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H-BLOCKX – TADDAY

Ort: Gütersloh - Dreiecksplatz

Datum: 21.08.2008

Inmitten der kulturellen Diaspora Gütersloh wird jedes einigermaßen Terror-relevante Event natürlich aufgesogen wie ein nasser Schwamm. Und wenn sich dann gar eine Band vom Kaliber der H-BLOCKX ankündigt, erreicht die Vorfreude gar ungeahnte Höhen, begleiten mich die Münsteraner auf die ein oder andere Weise bereits seit 18 Jahren. 2008 sind die Blockxer nämlich endlich volljährig geworden, was sie in keinster Weise von musikalischem Schabernack abhält. In diesem Falle ein Akustik Set im Rahmen der Woche der kleinen Künste auf dem altehrwürdigen Dreiecksplatz. Neben den Westfalen waren anlässlich dieser sich jährlich wiederholenden Veranstaltungsreihe auch Musiker ganz anderer Sparten angetreten, den gemeinen Gt’sler gratis zu Bier und Currywurst zu unterhalten, wir aber konzentrierten uns ausschließlich auf Henning Wehland und Co. Doch bevor es so weit war, hatte man auch noch einen Supportact an Bord, der persönlich ganz enge Bande zu Ostwestfalen pflegte.

Tobi Tadday stammt aus St. Vit und wer dieses Fleckchen Erde nicht kennt, der hat nicht unbedingt bedeutende geographische Lücken. Mittlerweile lebt der Herr aber im weltmännischen Hamburg, nicht die einzige Parallele zu einem anderen H-BLOCKX Protegé mit Namen POHLMANN, der später auch noch zum Zuge kommen sollte. Nun aber, um Punkt 20 Uhr von einem gewissen Herren Wilmking (Vater von Drummer Steffen und Mitorganisator der „Woche“) freundlich angekündigt, machte sich der Herr zunächst ganz allein auf, die bereits zahlreich angetretenen Einheimischen zu unterhalten. Dabei ähnelten sowohl Stil als auch Gesang als auch Ansagen sehr dem bereits angesprochenen Beau aus Rheda-Wiedenbrück, hier scheint doch irgendwo ein Singer Songwriter Nest zu sein. Allerdings ist TADDAY noch nicht jedem bekannt und so wurde er eher höflich beäugt als richtig angefeuert. Dabei waren natürlich einige Verwandte und Freunde aus früheren Zeiten vor Ort, er war wohl mal in einer Landschaftsgärtnerei tätig (immerhin nicht auch auf dem Bau…) Mit Titeln wie „Schlag mir (dich auss’m Kopf)“ unterhielt er ganz ordentlich und holte sich dann als Verstärkung die Hamburgerin Jessica Wichers auf die Bühne, mit der er gemeinsam „Sei ganz“ intonierte. Die macht laut ihrer HP „Worship Pop“, was auch immer das heißen mag. Weiter ging es mit weiteren Titeln der TADDAY Debüt EP „Erlebt“ und nach immerhin einer knappen Stunde war mit „Soll ich muss ich…“ dann das Ende des regulären Sets erreicht (hier wurde Tobi von einem kindlichen Verwandten unterstützt). Doch Vater Wilmking animierte noch zu einer Zugabe, die mit „Nach hause“ auch passend betitelt war. Nett aber vielleicht eine Spur zu lang dieser Gig.

Die kurze Pause wurde dann zur Getränkeaufnahme genutzt, außerdem erfuhr man ganz nebenbei, dass der immerhin 30-Jährige Arbeitskollege heute Abend sein allererstes Livekonzert erlebte. Hossa. Pünktlich gegen 21 15 füllten dann gut 2000 Besucher den Platz sehr ordentlich und nahmen den 5er aus der Studentenstadt freundlichst in Empfang. Neben Henning mit Bart und Hut natürlich noch Tim „Tinte“ Humpe links sowie im Hintergrund Bassist „Gudze“ und Schlagzeuger Steffen Wilmking, ehemals THUMB und Tour Drummer bei BUSHIDO, über den die Kontakte für den Auftritt geknüpft worden waren. Ach ja und natürlich Jan Löchel rechts vorne, der Intimus der Band aus dem ebenfalls ostwestfälischen Minden, der eingefleischten Fans natürlich ein Begriff ist. Immerhin agiert er fast alljährlich zusammen mit Henning bei den intimen Weihnachtssolokonzerten der LES SAUVIGNONS z. B. im Bielefelder Bunker Ulmenwall. Für eine semi-akustische Darbietung genau die richtige Verstärkung. Nach „Yesterday“ folgte mit „Leave me alone!“ bereits ein bekannter Hit und insbesondere in den Fangespickten vorderen Reihen ging ordentlich die Post ab. Weiter hinten wurde es dann etwas beschaulicher, aber das ist bei Gratiskonzerten mit der Nachbarschaft eben so. Henning gab selbstredend wieder einige Anekdoten zum besten, so dass er beispielsweise die Alte Weberei noch kannte, als sie die Neue war… Mitsingspiele wurden integriert und auch eine kleine Handy Aktion: Da er ein neues Passbild für eine Reise bräuchte, sollten ihn möglichst viele Anwesende mit ihren Handys auf Ansage blitzen, klappte im 2ten Anlauf fast so gut wie bei Robbie Williams. „Little Girl“ und „Risin’ high“ waren sehr nette Ausflüge in die Kinderstube der Formation, die heute ihr nach eigener Aussage 1.802tes Konzert darbot. Das muss den Rockern erst mal einer nachmachen. Leider war dann mit dem „Cowntdown to Insanity“ nach nur 50 Minuten schon wieder Schluss, wobei die Setlist noch einen 4-teiligen Zugabenblock versprach.

Die ersten beiden Songs waren mit „Geheim“ tituliert und es wurde schnell klar, warum. Natürlich hatte es sich oben bereits erwähnter POHLMANN nicht nehmen lassen, auf der Stage zu erscheinen und mit den guten Freunden 2 seiner bekanntesten Kompositionen zum besten zu geben. „Zwischen Heimweh und Fernsucht“ sowie „Wenn jetzt Sommer wär“, aktuell ja durchaus zur Wetterlage passend. Mit dem Klassiker „Ring of Fire“ und dem programmatischen „Leaving“ war dann aber endgültig Schluss und wir verließen den Platz mit der Erkenntnis, dass der Headliner durchaus noch ein paar Stücke mehr hätte präsentieren dürfen, leider war es dafür mitten in der Innenstadt wohl zu spät geworden. Man kann den Veranstaltern und den Bewohnern der Stadt nur wünschen, dass auch in den nächsten Jahren einige Hochkaräter für die WDKK an Land gezogen werden können, den H-BLOCKX hingegen wünsche ich auch im erwachsenen Alter weiterhin viel Erfolg und vor allem den Spaß an der Live-Darbietung, den sie immer wieder ausstrahlen!

Setlist H-BLOCKX
Yesterday
Leave me alone!
Everyday
Say Baby
Come along with you
Open Letter to a Friend
Here I go again
Little Girl
Risin’ high
Cowntdown to Insanity

Zwischen Heimweh und Fernsucht (POHLMANN)
Wenn jetzt Sommer wär (POHLMANN)
Ring of Fire
Leaving

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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