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HOME OF THE LAME – K’S LIFE

Ort: Osnabrück - Glanz & Gloria

Datum: 05.11.2008

Bevor es im Dezember als Begleitband von OLLI SCHULZ auf Tour geht, machen HOME OF THE LAME noch einen kleinen Betriebsausflug durch die Republik, der die Herrschaften um Mastermind Felix Gebhard auch ins Glanz & Gloria führte. Leider hatten mit knapp 50 Zuschauern nicht eben viele Leute den Weg in den Keller unter dem ehemaligen Kreishaus gefunden. Vielleicht lag’s am wirklich ungemütlichen feucht-nebeligen Novemberwetter, vielleicht auch am mit 21.30 Uhr recht später Beginn für einen Mittwoch Abend. Auf der anderen Seite fängt gerüchteweise für Studis das Wochenende bereits am Mittwoch an und die HOME OF THE LAME-Songs passen doch bestens in die Jahreszeit!

Auf jeden Fall sind Terrorverleger noch topfit, wenn für andere schon das Bett ruft, weshalb ich selbstverständlich mit von der Partie war, als um 21.40 Uhr die Lokalmatadoren K’S LIFE die kleine Bühne enterten. Die Band existiert seit 2007, rekrutiert sich aus Frontfrau Katrin Remmert am Mikro und den sechs Saiten, Schlagzeuger Arne Büdenhölzer und Bassist Michele Nigliazzo und kann schon auf einige regionale Erfolge, ein erstes Album und diverse Supports u.a. für TEN YEARS AFTER, JOAN ARMATRADING, DAMPFMASCHINE oder EPITAPH zurückblicken. Das Trio eröffnete den Abend mit eingängigem Poprock, der durchaus zu unterhalten wusste und viel Spielfreude verriet. Beim leicht countryesken „Tragedy“ konnte Fräulein Remmert sogar kurzfristig einen einzelnen Herrn zum Tanzen animieren, bevor es mit „How Beautiful“ ein wenig ruhiger zur Sache ging. Besondere Erwähnung gebührt der ausdrucksvollen Bearbeitung der Langäxte, die bestens von der Schießbude unterstützt wurden, so dass auch die getrageneren Nummern den nötigen Drive hatten. „That’s Life“ wurde ganz klar von der Rhythmusfraktion beherrscht, dann schloss sich detailverliebt „Star“ mit seinen dezenten Reggae-Einflüssen an. Nach einer kleiner Mitklatsch-Interaktion bei „Huhu“ folgte nach einer kurzweiligen halben Stunde der letzte Song- „Is It Any Wonder“ nahm wieder Tempo raus und präsentierte stattdessen zwischendrin einen verspielt-frickeligen Instrumentalpart. Perfektes Warm Up, dem eine angenehm kurze Umbaupause von nur 15 Minuten folgte.

Setlist K’S LIFE
Intro
Here I Am
Tragedy
How Beautiful
That’s Life
Star
Huhu
Is It Any Wonder

Und schon standen HOME OF THE LAME auf der Stage! Das Quartett ließ es zunächst gemächlicher angehen, bis mit „Nightshift” von der ersten, selbstbetitelten und restlos ausverkauften EP aus 2003 Leben in die Bude kam. Der Track ging umgehend in Bein und Ohr, was sich die Osnabrücker natürlich nicht anmerken ließen und stattdessen den obligatorischen Sicherheitsabstand wahrten, ihr Wohlwollen jedoch vermittels Akklamation und andächtiger Stille zum Ausdruck brachten. Da HOTL noch nie in der Hasestadt waren, kannten sie das hiesige Publikum natürlich noch nicht, aber eine Band, deren Mitglieder in Hamburg, Bremen, Buxtehude, Düsseldorf und Berlin zu Hause sind und selbst nicht unbedingt die großen Rampensäue sind, ist mit norddeutscher Zurückhaltung vermutlich vertraut. Während HOME OF THE LAME ursprünglich als Ein-Mann-Projekt von Felix Gebhard (Gesang & Gitarre) gegründet wurde, gehören inzwischen noch Ingo Schröder (Gitarre & Keys), Alexander Böll (Bass), Christian Hake (Drums) und Marcus Schneider (Keyboard) zum Line-Up, wobei letztgenannter nicht mit am Start war, so dass Ingo seinen Job mit übernommen hat. Wie etwa beim flotten „Rooftops“ vom ersten Longplayer „Here, Of All Places“ oder „Maria“, das auch dem aktuellen Silberling „Sing What You Know“ vertreten ist. Hier übte sich Herr Schröder im fliegenden Wechsel zwischen seinen Instrumenten, was zu einem wunderbaren Schrammel-Finale führte. Wie könnte es auch anders sein bei einer Kapelle, die im Grand Hotel van Cleef ihr Heim hat? Entsprechend empfahl sich auch „What You Were About“ als sehr emotionaler Beitrag mit passenden Indie-Gitarren, wobei die Jungs unterstrichen, dass die neueste VÖ nicht nur Singer-Songwriter-Stuff in petto hat, sondern auch richtig nach vorn rockt. Etwa mit dem sehr geilen „After Traveling“, das vom Nachhausekommen nach einer guten Reise berichtete oder „Big Machines“, welches von kleinen Bands handelte, die in Clubs wie dem Glanz & Gloria spielen und den Machern als Dankeschön für die Einladung gewidmet wurde. Im Balladenfach kennen sich die Herrschaften selbstredend ebenso gut aus, wie sie mit „Clouds“ unter Beweis stellten. Ein Lied, das unter die Haut ging und vom kuscheligen „Habitat“ von der gleichnamigen 2006-er EP gefolgt wurde. Zum wiederholten Male griff Felix, der zeitweise auch in Malmö lebt und mit seinem Vollbart ein wenig an eine Mischung aus dem „Mann aus den Bergen“ und einem nordischen Fischer erinnerte, hier zur Akustikgitarre, während Christian sich auf ein Tamburin beschränkte. Dazu gesellte sich dezent-sphärischer Orgelsound, bevor schon der letzte Track des regulären Sets anstand. Passend zum miesen Wetter, gab’s „New Winter“ auf die Ohren, nicht ohne im Vorfeld auf die breite Merch-Produktpalette hinzuweisen. Immerhin verfügen HOTL auch über bedruckte Unterhosen, was nach Ansicht von Herrn Gebhard nur die besten Bands haben. In jeden Fall bot der Song einen sehr stimmigen Abschluss, bei dem noch mal ordentlich gefrickelt werden durfte.

Das konnte es natürlich noch nicht gewesen sein, immerhin waren aus dem Auditorium vier Zugaben gefordert worden, die Fronter Felix, der auch bei der fiktiven HANSEN BAND (u.a. mit Jürgen Vogel, Thees Uhlmann (TOMTE) und Marcus Wiebusch (KETTCAR) aus dem Film „Keine Lieder über Liebe“ dabei war, nur gewähren wollte, wenn jeder Gast auch mindestens eine CD kaufte. Letztlich blieb es bei zwei Stücken, einmal dem sehr schönen Liebeslied „A Narrow Path“ und zum anderen „The Radio“, bei dem das Quartett noch mal richtig aufdrehen konnte und den Live-Abriss der HOTL-Diskokrafie erstklassig abrundete. Inzwischen war es auch fast Mitternacht geworden und mitten in der Woche auch für hartgesottene Terrorverleger an der Zeit, den Rückzug anzutreten. Im Glanz & Gloria wurde derweil der studentische Wochenausklang eingeläutet. Für mich dauert’s noch ein bisschen, dafür darf ich mich aber mit TOMTE schon auf den nächsten GHvC-Vertreter freuen. Ich werde berichten!

Setlist HOME OF THE LIFE
Ode To A Friend
Food For Song
Nightshift
Without You
Rub Your Eyes
Rooftops
After Traveling
What You Where About
Maria
Clouds
Big Machines
Habitat
New Winter

A Norraw Path
The Radio

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