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H-BLOCKX – ONE FINE DAY – KAIN

Ort: Osnabrück - Rosenhof

Datum: 23.11.2007

Nachdem die H-BLOCKX im September den mit 5000 Zuschauern gefüllten Domplatz ihrer Heimatstadt umsonst und draußen vom Dach eines Busses aus gerockt hatten, zog es die Münsteraner an diesem Freitag in die zweite Stadt des Westfälischen Friedens, wo der Rosenhof mit knapp 1.000 Zuschauern aus allen Nähten platzte. Auch nach 17 Jahren haben die Vorreiter des deutschen Crossovers immer noch eine treue Fanbase, sie sind in Osnabrück bereits alte Bekannte, die es schon auf der Maiwoche, im Hyde Park und in der Salzmarkt-Halle haben krachen lassen. ONE FINE DAY aus Hamburg waren möglicherweise in ihrer zehnjährigen Bandgeschichte auch bereits schon mal in der Hansestadt, genauso lange existieren auch die Berliner KAIN, die mit halber Besetzung den Abend eröffneten.

Pünktlich um 20:00 Uhr nahmen Jo am Bass und Lino an der Akustikgitarre auf zwei Stühlen Platz und starteten ihr Akustikset mit „Es geht mir gut“ vom aktuellen Debütalbum „Leben im Schrank“. Gitarrist Nico und Schlagzeuger Paul mussten in die Hauptstadt zurück, deshalb hatte man sich entschlossen, die Tour mit den H-BLOCKX auf akustischem Wege weiterzuführen. Halbe Besetzung bedeutete jedoch keineswegs halbe Kraft. Zwar ging es im Rosenhof etwas ruhiger zu als Anfang des Jahres in Bielefeld, wo KAIN als Support von REAMONN fungierten, doch auch mit kleinem Besteck vermochte Linos Stimme zu überzeugen. So wie beim Titelsong „Leben im Schrank“, der zwar eher ruhiger Natur war, aber sehr druckvoll vorgetragen wurde. Schade, dass die Darbietung ob des hohen Geräuschpegels etwas unterging. Dabei traf der Text „Ich hab schon kapiert, dass sich keine Sau für mich interessiert…“ vom vierten Song keinesfalls zu, in den ersten Reihen wurde eifrig mitgeklatscht, nur war im ausverkauften Rosenhof in den hinteren Rängen eben doch die ein oder andere Unterhaltung im Gange. Zum Abschluss gab’s noch „Bastard“, das deutliche Grunge-Anleihen aufwies und an NIRVANA erinnerte. Ein gemächlicher 20-minütiger Einstieg in einen schweißtreibenden Abend, der nach nur zehn Minuten Umbaupause ungleich bewegungsreicher weiterging.

Setlist KAIN
Es geht mir gut
Pack Dich
Allein im Schrank
?
Bastard

Dann enterten nämlich die Postpunks ONE FINE DAY die Stage und ließen es gleich ordentlich krachen. Nachdem der Nebel sich gelichtet hatte, wurde man Sänger Marten Pulmer ansichtig, der begleitet wurde von Hendrik Burkhard und Roman Rossbach an den elektrischen Gitarren, sowie Marco Köhrsen am Bass und Erik-Mac Essig hinter der Schießbude. Die Jungs spielten sich einmal durch ihr 2006er Album „Damn Right“ und hatten zudem noch ein brandneues Stück namens „Jimmys Day“ im Gepäck, das auf dem nächsten Silberling erscheinen soll. Der Sound ging durchaus in die Beine und langsam wurde es in dem ehemaligen Kino kuschelig warm, während die Jungs auf der Bühne offensichtlich viel zu wenig Platz hatten, um ihren Bewegungsdrang auszuleben. Der Spaß an der Musik übertrug sich auch aufs Publikum, das munter mitklatschte und Gefallen fand am melodischen Emo-Core der Hanseaten. So klappte das Mitsingen, -schreien und -tanzen zu „Good Bye Reality“ auch ganz gut, ob man die Meute allerdings wie gewünscht auch noch in Hamburg hören konnte, wage ich zu bezweifeln, aber der Rosenhof hat sich auf jeden Fall bemüht… Mit „She Bob“ gab’s noch ein knalliges CYNDI LAUPER-Cover, das erneut zum Mitsingen animierte. Gleiches geschah auch beim finalen „Damn Right“, bei dem die Osnabrücker den Refrain übernahmen und Marten im Graben auf Tuchfühlung mit dem Auditorium ging. Nach einer guten halben Stunde Spielzeit hatten ONE FINE DAY den Rosenhof auf Betriebstemperatur gebracht und sich die H-BLOCKX-Fans warm singen- und tanzen können. Der Hauptact des Abends konnte also kommen.

Setlist ONE FINE DAY
Showdown
Burn
Not Ready To Go
Get Down
Jimmys Day
Goodbye Reality
She Bob
Damn Right

Um 21:30 Uhr betraten dann schließlich die H-BLOCKX die Bühne. Die vier Musiker aus meiner Heimatstadt Münster – auch im Publikum waren natürlich viele Münsteraner anwesend – hatten ja im Sommer eine recht spektakuläre Wette mit ihrer Plattenfirma gestartet. Da dem Label das neue Album der H-BLOCKX nicht so gefiel, die Band es aber auf jeden Fall so produzieren wollte, wurde vereinbart, dass die H-BLOCKX die Marketing-Kosten selber hätten übernehmen müssen, wenn etwa das Video zu „Countdown to insanity“ nicht mindestens 100.000 mal im Internet angeklickt worden wäre. Diese Wette haben die H-BLOCKX aber deutlich gewonnen und konnten ihr wirklich gutes neues Album unbeanstandet veröffentlichen.

Nach dem instrumentalen Intro, welches durch Videoprojektionen der Musiker aus früheren Jahren auf einer Leinwand über der Bühne unterstützt wurde, begannen die Blocker mit „Yesterday“ auch gleich mit einem der neuen Songs. Sänger und Frontmann Henning Wehland, wie in letzter Zeit immer mit Hut auf, begrüßte danach das Publikum und forderte dieses auf: „Leute, reißt die Hütte ab! Ich hab das Gefühl, dass heute was ganz besonderes passiert!“ Dieses soll er allerdings bei jedem Konzert der Tour gesagt haben… Wie auch immer, das Publikum, welches altersmäßig sehr gemischt war, ging bei den nächsten Tracks aber schon richtig ab. In der Setlist gab es viel Abwechslung zwischen neuen Stücken und alten Klassikern. Auf „I don`t want you to like me“ folgte „Leave me alone“ und dann schon „Move“ vom ersten und bislang auch erfolgreichsten Album „Time to move“. Die Band gab auf der Bühne alles und vor allem Henning war natürlich viel in Bewegung. Es blieb weiter sehr kurzweilig im Programm. Neben „Cliché“ und „Countdown to insanity” (die Fans sangen den Countdown von 10 auf 0 herunter) vom neuen Album “Open letter to a friend” wurden ältere Lieder wie “Celebrate youth”, “How do you feel” und natürlich “Little girl“ gespielt, bei dem das Publikum von Hennings Gesang sehr ergriffen war. Henning zeigte sich dementsprechend begeistert. Es folgte der Titelsong des neuen Albums, zu dem auch das dazugehörige Video auf der Leinwand gezeigt wurde. Danach ging es mit den zwei Krachern „Revolution“ und „Risin` high“ (darf natürlich nie bei einem H-BLOCKX Konzert fehlen) weiter. Während des Songs sollten sich die Zuschauer hinhocken und dann dem Namen entsprechend nach oben schnellen. Danach verließen die H-BLOCKX die Bühne, worauf natürlich ziemlich schnell „Zugabe“-Rufe einsetzten.

Nach der herbeigesehnten Rückkehr lobte Henning das Osnabrücker Publikum schon fast übermäßig, unter anderem mit der doch etwas komischen Aussage: „Wenn ich mal wieder nach Münster ziehe, würde ich nach Osnabrück ziehen.“ Gespielt wurden dann noch „Ring of fire“ und „Leaving“, welches natürlich ein sehr passendes Stück zum Abschied war. Um 23:10 Uhr verließen die vier Musiker dann endgültig die Bühne und die Fans nach einem unterhaltsamen Abend sichtlich zufrieden den Rosenhof.

Copyright Fotos: Dirk Ruchay

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