboten. Krönender Abschluss waren dann noch einmal die letzten drei Stücke, denn mit „My Twin“, „Lethean“ und schließlich „July“ gaben sie noch einmal alles.

In Summe lässt sich feststellen, dass das Friction Fest in Köln durchaus eine starke Veranstaltung war. Die Halle war gut gefüllt, der Sound ebenfalls bei allen Bands akzeptabel bis sehr gut – lediglich das Thema Essen viel negativ auf. Einmal die Essigfabrik betreten gab nur noch ein endgültiges „raus“. Leider gab es nur abgepackte Sandwiches zu essen – das kann man definitiv besser regeln. Den örtlichen Pizza-Dienst dürfte es allerdings gefreut haben – der lieferte fleißig eine Ladung nach der nächsten ab.

Setlist KATATONIA
Buildings
Increase
Forsaker
Dead Letters
Day and Then the Shade
Leaders
Cold Ways
Teargas
Evidence
The Longest Year
Ghost of the Sun
The Racing Heart
Soil’s Song
Criminals
My Twin
Lethean
July

Copyright Fotos: Oliver Janka

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