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GENTLEMAN – JAHCOUSTIX

Ort: Osnabrück - Hyde Park

Datum: 06.05.2011

Passend zum besten Sommerwetter fand an diesem Freitag im Osnabrücker Hyde Park das Heimspiel von GENTLEMAN im Rahmen seiner Diversity-Live-Tour statt. War genau eine Woche vorher seine neue Live DVD/ CD „Diversity live“ erschienen, so konnte man sich an diesem Tage noch einmal persönlich einen Eindruck von seinen Live-Qualitäten machen. Und das ist auf jeden Fall besser als auf dem heimischen Sofa. Dachten sich auch hunderte Fans und füllten den Hyde Park fast bis auf den letzten Platz.

Zunächst kam jedoch überpünktlich kurz vor 21 Uhr JAHCOUSTIX auf die Bühne, um mit Akustik-Gitarre bewaffnet das Publikum mit genau 5 Songs in Reggae-Laune zu bringen und für den Auftritt von GENTLEMAN vorzubereiten. Das gelang ihm gewohnt gut und anders als breit grinsend habe ich JAHCOUSTIX eh noch nie erlebt. Seine guten Vibes übertrugen sich im Nu auf das Publikum und so konnte er großen Applaus einheimsen und das Publikum direkt zum Mitsingen bei „Another place“ animieren. Auch ein in Arabisch intonierter Song kam ebenso gut an wie ein jazziges Trompetensolo mit dem Mund bei einem anderen Lied. JAHCOUSTIX verabschiedete sich dann mit dem BOB MARLEY Cover „Caution“ und bedankte sich bei GENTLEMAN für die gemeinsame Tour und die Möglichkeit, auch in Osnabrück supporten zu dürfen.

Ohne lange Wartezeit ging’s dann auch direkt weiter – THE EVOLUTION betraten die Bühne und eröffneten ein 2-stündiges Konzert der Extraklasse. Als GENTLEMAN nach dem Intro zu „Distant away“ auf die Bühne kam, wurde er von großem Jubel empfangen und erwähnte nur kurz und nebenbei, dass Osnabrück sein Geburtsort sei. Dies sollte aber im Laufe des weiteren Konzertes keine Rolle mehr spielen und ist vielleicht ja auch nicht die größte Referenz des weltweit bekannten Reggae-Stars. Bei „Different places“ unterbrach GENTLEMAN dann plötzlich mit lautem „pull up“ den Song, stieg zum Publikum in den Graben und fragte einen kleinen Jungen nach Namen und Alter. Dann lobte er den 12-jährigen Elias und fand die Textsicherheit unglaublich! Der Kleine strahlte von einem Ohr zum anderen und GENTLEMAN sang das Stück erneut an. Überhaupt zeigte sich der Herr an diesem Abend besonders mitreißend und gut gelaunt. Nach der langen Tour wirkte er immer noch enorm frisch und vermittelte Spielfreude anstatt langweilige Routine (nicht selbstverständlich). Er entschuldigte sich zwar, dass er durch seinen Bänderriss noch gehandicapt sei und nicht so wild rumspringen könne, aber dies Handicap konnte man beim besten Willen höchstens erahnen. Doch GENTLEMAN stellte sich nicht nur selbst in den Vordergrund, oft genug dankte er seiner Band THE EVOLUTION und ließ seine Lebensgefährtin den Song „Fast forward“ und die andere Background-Sängerin im späteren Verlauf „Africa is calling“ singen. Ganz aktuell hatte GENTLEMAN dann in „Lonely days“ eine neue Passage gegen Facebook eingebaut und bekam dafür ebenfalls großen und zustimmenden Applaus, was man allerdings nicht ohne zu schmunzeln beobachten musste, sah man doch einen Haufen recht junger Leute ihr I-Phone in die Höhe halten und den Auftritt mitfilmen. Dies bemerkte GENTLEMAN dann später als jemand ihn anblitzte und fragte zunächst empört, ob er denn fotografieren dürfe. Dann grinste er breit, meinte er hätte ja nichts dagegen, ließ das Frontlicht anmachen und poste am Bühnenrand.

Nach mehr als 90 Minuten ging dann der reguläre Teil der Show seinem Ende entgegen. Doch GENTLEMAN ließ sich nicht lange bitten und betrat nur mit seinem Gitarristen die Bühne zum Zugabenteil, den er mit einer Akustik-Version von „It no pretty“ begann. Dann durfte auch JAHCOUSTIX noch einmal zurückkehren und mit GENTLEMAN seinen Titel „Crossroads“ als Duett performen. Ein echtes Highlight an diesem Abend.

Das Konzert endete dann endgültig nach knapp 2 Stunden mit den obligatorischen Abschlusssongs „Dem gone“ und dem energiegeladenem „Leave us alone“. Ein wirklich großartiges Konzert, das erneut die Live-Qualitäten von GENTLEMAN mehr als nur bestätigen konnte.

Setlist GENTLEMAN:
Intro
Distant away
Good old days
Blessings of Jah
Different places
Gott to go
Ina different time
For the children
What you think
Fast forward
Lonely days
Jah inna yuh life
Caan hold us down
Hold on strong
Changes
Intoxication
Serenity
Jah love
Superior
Africa is calling
To the top
Runaway
Man a rise

It no pretty (akoustik)
Moment of truth
The reason
Crossroads
Sin city
Dem gone
Leave us alone

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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