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GORGOROTH – ENTHRONED – TYRANT

Ort: Bochum - Matrix

Datum: 11.11.2007

Den Opener des Abends gaben die Oldschool Blackmetaller von TYRANT (feat. (Ex-) Mitglieder von VINTERLAND & THE BLACK). Irgendwie ist es doch erstaunlich, dass die Schweden den Slot bereits mit ihrem Debutalbum („Reclaim the Flame“) ergattern konnten. Aber an sich dann auch wieder nicht so verwunderlich, denn musikalisch ist der rockige Grundbeat schon sehr einladend, ebenso wie die eher heisere Stimme von Fronter D.F. Bragman (bei dem die Pomade übrigens auch nach einem 30-minütigen Gig noch ganz tadellos hielt). Ganz stilecht trugen die Bandmitglieder auch kultige Shirts von BATHORY, CELTIC FROST und SODOM, was die musikalische Ausrichtung perfekt widerspiegelt. Gespielt wurden Songs wie „Restart with the Number 6.6.6.“ und „Tyrant“. Im Publikum zeigten sich zwar nur vereinzelt kreisende Häupter, aber das hat ja an sich allzu viel Aussagekraft. Denn die kann man sich getrost noch mal angucken!

Danach betraten ENTHRONED die Bühne. So richtig viel von der ganz ursprünglichen Bandbesetzung ist ja nicht mehr vorhanden, aber das scheint ja ein ganz grundsätzliches Problem im Bereich Black Metal zu sein, wie sich ja auch erst unlängst wieder bei den Headlinern des abends, GORGOROTH selbst, gezeigt hat. ENTHRONED jedenfalls zogen an diesem Abend das meiste Publikum und performten Titel wie „The ultimate Horde fights“, „The Burning Dawn“ und „Under the Holocaust”. Zwischenzeitlich schien die Band immer wieder ein wenig unzufrieden mit der Fähigkeit des Mischers, der hier und da Korrekturen vornehmen musste, sowie es zuhauf technische Probleme mit den Gitarren gab. Dies stachelte Fronter Nornagest aber zu Höchstleistungen an, so dass er eine besonders aggressive Show aufbot. Auch wenn einem ein leichtes Schmunzeln entglitt, wurde die Band zum Schluss gar mit „Hail Satan“-Chören verabschiedet, was trotz der widrigen Verhältnisse für eine gute Show der Belgier sprach.

Glücklicherweise ohne Überreste toter Tiere als fragwürdig pittoreske Bühnendeko, die in diesem Falle nun aus 12 Fackeln bestand, betraten King und Ghaal die Bühne – unterstützt von einem aufgrund der vorhergehenden Ereignisse recht spontan zusammen gewürfelten Haufen Musiker. Als da wären Nick Barker an den Drums (ex-DIMMU BORGIR, CRADLE OF FILTH, TESTAMENT) sowie die Gitarristen Teloch (u.a. 1349) und Sykelig (u.a. NAER MATARON). Dass die Proben in dieser Besetzung erst Ende Oktober begonnen haben, konnte man schon sehen, da die Chemie irgendwie nicht so ganz zu stimmen schien. Die meiste Zeit drappierte sich Sykelig irgendwie dezent in der zweiten Reihe und schien auch ein wenig unmotiviert. Aber vielleicht gehörte das ja auch so, man weiß das bei Black Metal ja manchmal nicht. Klar schien allerdings, dass Ghaal und King die Hauptpersonen waren – ob nun hierarchisch abgesprochen oder auf Grund der simplen Tatsache, dass sich die anderen Musiker in der Band und mit den Songs noch nicht so ganz zu Hause fühlen, ist ja eigentlich auch irrelevant. Wichtig ist hier vielmehr, dass zumindest die musikalische Umsetzung nicht gelitten hat. Gespielt wurden vom aktuellen Album „Ad Majorem Sathanas Gloriam“ u.a. „Carving a Giant”, „Sign of an Open Eye“ und „Prosperity and Beauty”, wobei ein, für die Bochumer Matrix, sehr guter Sound aus den Boxen klang. Aber auch auf ältere Titel wie etwa „Possessed (by Satan)” und „Revelation of Doom” wurde zur allgemeinen Freude nicht verzichtet. Wenngleich auch angemerkt werden muss, dass das Publikum trotz der obligatorischen Fans im vorderen Bereich an sich wenig euphorisiert schien. Als GORGOROTH nach einem recht kurzen Gig von einer knappen Stunde die Bühne verließen und Beleuchtungstechnik und Mischermann darauf schließen ließen, dass eigentlich eine Zugabe geplant war, brachte das Publikum es tatsächlich nicht fertig, der Band auch nur irgendwie zu signalisieren, dass eine solche erwünscht war. Wie die Lemminge stand man stattdessen vor der Bühne und konnte sich nicht dazu durchringen, in die vereinzelten Rufe und das fragmentierte Klatschen einzustimmen. Fazit: GORGOROTH kamen natürlich nicht zurück – hätte ich bei solchen Publikumreaktionen auch nicht gemacht – und so gingen schließlich nach einigen unentschlossenen Minuten Licht und Diskomusik an. Tja, so kann’s kommen.

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