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HURRICANE 2008 – TAG 1

Ort: Scheeßel - Eichenring

Datum: 20.06.2008

Nun war es wieder so weit: Das für mich jeweils erste große (und in diesem Jahr wieder ausverkaufte) Festival des Jahres stand vor der Tür! Bangen Blickes hatte ich in den letzten Tagen den Wetterbericht verfolgt, aber durchschnittliche Temperaturen von 20 °C und nur gelegentliche Schauer ließen mich hoffen. Auch die Anfahrt am Freitag Mittag verlief absolut unproblematisch, wer am Donnerstag Abend über die A1 angereist war, hatte da nicht ganz so gute Karten, da unfallbedingt diverse Staus den Weg verlängerten. Dafür entstand allerdings auf der Autobahn wohl ein besonderes Gemeinschaftsgefühl, da Erzählungen nach in sämtlichen Autos das EM-Spiel Deutschland – Portugal verfolgt wurde und entsprechend ausgelassen das Endergebnis von 3:2 Toren gefeiert wurde.

Auch auf dem Hurricane-Zeltplatz verfolgten ca. 20.000 Leute vor einer eigens installierten, riesigen Public Viewing-Leinwand das Match, aber Fußball sollte an diesem Wochenende ja nur am Rande ein Thema sein. Stattdessen standen für gut 70.000 leidensfähige Menschen Musik und eine riesige Party im Vordergrund, die von TURBOSTAAT aus Flensburg auf der Green Stage eingeläutet wurde. Die begannen knackig mit „Haubentaucherwelpen“ vom aktuellen Album „Vormann Leiss“, das im vergangenen Jahr eingespielt wurde. „Insel“ vom selben Silberling gab sich punkig, was sich von selbst verstand, schließlich betonte Sänger Jan Windmeier vor „Bei Fugbaums“ auch extra noch mal, dass man sich auf einem Punkkonzert befände und deshalb mit „Fuck You“ zu antworten habe. Mit „Nach fest kommt ab“ ging’s im Dampfwalzentakt mit dem Titeltrack des 2003er Vorgängers „Schwan“ weiter, was auch die bereits zahlreich erschienenen und sehr feierwilligen Zuschauer zum enthusiastischen Mitklatschen bewegte. Da die 35 Minuten Spielzeit noch nicht ganz um waren, blieb sogar noch Zeit für eine Zugabe, die mit „Hau ab die Schildkröte“ energiegeladen abgeliefert wurde.

Nun aber schnell rüber zur Blue Stage, wo SHANTEL & BUCOVINA CLUB ORKESTAR für ganz andere Klänge sorgten. Vielfalt war immer schon ein Markenzeichen des Hurricanes und auch in diesem Jahr hatten die Booker für eine bunte Mischung gesorgt. Nun sollte erst einmal Balkan Pop auf dem Programm stehen, für den der in Frankfurt lebende und als Musikproduzent und DJ arbeitende Stefan Hantel aka SHANTEL das BUCOVINA CLUB ORKESTAR ins Leben gerufen hat. SHANTEL, der selbst Wurzeln in der Bukowina hat, vermengt elektronische Beats mit Einflüssen der traditionellen Musik Südosteuropas und greift insbesondere Elemente der rumänischen, griechischen und slawischen Musik auf. Nicht zu vergessen jiddischer Klezmer und der Sound der Sinti und Roma. Mitsamt imposanter Bläsertruppe haben SHANTEL und das BUCOVINA CLUB ORKESTAR 2007 „Disko Partizani“ aufgenommen. Natürlich durfte dieser Song mit seinem zwingenden Rhythmus und jeder Menge Drive in der Setlist der Truppe nicht fehlen, die vor einem Backdrop mit „Disko Partizani“-Schriftzug Aufstellung genommen hatte. Ansonsten galt „Okzident trifft Orient“ (SHANTEL zeichnet übrigens auch für die Filmmusik zu „Auf der anderen Seite“ von Fatih Akin verantwortlich), was beim Publikum ausnehmend gut ankam. Von der ersten Minute an wurde zum flotten Bläsersound getanzt, was sich auch nicht änderte, als eine dunkelhaarige Schönheit zum Mikro griff oder temporeiche jiddische Klänge den Eichenring erfüllten. Auch der Chef selbst sorgte mit Gesangseinlagen für Stimmung und offensichtlich kannten sich die anwesenden Festivalbesucher bereits bestens aus, denn die „Disko, Disko“-Rufe, des Masterminds in weißem Anzug und großzügig dimensionierter Mütze wurden umgehend mit „Parzani“ beantwortet.

Für mich ging’s jedoch schon vor Ende der Fusions-Vorführung zurück zur Hauptbühne, wo mich ein englisches Elektro-/ Posthardcore-Kontrastprogramm erwartete. Die Kapelle aus St. Albans/ Herfordshire bezeichnet ihren Stil selbst als Trancecore und hat sich nach dem Boot eines Bandmitgliedes benannt, außerdem heißt SHIKARI in den Sprachen Persisch, Hindi, Nepalesisch, Urdu und Punjabi „Jäger“. Die Jagd auf Fans haben Rou (Vocals, Electronics), Chris (Bass, Vocals), Rory (Gitarre, Backing Vocals) und Rob (Drums) definitiv gewonnen, denn schon 2004 spielten sie ein Jahr nach ihrer Gründung in ausverkauften Clubs, während ihre Songs damals ohne Plattenvertrag in den UK Trend Charts vertreten waren. Über MySpace sind ENTER SHIKARI mit knapp neun Millionen Audio-Plays eine der meistgeklickten Bands, die bei sich bedeckendem Himmel auf dem Festivalrund Songs ihres Debüt-Longplayers „Take To The Skies“ präsentierten. Dabei ging es heftig zur Sache: Innerhalb kürzester Zeit hatte sich ein beachtlicher Mosh Pit gebildet, der im Laufe des Gigs zum Circle Pit verfeinert wurde. Musikalisch wechselten ENTER SHIKARI zwischen feinem bis derbem Geknüppel, düsteren Klängen, fetten Gitarrenwänden, Disco-Sounds und Harmoniegesängen. Die Luft brannte am Eichenring, so viel Energie strahlten die Engländer auch in ruhigeren Passagen aus. Derweil nahm Rou auch schon mal ein Bad in der Menge, während Rob hinter seiner Schießbude in bester DJ-Manier die Leute vor der Bühne zum Kochen brachte.

Bereits zum dritten Mal waren KETTCAR beim Hurricane vertreten. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, waren die Hamburger heuer allerdings das erste Mal auf der Green Stage am Start. Bevor sie dort loslegen konnten, erklärte uns Elton von Pro Sieben jedoch zunächst, was es mit den Mülltonnen auf sich hatte, die dafür warben, ihnen die Pfandbecher zu überlassen. Auf diese Weise sollte das vom Fußballclub St. Pauli initiierte Projekt „Viva con Agua“ mit dem Ziel unterstützt werden, ein Trinkwasservorhaben in Kambodscha zu realisieren. Gleichzeitig fand beim Hurricane für diesen Zweck auch ein Soccer-Turnier statt, das von Elton prominent unterstützt wurden, dessen Ausgang mir allerdings nicht bekannt ist. Für mich war die Musik von größerer Bedeutung und KETTCAR zählten für mich im Vorfeld zu den Highlights des Freitags. Um es vorweg zu nehmen: Ich wurde nicht enttäuscht! Mit „Deiche“ von ihrem 2005er Longplayer „Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen“ legten die Herrschaften aus dem Grand Hotel van Cleef gleich knackig los, um mit „Kein außen mehr“ vom neuen Album „Sylt“ umgehend nachzulegen. „48 Stunden“ ließ etwas Platz für Melancholie, bevor mit „Landungsbrücken raus“ eine Hymne des Debüts „Du und wie viel von deinen Freunden“ aus 2002 gespielt wurde. Auch „Graceland“ hat zweifellos das Zeug zum Klassiker, entsprechend herrschte gute Stimmung vor und auf der Bühne, nur ließ der enge Zeitplan diesmal Fronter Marcus Wiebusch und Bassist Raimer Bustorff weniger Zeit zum Labern, was schade war. Aber immerhin konnten KETTCAR noch ihre Rockstar-Allüren (O-Ton der Kapelle, die auch schon als „PUR für Alkoholiker“ bezeichnet wurden) pflegen und forderten zu „Ausgetrunken“ die anwesenden Männer und Frauen zu einem getrennten Sangeswettbewerb auf, der wohl unentschieden ausging, bevor es mit „Ich danke der Academy“ zu einem vergnüglichen Ausgang der viel zu kurzen 45 Minuten kam.

Setlist KETTCAR
Deiche
Kein Außen mehr
48 Stunden
Landungsbrücken raus
Graceland
Balkon gegenüber
Nullsummenspiel
Money Left To Burn
Agnostik für Anfänger
Ausgetrunken
Ich danke der Academy

Gleicher Ort – andere Mucke: Stoner Rock stand mit MONSTER MAGNET auf dem Programm. Ebenfalls eine Combo, die ich fest eingeplant hatte, sind ihre Gigs doch nach Bekunden von Anführer David Wyndorf immer ein „Ganzkörperereignis“. Selbiges war er persönlich allerdings auch – der Herr ist nämlich ganz schön auseinander gegangen und war damit eher Gesprächsthema als mit der MM-Show, welche die Jungs aus New Jersey routiniert ablieferten. Im nächsten Jahr können MONSTER MAGNET bereits ihr zwanzigstes Bühnenjubiläum feiern, ihren von BLACK SABBATH, BLUE CHEER und HAWKWIND beeinflussten Sound haben sie jedoch in den Seventies gefunden. Die bösen Buben aus New Jersey starteten derweil mit einem Beitrag des Matrix-Soundtrack: „What Can I Say“ schepperte schwer aus den Boxen, um bei „Power Trip“ vom gleichnamigen Album aus 1998 von fetten Gitarren abgelöst zu werden. „Twin Earth“ hat bereits 15 Jahre auf dem Buckel, aber nichts von seiner Energie verloren. Bei „Zodiac Lung“ wurde das Tempo etwas gedrosselt, was jedoch nicht zu Lasten des besagten Energie-Levels ging. „Right Stuff“ war dann wieder eine richtig fette Stoner-Nummer, die nur noch von der MONSTER MAGNET-Hymne „Spacelord“ gefolgt werden konnte. Die wurde vom Publikum auch entsprechend abgefeiert, ein Zustand der bei den folgenden Interpreten eine ganz neue Dimension bekommen sollte.

DEICHKIND hatten im vergangenen Jahr schon fast das Zelt zum Einstürzen gebracht, so dass man sich dieses Mal überlegt hatte, die Hanseaten auf der blauen Bühne spielen zu lassen. Eine weise Entscheidung, denn spätestens seit „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“ zählen sie zu den ganz großen Hip Hoppern und auch wenn ich mit diesem Genre nur bedingt was anfangen kann, bestechen DEICHKIND mit einer absolut einnehmenden Bühnenpräsenz. Personell verstärkt wurden DEICHKIND in bunter „Yeah“-Kostümierung übrigens von FERRIS MC, der momentan gemeinsam mit DJ Phono und Bassist Porky die Konzerte von MC Phillip und Produzent Sebi begleitet. Und schon begann der „Aufstand im Scharaffenland“ und Scheeßel stand Kopf! Den Award für die beste Stimmung beim diesjährigen Hurricane erhalten zweifelsohne DEICHKIND, denn hier ging wirklich dermaßen die Post ab, da hätte es gar keine schweißtreibende Trampolinsprünge auf der Bühne gebraucht, denn gleich als nächsten hauten die Elektro-Hip Hopper „Remmidemmi“ raus und brachten den Eichenring in rasende Ekstase. Das sollte sich auch nicht ändern, als DJ Phono zu „Voodoo“ als „Käptn Perla“ im Schlauchboot über die Menge glitt. Nicht nur DEICHKIND hatten an diesem Wochenende wohl „Sex im Kopf“, bei Hurricane dürften sich wieder so einige Pärchen auch Zeit gefunden haben und vielleicht ist hier auch schon der ein oder andere Bund für die Ewigkeit geschlossen worden. Die DEICHKINDer ließen derweil zu „Papillon“ ihre Regenschirme kreisen (wenn man die dabei hat, regnet es ja bekanntlich meistens auch nicht!), dann wurde zu „E.S.D.B.“ amtlich abgefeiert und „Ich betäube mich“ (feat. Sarah Walker) und das Klassiker „Bon Voyage“ vom Erstling „Bitte ziehen Sie durch“ aus 2000 lauthals mitgesungen. Passend zu „Prost“ wurde die riesige „Zitze“ (eine Art Pyramide mit Euter) vorgestellt und vermittels Gartenschlau der Inhalt des Euters ans Publikum verteilt, bevor zu „Limit“ von der „Noch fünf Minuten Mutti“ das Schlauchboot nochmals auslief. Mit „Krieg“ ging’s rasant weiter, dann war noch mal „Remmidemmi“ angesagt und schon war nach einer schweißtreibenden Stunde Schluss mit TechRap à la DEICHKIND.

Das weitere Programm führte mich nun in das Coca-Cola Soundwave-Tent, wo sich früh an den drei Tagen diverse Bands präsentierten, die beim gleichnamigen Contest ein Ticket für die Festivalbühne gewonnen hatten. Diese Newcomer fanden allerdings ohne mich statt, da auch Terrorverlag-Mitarbeiter immer nur an einem Ort gleichzeitig sein können, aber wer weiß, vielleicht werden wir ja demnächst geklont, um umfassender berichten zu können. Um 22.15 Uhr sollte allerdings XAVIER RUDD im roten Zirkuszelt für besondere Töne sorgen, denn der australische Singer/ Songwriter ist ein wahree Multiinstrumentalist und hatte neben diversen Percussions, seiner Gitarre und einem Begleitschlagzeuger auch ein Yidaki am Start. Diese Didgeridoo-Abart prägte den Sound der nächsten 45 Minuten in fesselnder Weise, so dass der Mix aus entspanntem Folk, sonnigem Reggae und unaufgeregtem Rock begeistert aufgenommen wurde. Das Auditorium jubelte, egal ob ein Song instrumental vorgetragen wurde, Xavier Unterstützung bei seinem Drummer fand oder allein eine besondere musikalische Kraft ausstrahlte. Dabei liegt dem leidenschaftlichen Surfer nicht nur seine Musik am Herzen, sondern auch die Umweltzerstörung oder der Umgang mit den Aborigines. Durchaus ernste Themen also, die er jedoch so verpackte, dass man die australische Sonne und den pazifischen Ozean zu spüren meinte.

Mit den BEATSTEAKS aus Berlin kehrte der Punk zurück auf die Green Stage, die zuvor noch von NOFX in Grund und Boden gespielt worden war. Den Headliner des Tages wollten natürlich viele sehen und vor allem hören, doch leider war der Sound alles andere als optimal und gerade an den Seiten war die Band teilweise gar nicht zu verstehen. Sehr schade, hatte Sänger Arnim Teutoburg-Weiß doch das Konzert des Jahres angekündigt. Stattdessen war auf der rechten Seite bald besser die Beschallung der Blue Stage zu hören, auf der JAN DELAY mit DISKO NO. 1 zeitgleich stand. Arnims Ansagen waren fast gar nicht zu verstehen und auch ruhigere Passagen gingen ziemlich unter. Bei „E-G-O“ wurde es etwas besser, das geile „Hail To The Freaks“ litt hingegen wieder sehr unter dem miesen Ton. Bei „Cut Off The Top“ erlaubten sich die BEATSTEAKS auch ein kleines „Yippie, Yippie, Yeah“, was gleich zu einem Massenklatschen führte und nach einem Einspieler des PET SHOP BOYS-Klassikers „West End Girls“ wackelte in Scheeßel die Heide. Ab „Atomic Love“ herrschte Ruhe auf der blauen Nachbarbühne, was das Zuhören leichter machte, immerhin bekam man einen genialen Instrumentalteil auf die Ohren und einen Falsettgesang, der an BLONDIE erinnerte. Passend zum Sommeranfang am nächsten Tag gab’s „Summer2 vom 2002er „Living Targets“, dem das schnelle „Panic“ auf dem Fuße folgte. Offensichtlich standen die Hauptstädter auch noch ein bisschen unter DEICHKIND-Einfluss, denn bevor der 2004er Hit „I Don’t Care As Long As You Sing“ erklang, legten die BEATSTEAKS ein Hip Hop-Medley hin, um mit „Hello Joe“ einen weiteren Smasher vom gleichen Album „Smack Smash“ folgen zu lassen, der ebenfalls enthusiastisch mitgesungen wurde. Mit „Hey Du“ verbreiteten die Raubeine ein wenig Melancholie, die man sonst eher von den ÄRZTEn kennt. Zu „Hand In Hand“ wurde abermals ausgelassen getanzt und vor allem mitgegrölt, was das Zeug hielt. Das UNDERTONES-Cover „Teenages Kicks“ widmete Arnim den anwesenden Damen und versprühte reinen „Rock’N’Roll, um mit „Let Me In“ mit Vollgas das große Finale einzuläuten. Bei der sich anschließenden Bandvorstellung wirkte der Sänger ein wenig wie der Irre in „Das Schweigen der Lämmer“, was allerdings nur an seiner hohen Stimme lag, mit der zu diesem Zeitpunkt agierte. Ursache war wohl der kleine Schwips, den er spürte, ebenso wie seine Vorahnung, Deutschland werde Europameister. Bald werden wir ja wissen, ob Herr Teutoburg-Weiß als Fußballorakel taugt. Abgesehen von der unverschuldeten Tonqualität sind die BEATSTEAKS zumindest ihren Headliner-Anforderungen gerecht geworden.

Aber der Abend war natürlich noch nicht zu Ende, denn nebenan auf der Blue Stage rüsteten sich THE CHEMICAL BROTHERS für eine fulminante Show. Wo bei den BEATSTEAKS eine nette Lightshow auf mäßigen Sound traf, wartete das englische Duo bestehend aus Tom Rowlands und Ed Simons mit einer gigantischen Licht- und Lasershow auf, bei der man nicht mehr genau sagen konnte, ob sie als Untermalung für die Songs diente oder ob die Tracks die visuellen Reize unterstützen sollten. Letztlich konnte ich noch nicht mal ganz genau erkennen, ob die beiden Electro-Frickler überhaupt hinter den Pulten auf der Bühne standen, was aber im Grunde auch alles gar keine Rolle spielte, denn das Ergebnis ist schließlich, was zählt! Und daran gab es nichts zu meckern. Mit „Galvanize“ starteten THE CHEMICAL BROTHERS gleich mit ihrem bislang größten Hit von der Langrille „Push The Button“ aus 2005, während auf drei Leinwänden eine atemberaubende Animation begann. Mal befanden sich bunte Kreise und Farbflächen in heftiger Rotation, dann tanzten rote und blaue Männchen zum zwingenden Big Beat. Nach „Just Get Yourself High“ hauten die beiden den Burner „Hey Boy Hey Girl“ raus, der es 1999 auf die LP „Surrender“ geschafft hatte. Bis zu „Believe“ wurden wir mit allerlei für Augen und Ohren belohnt. Bisweilen discomäßig, dann wieder fast meditativ trafen auf den glockenklaren Sound spacige Farbexplosionen, schwarz-weiße Waldansichten oder auch diverse Roboter, die durchs Bild marschierten, während Laser in den Nachthimmel über dem Eichenring schossen. „The Golden Path“ lieferte stampfende Beats zu kaskadenartigen Bildern, dann legte sich langsam Ruhe über die Konzertstätte, nachdem „You Are All My Children Now“ aus „Nightmare On Elm Street 2“ ein letztes Aufbäumen beim Publikum und den Musikern hervorgerufen hatte. Es folgte noch ein kurzer Herzschlag-Nachklang, bei dem auch die eigene Herzfrequenz wieder zur Ruhe kommen konnte. So eine CHEMICAL BROTHERS-Show könnte für jemanden mit schwachen Nerven u.U. eine echte Herausforderung sein. Die Kombination aus fordernder Musik und teilweise verstörenden Bildern mag nicht für jeden geeignet sein, in Scheeßel zeigte sich das Auditorium begeistert und da sich mir im Discozelt mit Sicherheit keine Steigerung mehr geboten hätte, suchte ich mein kleines Texel II auf, um neue Kräfte für den kommenden Tag zu sammeln.

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