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FU MANCHU – BLOODNSTUFF

Ort: Osnabrück – Rosenhof

Datum: 28.09.2014

Vor viereinhalb Jahren haben sie noch die Kleine Freiheit auseinander genommen, jetzt gaben sich Scott Hill (Gitarre & Gesang), Brad Davis (Bass), Bob Balch (Gitarre) und Drummer Scott Reeder abermals die Ehre, Osnabrück zu besuchen. Heuer gastierten FU MANCHU allerdings im deutlich größeren Rosenhof, was den zahlreichen Gästen Gelegenheit gab, sich etwas mehr zu verausgaben – zumindest in den vorderen Reihen, in denen sich das Jungvolk tummelte, während auf den hinteren Rängen die Fans der ersten Stunde die energiegeladene Show mit einem wissenden Kopfnicken begleiteten.

Bis es so weit war, wurde dem überwiegend männlichen Auditorium jedoch zunächst einmal von BLOODNSTUFF eingeheizt. Das Duo Ed Holmberg (Gitarre und Gesang) und Dylan Gouert (Drums) ist aus Minneapolis über den Großen Teich gekommen und begleitet FU MANCHU auf der Europa-Tour mit erdigem Post-Rock, der seit 2011 in dieser Konstellation auf dem Programm steht. Eine selbstbetitelte Langrille nennen die Herren ebenfalls ihr eigen und von Stillstand oder Gemächlichkeit hält das Duo schon mal gar nichts, wie der halbstündige Vortrag im ehemaligen Kino am Rosenplatz überzeugend unterstrich. „Give Me A Call“ legte direkt mit ordentlich Schmackes los und in diesem Sinne ging es auch durchgängig weiter. Pausen wurden – wenn überhaupt – nur kurz gemacht, oft gingen die Songs auch nahtlos ineinander über und eine kurze Begrüßung des Publikums musste da auch schon mal reichen. Wie es schien, hat Ed bei den Zweien das Sagen, denn als es darum ging, welcher Track als nächstes gespielt werden sollte, wurde Dylan „One Day Roses“ zugeraunt und noch schnell ein „weil ich das jetzt so will“ hinterher geschoben. In jedem Fall ging diese Nummer mit viel Drive in Bein und Ohr und auch das scheppernde „Bloodnstuff“ ließ sich ebenso wenig lumpen wie „Newest“, mit dem die Herrschaften im treibenden Highspeed auf die Zielgerade zurasten. Auch wenn die Jungs nur zu zweit waren, rappelte es bei ihnen ganz gehörig im Karton. Ein guter Einstieg, trotzdem die Anwesenden wie üblich einen deutlichen Sicherheitsabstand zur Stage hielten.

Setlist BLOODNSTUFF (ohne Gewähr)
Give Me A Call
Off Beat Hat
Fire Out At Sea
Titans
Butter Knife
Hot Fugde Mon
One Day Roses
Bloodnstuff
Newest

Den gaben die Fans für den Hauptact des Abends allerdings ziemlich schnell auf. Während der Umbaupause wurden rasch die besten Plätze am Bühnenrand verteilt und dann konnten die Stoner-Altvorderen aus dem sonnigen Kalifornien auch alsbald loslegen. „Eatin’ Dust“ vom gleichnamigen Silberling aus 1999 ließ definitiv nichts anbrennen und auch das nachfolgende „Hell On Wheels“ vom „King of The Road“-Album aus dem gleichen Jahr krachte ungebremst aus den Boxen. Auch nach einem guten Vierteljahrhundert sind FU MANCHU alles andere als altersmilde, wie „Invaders On My Back“ vom aktuellen Longplayer „Gigantoid“ zu unterstreichen wusste. Wie so häufig waren es aber auch an diesem lauschigen Sonntagabend die Evergreens, die besonderen Anklang fanden. Etwa „The Falcon Has Landed“ (1996 auf „In Search of…“ erschienen) – ein heftiger Grummler, der mit Begeisterung aufgenommen wurde. Dem schloss sich mit „Boogie Van“ ein weiterer alter Bekannter an, ehe „Dimension Shifter“ frische Kost“ im High-Energy-Level servierte. Ein wenig verquer kamen da die flirrenden Hooks von „Laserbl’ast“ („The Action Is Go“ – 1997) daher, bevor mit „Mongoose“ wieder eine volle Breitseite abgeschossen wurde. Zwischendrin suchte insbesondere Mr. Hill (übrigens das einzige verbliebende Gründungsmitglied) immer wieder die Nähe seiner Fans, wenn denn nicht gerade ausgiebig das Haupthaar geschüttelt wurde, das mit Ausnahme des mehr oder weniger kahlköpfigen Brad auch bei allen Beteiligten von recht üppigem Wuchs war. Entsprechend konnten auch zum straighten „Anxiety Reducer“ die Mähnen im Ventilatoren-Wind wehen, während die temporeichen Fuzzy-Langäxte bei „Evil Eye“ zu Tumulten im Saal (will sagen Tanzeinlagen seitens der Zuschauerschaft) führten. „Push Button Magic“ kann im kommenden Jahr mitsamt der Platte „Daredevil“ Zwanzigjähriges feiern, ist jedoch weit davon entfernt, alt und eingestaubt zu klingen, was ebenso für brandaktuelles Material wie „Triplanetary“ galt. Das finale „King of The Road“ wurde schließlich noch einmal zu einer schweißtreibenden Angelegenheit auf und vor der Stage, ehe sich das Quartett nach genau einer Stunde eine ganz kurze Auszeit nahm, um mit „Saturn III“ einen gelungenen Abschluss des hochenergetischen Stoner-Rundumschlags abzuliefern.

Zum alten Eisen gehören FU MANCHU ganz gewiss noch nicht und mit einem Blick ins Publikum ließ sich zudem feststellen, dass die Amis, die seit 1987 im Geschäft sind, ganz offensichtlich die Generationen verbinden. In diesem Sinne ging das Wochenende mal nicht mit einem ruhigen Tatort, sondern mit einem staubtrockenen Paukenschlag zu Ende.

Setlist FU MANCHU
Eatin‘ Dust
Hell On Wheels
Invaders On My Back
The Falcon Has Landed
Boogie Van
Dimension Shifter
Laserbl’ast
Mongoose
Anxiety Reducer
Evil Eye
Push Button Magic
Triplanetary
King of The Road

Saturn III

Copyright Fotos: Ulrike Meyer-Potthoff

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