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HELLSONGS – JONA STEINBACH

Ort: Hamburg - Knust

Datum: 05.05.2010

Mal wieder einer dieser Mittwochabende ohne Champions League-Großereignis. Was macht also der klassische Kuttenträger? Er sucht sich ein Alternativ-Event, um das wohlverdiente Bier zu genießen. Ein Potpourri der größten Hits des guten, alten Heavy Metal kommt da wie gerufen. Also auf zu den HELLSONGS, da kommt sogar die Freundin mit.

Zunächst musste an diesem Abend aber der Support Act überstanden werden. Der hieß JONA STEINBACH, stand allein mit Gitarre und Macbook auf der Bühne und stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass nicht jeder, der Singer-Songwriter-Musik spielt, auch gleich ein guter Sänger oder gar Songwriter ist. Die belanglose bis weinerliche Vorstellung nutzte der überwiegende Teil des Publikums dann auch zu einem kleinen Plausch im Barbereich oder an der frischen Frühlingsabendluft.

Um kurz nach zehn Uhr war es dann soweit. Die sympathischen Schweden betraten die Bühne und starteten mit einem furiosen Doppelschlag aus „Breaking the Law“ und „Seek and Destroy“. Da begann das Metaller-Herz sogleich zu hüpfen und es breitete sich unwillkürlich ein feistes Grinsen auf den Gesichtern aus. Gitarrist Kalle Karlsson und die wundervolle Siri Bergnehr (wer sagt eigentlich, dass Glitzerkleid und Nietenarmbänder nicht zusammen passen?) animierten die Zuhörer vom ersten Moment sehr erfolgreich zum Mitsingen, -klatschen und –schnipsen und die Atmosphäre in den gut gefüllten Reihen erinnerte auf höchst angenehme Weise an ein fröhliches Zusammentreffen mit guten Freunden am Lagerfeuer. Kein Wunder, „The Evil That Men Do“, „The Trooper“, „Paranoid“, „Blackened“…, niemand sonst bringt diese Klassiker so zart und doch gleichzeitig so intensiv und voller Energie zu Gehör wie die HELLSONGS, die dabei auch noch durchaus lehrreich sind. So erfuhr man im Verlauf des Konzertes zum Beispiel, dass METALLICA eigentlich Ökos sind, paarweise in die Luft gereckte Pommesgabeln in Schweden als Powerflirt-Technik gelten und vor allem etwas, was man ja eigentlich schon lange wusste: Heavy Metal macht glücklich! Dementsprechend erschreckt weiteten sich die Augen, als bereits nach einer knappen Stunde der letzte Song des Abends angekündigt wurde. Aber dank des begeisterten und unnachgiebigen Hamburger Publikums wurden noch weitere 20 Minuten drangehängt, und nach einer überschwänglichen Version von „Symphony of Destruction“ und dem finalen „Running Free“ war jeglicher Anflug von Unmut verflogen und eine selig lächelnde Exkursion zum Merchandise-Stand setzte ein, wo die Band noch zu einer kleinen Plauderstunde über die guten, alten Zeiten unserer Lieblingsmusik geladen hatte.

Fazit: Ein großartiger Abend und man darf gespannt sein auf das kommende Album, was beim Hamburger Label Tapete erscheinen wird, und natürlich auf die nächste Tour, wenn es wieder heißt: I say „Lounge“, you say „Metal“….

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