Konzert Filter

HURRICANE 2012 – TAG 1

Ort: Scheeßel – Eichenring

Datum: 22.06.2012

Die Heide bebt – das sollte einmal mehr das Motto des Hurricanes sein und auch wenn der Wettergott ausgerechnet in dem Moment, als ich mein Zelt aufbaute, einen fieses Regenguss schickte, zeigte er sich am ersten Tag ansonsten versöhnlich und verwöhnte die 73.000 Rockjünger passend zum Sommeranfang mit wärmenden Sonnenstrahlen. Die äußeren Bedingungen passten also schon einmal bei der 16. Auflage des erneut ausverkauften Festivals in der kleinen Stadt Scheeßel in der Nordheide. Den Rest erledigten die zahlreichen, abwechslungsreichen Bands und natürlich das gut gelaunte und absolut feierwütige Publikum.

SWITCHFOOT

Bereits um kurz vor 15.00 Uhr hatte sich eine erkleckliche Menge vor der Hauptbühne eingefunden, wo SWITCHFOOT aus San Diego/ Kalifornien die Ehre hatten, das Festival zu eröffnen. Der Fünfer tat dies ohne lange zu fackeln und brachte das Auditorium beispielsweise mit dem BEASTIE-BOYS-Cover „Sabotage“ auch gleich in Wallung. Derweil suchte Sänger Jon Foreman den Kontakt zum Publikum und ging beim etwas ruhigeren „Dare You To Move“ auf Tuchfühlung. Mit viel Schmackes und sehr präsenten Langäxten empfahlen sich die Amis, die bereits seit 1996 gemeinsame Sache machen und erst vor ein paar Stunden in Deutschland angekommen waren nach hörenswerten 30 Minuten und hatten mit ihren Songs ohne Frage für einen knackigen Hurricane-Auftakt gesorgt. Wer sich dachte, dass ihm der Sound irgendwie bekannt vor kam, könnte richtig gelegen haben, denn SWITCHFOOT haben z.B. für die Filmmusiken zu „Die Chroniken von Narnia“, „Nur mit Dir“ und „In Time“ Stücke beigetragen. Außerdem sind die Alternative-Rocker für ihre spirituell aufrüttelnden und sozial bewussten Liedtexte bekannt.

Setlist SWITCHFOOT
Mess of Me
Sabotage (BEASTIE-BOYS-Cover)
Dare You To Move
The Sound (John-M.-Perkins-Blues)
Dark Horses
Meant To Live

HOFFMAESTRO

Die Blue Stage wurde in diesem Jahr mit Sirenengeheul eingeweiht, welches dazu diente, auf die elf Mann hinzuweisen, die aus Schweden in die Nordheide gekommen waren. Die Rede ist nicht von der schwedischen Nationalelf, die nach dem Vorrundenausscheiden bei der EM jetzt zwar Zeit gehabt hätte, aber trotz allem vermutlich auf dem Fußballplatz besser aufgehoben ist als auf einer Bühne. Dass HOFFMAESTRO mit ihrer Fusion aus Ska, Reggae, Punk und New-Orleans-Funk ins Rampenlicht gehören, steht hingegen außer Frage. Mit viel Gebläse und mehrstimmigem Gesang startete bei den Herrschaften augenblicklich eine Riesen-Party, die sogleich auf die Zuschauer übergriff, die beim zweiten Song „Seize The Day“ bereits im Tanzmodus angekommen waren. Allerdings war es tatsächlich auch ziemlich schwierig, sich dem Gute-Laune-Sound der Skandinavier zu entziehen. Zumal, wenn die Herrschaften mit ihren schrägen Tanzeinlagen punkteten. Musikalisch gab’s mal südamerikanisches Flair auf Highspeed, dann waren wie beim Highwayman“ durchaus auch Country-Vibes zu spüren, die ebenfalls mit viel Tempo, jedoch ohne die Bläser-Fraktion vorgetragen wurden. „Round It Goes“ war zweifellos das Motto der ausgelassenen halben Stunde, denn rund ging es wahrlich am Eichenring. Bei „The Storm“ (dem nach eigenem Bekunden gefährlichsten Lied der Band), war der Einsatz der Zuschauer gefragt, denn auf Anweisung hatte die Crowd nach rechts bzw. links zu laufen, was ebenso wie die Schrei- und Singspielchen schon ganz gut funktionierte. Auf diese Weise war der Kreislauf der Festivaljünger gut in Schwung gekommen und während sich HOFFMAESTRO zu einem poppigen Outro noch ein letztes Mal verbeugten, kehrte ich zur Green Stage zurück.

BOMBAY BICYCLE CLUB

Hier agierte bereits der BOMBAY BICYCLE CLUB, bei dem es deutlich gesitteter zuging. Serviert wurde netter Indie, der auch schon mal ein wenig irisch klingen konnte, bisweilen jedoch auch eine karibische Note ins Spiel brachte. Benannt nach einer in London bekannten indischen Gastronomiekette, scheinen sich die Engländer mit der richtigen Rezeptur der unterschiedlichsten musikalischen Zutaten und Würzungen auszukennen. Rhythmusbetont und temporeich, mit grummelnden Gitarren gelegentlich auch ein wenig verquer und dann wieder um einen verspielten Sound bemüht, gab es hier viele Facetten zu entdecken, die man auf der blauen Bühne im Anschluss vergeblich suchte.

JENNIFER ROSTOCK

Dass es trotzdem eine nicht zu übersehende Völkerwanderung in diese Richtung gab, lag an der zweifelsohne reichlich durchgeknallten Fronterin der nächsten Combo: Jennifer Weist, fälschlich häufig als JENNIFER ROSTOCK tituliert, war auch heuer wieder in ihrem Element, haute eine Unflätigkeit nach der anderen raus und soff, was das Zeug hielt. Musikalisch gab’s solide Hausmannskost und neben der Tatsache, dass es ziemlich voll war, zeugte auch der Umstand, dass ein junger Spund auf einer großen Papptafel erklärte, er wolle ein Kind von Jennifer, dass die Dame mit ihrer rotzigen Art durchaus die Massen anspricht. Mich nervte ihr Gelaber, wenn beispielsweise das Publikum in ihre rechte und linke Schamlippe geteilt werden sollte oder eine Zuschauerin mit den Worten „die Blonde mit den dicken Ömmeln“ zwecks gemeinsamen Umtrunks auf die Stage geholt wurde, ziemlich schnell, aber glücklicherweise gab es ja genügend Ausweichmöglichkeiten. Also verabschiedete ich mich nach fünf Songs wieder Richtung Green Stage.

Setlist JENNIFER ROSTOCK (bis 16.45 Uhr)
Meine bessere Hälfte
Feuer
Mein Mikrofon
Es tut wieder weh
Der Kapitän

ROYAL REPUBLIC

Hier hatte sich royaler Besuch aus dem hohen Norden, genauer gesagt aus Malmö angesagt. Damit war schon mal klar, dass nicht die Königsfamilie auf Stippvisite in Scheeßel war. Tatsächlich rockten ROYAL REPUBLIC den bereits ziemlich staubigen Eichenring, nachdem sie zu einer hymnischen Einmarschmelodie Aufstellung genommen hatten und es mit „President’s Daughter“ auch gleich ordentlich krachen ließen. Lang gefackelt wurde bei den Schwedenhäppchen nicht; vielmehr ging’s einmal mehr sehr straight nach vorn, was das Auditorium zu schätzen wusste und sich daher beim Mitklatschen und –singen nicht lumpen ließ. Neben den bekannten Nummern des 2010er Debüts „We Are The Royal“ hatten ROYAL REPUBLIC auch neues Material vom kommenden Album „Save The Nation“ im Köcher. Etwa die zackige Vorabsingle „Addictive“, die Lust auf mehr machte. Ehrensache, dass Stomper wie das blitzschnelle „Good To Be Bad“ oder „Underwear“ ebenso abgefeiert wurden, wie der fette Ausputzer „Tommy-Gun“, mit dem sich ROYAL REPUBLIC nach 40 Minuten empfahlen. Möglicherweise musste Sänger Adam Grahn ja auch sein Schweinsteiger-Trikot noch mal aufbügeln, denn mit nichts anderem bekleidet wollte er abends das Spiel Deutschland gegen Griechenland (das die deutsche Mannschaft übrigens 4:1 für sich entscheiden konnte) sehen.

Setlist ROYAL REPUBLIC
President’s Daughter
Good To Be Bad
All Because of You
Neuer Song
Cry Baby Cry
Addictive
Full Steam Spacemachine
The End
Underwear
Tommy-Gun

BOSSE

Fußball war definitiv ein großes Thema an diesem Freitag, bei BOSSE ging’s allerdings mehr ums Tanzen und so legte der junge Herr, der es gar nicht fassen konnte, vor so einem großen Auditorium auf der blauen Bühne spielen zu dürfen, mit „Metropole“ auch gleich einen flotten Start hin. „3 Millionen“ ließ sich etwas mehr Zeit, um in Fahrt zu kommen, Nachdenklich und mit viel Drive schloss sich „Die Nacht“ an und gemeinsam mit dem Publikum wurde „Sommer lang“ zu Gehör gebracht. „Weit weg“ zählt zu den Hits der vier Alben umfassenden BOSSE-Diskografie und dank „Du federst“ ging’s schwungvoll weiter, während der sympathische BOSSE im Graben unterwegs war. Druckvoll und sehr tanzbar setzte „Alter Strand“ die musikalische Reise fort, die in „Frankfurt/Oder“ treibend endete.

Setlist BOSSE
Metropole
3 Millionen
Die Nacht
Sommer lang
Weit weg
Du federst
Alter Strand
Frankfurt/ Oder

DISCO ENSEMBLE

Wer nun dachte, dass es mit dem DISCO ENSEMBLE auf der Red Stage (erstmals nicht im Zelt, sondern open air) mit Discokugel-Sounds weiterginge, hatte sich getäuscht. Zunächst einmal schien es Probleme mit dem Keyboard des Sängers Mikka Koivisto zu geben, die dazu führten, dass die Finnen mit fünf Minuten Verspätung starteten und doch dann ließ der Vierer keinen Zweifel daran, dass es keinesfalls Discomucke auf die Ohren gäbe. Stattdessen standen krachende Post-Hardcore-Sounds auf dem Programm, die mit Punk und Indie gepimpt, keine Wünsche offen ließen. Der Vierer mit den lustigen finnischen Namen (außer Mikka Koivista: Jussi Ylikoski – Gitarre, Lasse Lindfors – Bass und Mikko Hakila am Schlagzeug) begab sich umgehend in medias res und konnte damit auch beim Auditorium punkten. So wurde auf der roten Bühne ziemlich schnell alles in Grund und Boden gerockt und ich ärgerte mich, dass ich die Jungs im September 2010 vor lauter Übermüdung nicht in Münster sehen konnte. Jetzt musste ich mich mit schmalen 35 Minuten zufrieden geben, die allerdings bestens genutzt wurden. Entsprechend hatte sich bei „Threat Letter Typewriter“ der Bereich vor der Stage bereits in einen kleinen Hexenkessel verwandelt und auch mit Songs wie „White Flag For Peace“ oder „So Cold“ machte die 1996 gegründete Kapelle aus Pori erst gar keine Gefangenen. Weshalb die Jungs nicht die gesamte Spielzeit ausgenutzt haben und bereits fünf Minuten vor der Zeit von der Bühne gegangen sind, vermag ich nicht zu sagen. Die Zugaberufe bewiesen auf jeden Fall, dass die Crowd gern noch mehr gehört hätte und wenn das DISCO ENSEMBLE im November nach Osnabrück kommt, bin ich auf jeden Fall am Start, dann kann mir dank des Heimspiels ja auch keine einschläfernde Autobahnfahrt in die Quere kommen.

CASPER

Dass deutschsprachiger Rap mit intelligenten Texten durchaus seine Anhänger hat, bewiesen die Besuchermassen an der Blue Stage, die bereits von CASPER in Beschlag genommen worden war. Der zeigte sich ebenso begeistert von Pappschildern mit der Aufschrift „Extertal“ (CASPERs alte ostwestfälische Heimat), wie von den vielen Leuten, die ihn hören und sehen wollten. Als ich dazu stieß, ging’s mit „Unzerbrechlich“ vom Erstling „Hin zur Sonne“ aus 2008 zunächst etwas ruhiger zur Sache, doch schon der Rapper „Rock’N’Roll“ brachte das Volk zum ausgelassenen Hüpfen. „Blut sehen“ versetzte die Blue Stage in einen Midtempo-Hip-Hop-Modus und zum groovenden „Guten Morgen Herzinfarkt“ stand kollektives Arme recken auf dem Programm, bevor es umgehend die ausgestreckten Mittelfinger des Auditoriums zu sehen gab, die natürlich der optischen Untermalung des Songs „Mittelfinger hoch“ dienten. Ein Piano kam bei „Die letzte Gang der Stadt“ zum Einsatz, ehe „So Perfekt“ den Gig beendete. Der Hit durfte natürlich nicht fehlen und wer bisher noch nicht wusste, wie die Nummer-1-Langrille des Wahl-Berliners heißt, konnte den entsprechenden Schriftzug XOXO auf illuminierten Würfeln im Bühnenhintergrund sehen.

Setlist CASPER (ab 19.00 Uhr)
Unzerbrechlich
Rock’N’Roll
Blut sehen
Guten Morgen Herzinfarkt
Mittelfinger hoch
Die letzte Gang der Stadt
So perfekt

THE BRONX

Zurück zur Red Stage, die sozusagen in die Bronx verlegt wurde. So zumindest der Name der Hardcore-Punk-Kapelle, die in den kommenden 40 Minuten die Fäden auf der dritten Bühne in der Hand hielt. Zwar kommen die fünf Herrschaften gar nicht aus dem berüchtigten New Yorker Stadtteil, sondern aus dem sonnigen Los Angeles, aber das tat dem harten Sound der Jungs keinen Abbruch. Seit 2002 wird bei THE BRONX gerockt, geschrammelt und gebrüllt. Und mit einem entsprechend heftigen Brett startete auch der Opener „Heart Attack American“. Brachiales Highspeed-Geballer offerierte „Rape Zombie“ und mit „Inveigh“ waren die letzten Zweifel verflogen, dass wir es hier mit ganz bösen Jungs zu tun hatten, die sich hervorragend aufs nötige Rockposing verstanden und mit einer vollen Breitseite ihr begeistertes Publikum unter Beschuss nahmen. „Shitty Future“ schloss sich hier laut und treibend an und auch die „Motherfucker-Music“ (THE BRONX über THE BRONX) von „They Will Kill Us All (Without Mercy)“ oder „Knifeman“ kannte nur eine Richtung: ab durch die Mitte! Fürs finale „History’s Stranglers“ begab sich Sänger Matt Caugthtran in den Graben und bekam auch noch die Crowdsurfer, die er sich vom Auditorium gewünscht hatte.

LABRASSBANDA

Auf der zweiten Bühne sollte im Anschluss eine bayerische Technoparty steigen, für die LABRASSBANDA verantwortlich zeichneten. Die Blaskapelle der besonderen Art durfte zwar zu ihrem Bedauern nicht beim Chiemsee Reggae Festival spielen, aber die Macher des Hurricanes hatten gut daran getan, den bayerischen Fünfer, der ganz zünftig in Krachledernen und barfuß auf der Stage agierte, einzuladen. Augenblicklich verwandelte sich das Gelände in eine einzige riesige Tanzfläche und es wurde eine ausgelassene Party gefeiert, bei der es auch ziemlich egal war, ob man die mundartlichen Texte nun verstand oder nicht. Dass LABRASSBANDA zu allem Überfluss auch noch mit dem Fußballspiel Deutschland gegen Griechenland konkurrieren mussten, nahm die Combo sportlich und kündigte an, bei einem Tor für Griechenland eine Ballade zu spielen und bei einem Treffer für Jogis Jungs richtig in die Vollen zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings bereits zur nächsten Bühne gezogen, nachdem LABRASSBANDA mit ihrem „Ragga“ unter Beweis gestellt hatten, dass sie durchaus das passende musikalische Material fürs heimische Chiemsee Reggae Festival hätten und es „brutalen bayerischen Techno“ auf die Mütze gab, der bei LABRASSBANDA natürlich vermittels der Blechinstrumente auf den Weg gebracht wurde.

THE XX

Auf der Green Stage verwies derweil ein großes dreidimensionales „X“ aus Plexiglas oder einem ähnlichen durchsichtigen Material auf die nächste Band THE XX. Die drei Beteiligten enterten komplett schwarz gekleidet zu den letzten Sonnenstrahlen des Tages um 20.50 Uhr die Bühne und legten mit „Devotion“ recht sphärisch und bassbetont los. Die Briten zeigten sich ein wenig unterkühlt und insbesondere Bassist und Sänger Oliver Sim machte den Eindruck, als laste eine Menge Weltschmerz auf seinen Schultern. Ihm zur Seite standen Romy Madley Croft am Mikro und dem Sechssaiter sowie Jamie Smith an der Drum Machine. Die drei Londoner sind bereits gemeinsam zur Schule gegangen und haben THE XX 2005 aus der Taufe gehoben. Der Mix aus Elektron und verträumten Indie-Pop machte sich gut und auch wenn der Dreier nach eigener Auskunft schon länger nicht mehr in Deutschland war, hatten sich trotz Fußballs etliche Zuschauer eingefunden, die auch für das ruhige „Friction“ einigen Beifall spendeten. Minimale Instrumentierung am Anfang und darauf folgende Grummel-Sounds zeichneten „Basic Space“ aus. In diesem Sinne setzten THE XX ihre Show fort, die zwischenzeitlich einmal unterbrochen werden musste, als das 1:0 für Deutschland auf den Leinwänden eingeblendet wurde und die Musik im Applaus der Anwesenden unterging.

HOT WATER MUSIC

Relativ leere Ränge fand ich um 22.00 Uhr vor der roten Bühne vor. Gegen König Fußball hatten HOT WATER MUSIC wohl keine Chance, schade eigentlich, denn die altgediente Post-Hardcore-Kapelle aus Gainesville/ Florida hat gerade ihr neues Album „Exister“ an den Start gebracht und überhaupt so viele hörenswerte Songs auf Lager, dass man sich eigentlich einen Auftritt von Chuck Ragan (Gesang & Gitarre), Chris Wollard (Gitarre & Gesang), Jason Black (Bass) und Drummer George Rebelo nicht entgehen lassen sollte. Mir stellt sich ja immer die Frage, wie viel Alkohol und Kippen wohl für die rauen Stimmen der Herren verantwortlich sind, denn insbesondere Chuck Ragan verfügt über ein derart heiseres Organ, dass es schon fast erstaunlich ist, dass die Stimmbänder überhaupt funktionieren. Mit dem Song „Remedy“ vom 2002er „Caution“ ging es gleich mal auf die Überholspur und auch „Trusty Chords“ vom gleichen Silberling gab ordentlich Gas und ließ sich 1a mitgrölen. Das blitzschnelle „Old Rules“ von „A Flight And A Chrash“ aus 2001 war allen gewidmet, die auf dem Hurricane arbeiten mussten und dass die Herrschaften auch anno 2012 nicht an Wumms und Druck verloren haben, zeigten sie beispielsweise mit dem brandneuen „The Traps“, zu dem über die Bühne allerlei Lichtblitze zuckten. Belohnt wurden HOT WATER MUSIC für ihre energiegeladene Show nach 45 Minuten mit diversen Zugaberufen, die aufgrund des engen Zeitplans allerdings nicht erfüllt werden konnten und ich beeilte mich, zur Hauptbühne zu kommen.

THE CURE

Hier war bereits die Zeit des heutigen Headliners gekommen. THE CURE hatten schätzungsweise bereits etwa eine halbe Stunde gespielt, als ich mich an der Green Stage einfand, vor der es verhältnismäßig übersichtlich war. Die SPORTFREUNDE STILLER bespielten zu diesem Zeitpunkt noch die Blue Stage und auf diese Weise schienen sich die Besucherströme ganz gut verteilt zu haben. THE CURE hatte ich bereits vor einigen Jahren beim Hurricane gesehen und war bei dieser Gelegenheit insbesondere von Robert Smith arg enttäuscht worden. Am heutigen Abend war „Mr. Cure“ (wie immer mit reichlich Make Up und Haarspray versehen) eindeutig in spielfreudigerer Stimmung. 1976 als MALICE gegründet, zählt THE CURE (und somit Robert Smith) zu den wichtigsten Wave-Bands überhaupt und dürfte unzählige Musiker und Fans nachhaltig beeinflusst haben. Einen entsprechend weit gefächerten Ausschnitt der umfangreichen Diskografie gab es dann auch zu hören und natürlich durften solche Hits wie „Lullaby“, „Friday I’m In Love“ und natürlich „Boys Don’t Cry“ nicht fehlen. Auch wenn es in den letzten Jahren eher ruhig um THE CURE geworden ist, konnten die Engländer dank der eindeutig besseren Tagesform des inzwischen 53-jähigen Smith dieses Mal durchaus bei mir punkten. Lieber Robert, ich bin wieder versöhnt.

Setlist THE CURE (ohne Gewähr)
Plainsong
Pictures of You
High
The End of The World
Lovesong
Sleep When I’m Dead
In Between Days
Just Like Heaven
From The Edge of The Deep Green Sea
The Hungry Ghost
Play For Today
A Forest
Bananafishbones
Lullaby
The Walk
Mint Car
Friday I’m In Love
Doing The Unstruck
Trust
Want
Wrong Number
One Hundred Years
Disintegration

The Same Deep Water As You
Boys Don’t Cry

THE STONE ROSES/ PENNYWISE

Inzwischen rückte die Uhrzeiger deutlich Richtung 1.00 Uhr und ich musste feststellen, dass weder THE STONE ROSES noch PENNYWISE mich noch wirklich wach halten konnten. Dies war jedoch weder den Brit-Popper auf der blauen, noch den Punks auf der roten Bühne anzukreiden. Beide Bands zeigten sich trotz der späten Stunde noch topfit, nur bei mir waren die Akkus einfach leer, weshalb ich mich nach einer 20-minütigen Stippvisite an der Blue Stage und mit dem ersten PENNYWISE-Song „Living For Today“ vom originären Festivalgeschehen verabschiedete. Schließlich lebte ich nicht nur für den Tag, sondern wollte das gesamte Wochenende noch erleben und mit zunehmendem Alter brauchen halt die nötigen Ruhepausen mehr Raum. Wer wollte, konnte sich jedoch noch bis 2.00 Uhr live beschallen lassen und im Discozelt bis zum nächsten Sonnenaufgang weiter feiern.

Copyright Fotos: Pressefotos/ FKP Scorpio

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu BOMBAY BICYCLE CLUB auf terrorverlag.com

Mehr zu BOSSE auf terrorverlag.com

Mehr zu CASPER auf terrorverlag.com

Mehr zu DISCO ENSEMBLE auf terrorverlag.com

Mehr zu HOFFMAESTRO auf terrorverlag.com

Mehr zu HOT WATER MUSIC auf terrorverlag.com

Mehr zu JENNIFER ROSTOCK auf terrorverlag.com

Mehr zu LABRASSBANDA auf terrorverlag.com

Mehr zu ROYAL REPUBLIC auf terrorverlag.com

Mehr zu SWITCHFOOT auf terrorverlag.com

Mehr zu THE BRONX auf terrorverlag.com

Mehr zu THE CURE auf terrorverlag.com