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HURRICANE 2010 – TAG 3

Ort: Scheeßel – Eichenring

Datum: 20.06.2010

Dass es bei mir am Samstag spät geworden ist, kann man nun wirklich nicht sagen. 8 Uhr ist doch keine Zeit, oder? Na gut, es war wohl schon Sonntag Morgen um acht, als ich kurz vorm Einschlafen noch mal auf die Uhr geschaut habe. Da war es keine wirkliche Freude, etwa 90 Minuten später von Botteram-Margarine-Werbung geweckt zu werden. Ich erinnerte mich, dass NANA MOUSKOURIs „Guten Morgen Sonnenschein“ mich bereits im letzten Jahr aus dem Schlaf gerissen hat – da haben wohl die gleichen Leute in meiner Nähe gecampt oder das Lied ist eine Beschwörungsformel der Hurricane-Macher, die auf diese Weise einen Weckruf durch die Zelte schallen lassen. Wie auch immer, ich brauchte noch eine Weile, bis ich meine Zuhause auf Zeit wieder im Auto verstaut und alle Vorbereitungen getroffen hatte, um der ersten Kapelle ansichtig zu werden.

KATZENJAMMER

Meine Wahl traf um 13.00 Uhr vier junge Frauen aus Norwegen, die ich mit dem KATZENJAMMER KABARETT verwechselt hatte und für mich die Überraschung des Tages waren. Okay, wenn man Death Rock erwartet und Folk Rock bekommt, ist das auch einigermaßen überraschend, aber tatsächlich strahlten KATZENJAMMER derart viel Spielfreude aus, dass man sich ihrer frischen Mucke überhaupt nicht entziehen konnte. Das Quartett zeichnete sich nicht nur durch eine gewisse Durchgeknalltheit aus, die Damen sind allesamt wohl auch Multiinstrumentalistinnen, zumindest wurde in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder an den Instrumenten und dem Mikro durchgetauscht. Vielleicht sind alle vier aber auch Zicken und man konnte sich nicht einigen, wer welche Position besetzen sollte und deshalb gibt es jetzt dieses rotierende System. Mir ist jede Erklärung recht, denn das Ergebnis spricht für sich. Musikalisch sind KATZENJAMMER, deren Mitglieder alle studierte Musikerinnen sind, irgendwo zwischen Jazz, Rock, Balkan-Musik, Folk, Country und Chanson unterwegs. Ein wahrlich explosiver Mix, der vor der Hauptbühne kaum jemanden unberührt ließ. Zwar legte „Hey Ho The Devil“ zunächst verhalten los, doch schon bald gaben die Mädels wieder Gas und es durfte getanzt werden. Gern auch mal einen Walzer, der jedoch bei KATZENJAMMER nichts mit getragenen Hochzeitseröffnungstänzen zu tun hat, sondern mitsamt Schifferklavier und Ukulele ins Bein ging. Ein wenig wie die Dreigroschenoper auf Speed, dem sich treibende Songs anschlossen, die noch nicht auf dem 2009 in Deutschland erschienenen Debüt „Le Pop“ zu finden sind. Nicht wenige Zuschauer waren übrigens schon Besitzer des Silberlings und auch ich werde mich umgehend mit dem Werk versorgen, damit ich auch zuhause nicht auf Bluegrass-Geschrammel und Dixieland-Country-Blues verzichten muss. Oder wie hieß es in einer Review zum ebenfalls vorgetragenen „A Bar In Amsterdam so schön: „Mariachi-Polka mit hysterischem Trompetenthema“ – da kam sogar die Sonne wieder hinter den Wolken hervor, als Turid Jørgensen, Solveig Heilo, Marianne Sveen und Anne Marit Bergheim zu Bass-Balalaika, Akkordeon, Mandoline, Klavier, Schlagzeug, Geige, Mundharmonika, Banjo, Trompete, Glockenspiel, Kazoo und Blecheimer griffen.

DOES IT OFFEND YOU, YEAH?

Auf eine andere Weise nicht weniger durchgeknallt waren DOES IT OFFEND YOU, YEAH?, die im Anschluss auf der Blue Stage spielten. Der Fünfer haute irgendwas zwischen Electropunk und Technorock raus, der ebenso schräg wie einnehmend war. Offensichtlich haben die Briten eine Vorliebe für komplizierte Namen und Titel, denn auch ihre 2008er Debüt-Langrille hat mit „You Have No Idea What You’re Getting Yourself Into“ eine wenig einprägsame Bezeichnung bekommen. Diesem Silberling war beispielsweise das flott-frickelige „Battle Royale“ entlehnt, aber auch neuen Stuff hatte die vom Laptop-Duo zur rockenden Live-Band angewachsene Combo im Gepäck. Das führte schon mal zu wildem Gehüpfe vor der Stage – von Müdigkeit waren zur Mittagsstunde des dritten Tages anscheinend die ausdauernden Hurricane-Besucher nicht betroffen. Die erinnerten sich vielmehr beim „Mahna Mahna“-Song aus der Sesamstraße an ihre mehr oder weniger lang zurück liegenden Kindheit und feierten das darauf folgende „Oh Dear Oh Dear My Friends“, das ebenfalls noch unveröffentlicht ist, amtlich ab. Insgesamt sehr tanzbar und eine spannende Alternative im weiten Indie-Feld.

THE GASLIGHT ANTHEM

Mit THE GASLIGHT ANTHEM näherten wir uns langsam dem frühen Abend, nachdem am Nachmittag die Musik bei mir ein wenig in den Hintergrund gerückt war, da es allerhand Freunde und Bekannte zu treffen galt. Es hätte jedoch einiger Überzeugsarbeit bedurft, damit ich die Punk-/ Indie-/ Alternative-Rock-Band aus New Brunswick verpasst hätte. Meines Erachtens sind Sänger und Gitarrist Brian Fallon und seine Jungs die hochenergetische Antwort auf den alternden BRUCE SPRINGSTEEN und da jüngst erst die dritte Langrille rausgekommen ist, stand eine Live-Beschau ganz oben auf meiner To-Do-Liste. Die gutgelaunten GASLIGHT ANTHEMs legten auch gleich mit dem Titeltrack ihrer letzten VÖ los und Mr. Fallon ließ dazu seine herrlich kratzig-versoffene Stimme erklingen, während er unter seiner Schiebermütze das strahlende Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekam. Keine Frage, die Kerle haben Spaß an ihrer Mucke und der übertrug sich auch auf das zahlreich erschienende Publikum. Der Sound war schlicht und ergreifend gut gelaunt und wem es da wie bei „Stay Lucky“ und „We Came To Dance“ nicht in den Beinen juckte, war definitiv falsch auf einem Rock-Festival. Mal ganz abgesehen davon, dass diese beiden Songtitel gleichzeitig auch die allumfassende Aussage der GASLIGHT ANTHEM auf den Punkt brachten. Deshalb galt es solche Perlen wie „The 59 Sound“ (gleichzeitig auch die Bezeichnung der Vorgänger-Platte aus 2008) ausgiebig zu feiern, ehe es „Bring It On“ etwas ruhiger, aber genauso druckvoll angehen ließ. „The Queen of Lower Chelsea“ offenbarte die emotionale Seite des Quartetts mit dem Totenkopf-Backdrop und auch „Even Cowgirls Get The Blues“ setzte auf hymnische Klänge, bevor das dicke Ende mit viel Wumms kam, der auch bei „Miles Davis & The Cool“ erhalten blieb. Auf der Zielgeraden wurden die ungestümen Jungspunde bei „Here’s Is Looking At You, Kid“noch einmal sanfter und rhythmusverliebter, um schlussendlich mit „The Backseat“ noch einmal alles zu geben. Wie schön, dass sich die Herrschaften aus New Jersey beim AREA 4 noch einmal die Ehre geben und ich dabei sein darf…

LCD SOUNDSYSTEM

War es bisher nur für Mitte Juni viel zu kalt, öffneten sich beim LCD SOUNDSYSTEM nach der Hälfte der Spielzeit die Himmelsschleusen und es goss auf einmal wirklich wie aus Eimern. Der Band um Mastermind James Murphy liefen im wahrsten Sinne des Wortes die Zuschauer weg, die versuchten sich irgendwo unterzustellen, was mir zwar in weiser Voraussicht schon vorab gelungen war, nur konnte ich jetzt von der Performance des DFA-Electropunk-Label-Mitbegründers und seiner Band nichts mehr sehen. Der Sound machte auf jeden Fall mächtig Druck und zu „Drunken Girls“ und „Yr City’s A Sucker“ konnte auch in Scheeßel noch im Trockenen ausgelassen getanzt werden. Bei „Daft Punk Is Playing In My House“ vom 2005er selbstbetitelten LCD-SOUNDSYSTEM-Erstling war es dann allerdings unmöglich, nicht im Nassen umherzuwirbeln. Schade, denn die Mucke war wirklich genau das Richtige, um noch einmal richtig steil zu gehen. Immerhin wurde es beim finalen „Yeah“ schon wieder heller und das sollte es am Ende dann auch mit dem Regen gewesen sein.

DONOTS

Witterungsunabhängig waren die DONOTS aus dem beschaulichen Ibbenbüren auf der roten Bühne dabei, das Zelt auf links zu drehen. Den Anfang hatte ich zwar verpasst, aber die Ibbtown-Punks zählen auch zu diesen Vertretern, die man sieht, hört und nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Obwohl am Freitag schon beim Southside und samstags auf einer privaten Hochzeitsfeier, war das Quintett gewohnt frisch und lebendig, was jedoch auch am Publikum gelegen haben könnte, das absolut partywillig war und den Alternative-Punkrockern aufs Wort gehorchte. Arme schwenken, Sing-Spielchen, Moshpits und die Aufforderung, sich mit alle Mann hinzusetzen, wurden begeistert mitgemacht. Da machte es auch nichts, dass zwischendurch einmal kurz auf der linken Bühnenhälfte der Strom ausfiel. Fronter Ingo Knollmann, der die DONOTS vor 17 Jahren mitgegründet hat, improvisierte schnell ein par Hip-Hop-Themen und schon war der Schaden behoben und es konnte mit „Stop The Clocks“ weitergehen. Die Nummer vom vorletzten Silberling „Coma Chameleon“ ließ das Zirkusrund erbeben, was beim gleich darauffolgenden „Whatever Happened To The 80s“ erneut passieren sollte. Wenn man bedenkt, dass auch dieses Stück inzwischen zehn Jahre auf dem Buckel hat, stellt sich fast schon nicht mehr die Frage, was mit den Achtzigern passiert ist, sondern vielmehr, wo eigentlich das erste 2000er Jahrzehnt geblieben ist. Den guten Ingo verschlug es derweil bei „We’re Gonna Take It“ crowdsurfend ins Auditorium, womit die Show eigentlich beendet sein sollte. Der tosende Applaus und die lautstarken Zugaberufe erwirkten jedoch einen Nachschlag, der nicht nur „Good-Bye Routine“ sondern auch eine Preisreduzierung am Merch-Stand zur Folge hatte. Ab sofort wurden alle CDs für 10,00 EUR vertickt, während noch ein letztes Mal gemeinsam gesungen wurde.

DEICHKIND

Das Hurricane fieberte langsam aber sicher dem großen Finale entgegen und sämtliches Volk schien sich inzwischen auf dem Festivalground zu bewegen. Insbesondere bei DEICHKIND vor der Blue Stage drängten sich die Massen. Kein Wunder, denn die Hamburger Hip-Hop- und Electro-Formation ist live ein steter Garant für eine gigantische Party. Als Outfit hatten MC Phillip Grütering, MC Ferris, DJ Phono und MC Porky erneut die bunten „Verkleidungen“ gewählt, deren Rückseite das Wort „YEAH“ bildeten, wenn ihre Träger sich in der richtigen Reihenfolge aufstellten. Außerdem stand auf der Bühne erneut die riesige „Titte“ und auch ein Trampolin durfte in gewohnter Weise nicht fehlen, damit es schließlich um 19.45 Uhr mit „Arbeit nervt“ losgehen konnte. Welch wahrer Spruch an einem Sonntagabend, der mit Ausblick auf den Montag und die beginnende Arbeitswoche schon mal an Glanz verlieren kann. Da viele jedoch das Wochenende noch ein wenig verlängern konnten, galt es jetzt zunächst, das Festival weiter zu genießen, wofür die Crowd bei DEICHKIND in den besten Händen war. Ich zog allerdings FAITHLESS vor, weshalb für mich nach einer knappen halben Stunde diese Party vorüber war.

FAITHLESS

In diesem Jahr wurde auf dem Hurricane nicht nur viel gerockt, sondern auch überdurchschnittlich viel Trip Hop und Dance gespielt. In diese Riege reihte sich auch die kongeniale britische Musikergruppe FAITHLESS ein, die zur Tatort-Zeit mit einem Intro das Sagen auf der Main Stage übernahm. Seit inzwischen auch schon wieder 15 Jahren sorgen Fronter Maxi Jazz (der mich angesichts seines hemdlosen Oberkörpers nur beim Anblick frösteln ließ) und Keyboarderin Miss Bliss mit Mastermind Rollo im Hintergrund und Gastmusikern auf der Bühne für schweißtreibende Gigs, die auch diejenigen fesseln, die mit sich mit dem Genre eigentlich weniger verbunden fühlen. So war es auch am Eichenring, wo spätestens mit der Hymne „God Is A DJ“ vom 1998er „Sunday 8PM“ kein Halten mehr möglich war. Mit allerlei begleitender LED-Optik im Hintergrund fegten FAITHLESS 75 Minuten lang über die Hurricane-Gemeinde hinweg und sorgten auf diese Weise für den Höhepunkt des Sonntags. Als Special Guest war ein als Harry vorgestellter Herr mit von der Partie, der seinen ersten Einsatz bei „Feel Me Now“ hatte und sogleich mit einer geilen Stimme überzeugen konnte, ehe es mit „Mass Destruction“ erneut einen Kracher der FAITHLESS-Discografie auf die Ohren gab. „Tweak Your Nipple“ war hingegen ein neuer Track vom unlängst veröffentlichten sechsten Studio-Longplayer „The Dance“, der insbesondere mit fetter Percussion zu gefallen wusste. Keine Frage, dass die Hymne „Insomnia“ vom Debüt „Reverence“ nach allen Regeln der Kunst abgefeiert wurde, ehe es mit „Everything“ All Right“ und „Bombs“ eine Spur zurückhaltender wurde. Das letztgenannte Stück performten Harry und Maxi ebenso wie das grandiose „Salva Mea“ gemeinsam, bevor zu den E-Gitarrenklängen eines gewissen Herrn Randall „Not Going Home“ effektvoll in Szene gesetzt wurde. Zu den Mangas auf den Videowalls läuteten FAITHLESS die vorletzte Tanzrunde ein, denn schon war das finale „We Come 1“ an der Reihe, für das alle einen Finger in den kalten Nachthimmel reckten und so diese wünschenswerte, aber wohl leider illusorische Aussage des bekennenden Buddhisten Maxi Jazz Unterstützung schenkten. Ein fantastischer Gig vor toller Kulisse, den die noch kommenden Bands kaum toppen konnten.

Setlist FAITHLESS
Happy
Sun To Me
All Races
God Is A DJ
Feel Me Now
Mass Destruction
Tweak Your Nipple
Insomnia
Everything All Right
Bombs
?
Salva Mea
Not Going Home
We Come 1

THE STROKES

Auf der Red Stage starteten IGNITE einen entsprechenden Versuch, während THE PRODIGY ihr Bestes auf der Blue Stage gaben und ich der Dinge an der Green Stage harrte, wo THE STROKES als große Headliner den Abend und das Festival beschließen durften. Eine mutige Entscheidung der Veranstalter, nachdem Sänger Julian Casablancas 2006 beim Hurricane wütend eine Filmkamera geschrottet hatte. Es konnte also noch spannend werden, was sich der exzentrische Fronter noch würde einfallen lassen. Zunächst einmal ließen sich die New Yorker Garagen-/ Indie-Rocker Zeit, denn während nebenan THE PRODIGY schon den „Firestarter“ rausholten, tat sich auf der Hauptbühne noch nichts. Endlich war es um 22.10 Uhr mit einem „We-will-rock-you“-Intro soweit und THE STROKES berichteten von den „New York City Cops“, die von „The Modern Age“- Stakkatodrums und jaulenden Langäxten abgelöst wurden. Dass es bei „Hard To Explain“ ein paar technische Probleme mit der rechten Leinwand gab, fiel nicht wirklich ins Gewicht. Deutlich auffallender war das Mr. Casablancas mal wieder völlig neben sich stand und eigentlich nur Mumpitz erzähle. Bei solchen Gelegenheiten fragt man sich dann doch, wie der Herr solche zweifelsohne genialen Songs hinbekommt, wie wir sie von den STROKES kennen. Vielleicht hat es aber auch seine guten Gründe, dass es seit nunmehr schon fünf Jahren auch nichts Neues mehr von der Combo gab. Mit ihrer Mucke konnte mich der Fünfer durchaus überzeugen, aber ihr Fronter hätte sich dringend mehr konzentrieren müssen. Wenn er erst einmal wusste, was er singen sollte, klappte das dann zwar wie bei dem Song „Reptilia“, das gut mitgeklatscht wurde, auch, aber der Weg dahin war kein leichter… Schon das groovende „You Only Live Once“ hatte Julian nicht mehr auf dem Plan, dafür kam das fast schon poppige „Soma“ richtiggehend flüssig und das Gitarrensolo von „Vision of Divison“ war zweifelsohne traumhaft, doch nachdem ich mit „Someday“ und „Last Nite“ zwei geliebte Favoriten von meiner Wunschsetlist abstreichen konnte, verzichtete ich auf Zugaben und machte mich stattdessen schleunigst auf den Weg zum meinem Auto, um noch vor dem großen Exodus den Eichenring zu verlassen.

Setlist THE STROKES (nicht vollständig)
New York City Cops
The Modern Age
Hard To Explain
Reptilia
What Ever Happened?
You Only Live Once
Soma
Vision of Division
I Can’t Win
Is This It
Someday
Red Light
Last Nite

Kalt war’s, aber es war auch wieder schön – das Hurricane. Die Veranstalter waren angesichts eines mit 70.000 Besuchern ausverkauften Festivals ebenfalls zufrieden. Die vierte Bühne, die neben Electro-Acts auch ein Variete-Programm bot, wurde so gut angenommen, dass am Samstag sogar das FRITTENBUDE-Konzert und die nachfolgenden Gigs gecancelt werden mussten und auch die Einrichtung des Uncle-Emma-Ladens hat sich bei 78.000 verkauften Dosen Bier und gut 15.000 Litern Wasser, die über die Ladentheke gingen, gelohnt. Mit weniger Gepäck sind auch mehr Leute mit der Bahn angereist, die mit 14.000 Fahrgästen auch einen neuen Rekord meldete. Ganz neu war auch ein bargeldloses Bezahlsystem, das allerdings erst auf den letzten Drücker in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Scheeßel umgesetzt werden konnte und deshalb nur in einem überschaubaren Rahmen angenommen wurde. Weniger Bargeld würde auch weniger Anreiz für die Taschendiebe bedeuten, die immerhin 140 Portmonees erbeuteten, weshalb die Polizei noch einmal ganz eindringlich darum bittet, keine Geldbörsen in den Gesäßtaschen zu tragen und auch keine Wertgegenstände in den Zelten zu lassen. Im Übrigen wurden 200 gefälschte Tickets sicher gestellt, darum wird auch im kommenden Jahr jede Karte an der Bändchenausgabe gescannt und 168 Leute mussten ins Krankenhaus gebracht werden, während 1.735 Behandlungen vor Ort vorgenommen werden konnten. Die Feuerwehr, die mit 30 Kameraden auf dem Festivalgelände war und noch 12 Mann in den Außenwachen hatte, musste 24 mal ausrücken, darunter waren 18 Brände zu löschen. Bedenkt man, wie viel Alkohol an diesem Wochenende geflossen ist und das 70.000 Menschen auf so engem Raum gefeiert haben, darf man mit Fug und Recht den Besuchern attestieren, dass sie wie in der Vergangenheit sehr friedlich miteinander umgegangen sind. In einer Stadt gleicher Größe mit einer alkoholgeschwängerten Feierlichkeit ähnlichen Kalibers, sähe die Bilanz vermutlich weniger positiv aus. Bleibt mir nur noch, der Polizei, den „Brandstiftern“, Estland, den Ingenieuren der Umweltschutz-, Verfahrens- und Sicherheitstechnik und allen anderen, die mir über den Weg gelaufen sind, eine gute Erholung von den „Anstrengungen“ des Hurricanes zu wünschen. Wir sehen uns 2011 am Eichenring!

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