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HURRICANE 2013 – TAG 2

Ort: Scheeßel – Eichenring

Datum: 22.06.2013

Das war wohl die entspannteste Nacht, die ich jemals während eines Hurricanes erlebt habe. Ja, richtig, ich habe auf Mädchen gemacht und angesichts der äußerst unbeständigen Witterung und meines altersschwachen Zeltes im Hotel geschlafen. Pünktlich zum ersten Slot war ich jedoch erneut vor Ort. Das Riesenrad drehte sich auch bereits wieder und an der Hauptbühne hatten sich erstaunlich viele Leute zur mittäglichen Stunde eingefunden. Dabei lag hinter den meisten vermutlich schon mindestens ein alkoholgeschwängerten Festivaltag und zwei weitere sollten noch folgen. Das Wetter zeigte sich noch von seiner besten Seite, leider blieb das nicht den ganzen Samstag über so, vielleicht war das auch der Grund für das frühe Aus-dem-Zelt-Krabbeln: einfach jeden Sonnenstrahl mitzunehmen.

WHO KILLED FRANK?

Möglicherweise waren das aber auch alles Heimschläfer, die eigens angereist waren, um WHO KILLED FRANK? aus dem nahen Rotenburg zu supporten? Wenn die seit 2011 agierenden Indie-Rocker um Sänger Hinni Hummers bereits eine so große lokale Fanbase aufbauen konnten: Respekt! Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das jugendliche Publikum bunt gemischt war und zum Mittag einfach Appetit auf eingängige, leicht bekömmliche Kost hatte. Für dieses Jahr ist die Debüt-Langrille geplant, eine selbst produzierte EP namens „What If She Know?“ gibt es bereits. Von diesem Silberling stammte dann auch das letzte Stück „Ghost In The Water“, mit dem noch einmal das komplette WKF?-Wohlfühlprogramm abgespult wurde. Etwas befremdlich fand ich lediglich, dass der Bandfotograf (vermute ich mal), während des gesamten Gigs auf der Bühne knipste. Uns ich spreche jetzt nicht davon, dass er an der Seite stand, nein: mittendrin. Da wollen wir doch hoffen, dass die Fotos von den fünf Herren etwas taugen.

HERRENMAGAZIN

Schnell rüber zur Blue Stage, wo HERRENMAGAZIN ihre Instrumente bereits im Anschlag hatten. Die Hamburger Jungs haben mit „Das Ergebnis wäre Stille“ jüngst ihre dritte Langrille in die Plattenläden gebracht und konnten mich mit der Konservenkost schon überzeugen, haben live aber ganz eindeutig noch eine Schüppe drauf gelegt. Gleich mit „Früher war ich meistens traurig“ startete der Vierer knackig durch und auch das folgende „In den dunkelsten Stunden“ ging wie „In toten Hügeln“ direkt in Ohr und Bein. Gitarrist König Wilhelmsburg wunderte sich derweil, dass es dem zahlreich erschienenen Auditorium trotz des unterstellten erheblichen Alkoholkonsums zu so früher Stunde so gut ging und schickte quasi zur Belohnung für die Ausdauer eine treibende Hookline durch die Boxen. Schrammelige Langäxte beherrschten den Sound bei HERRENMAGAZIN, die mit viel Spielfreude agierten. Da machte es dann auch nichts, dass „LNBRG“ mit einem Fehlstart begann. Die Nummer präsentierte sich ein wenig getragener und wurde hier und da auch mitgesungen, ehe die Hanseaten in den „Krieg“ zogen und ein krachendes Finale ablieferten.

Setlist HERRENMAGAZIN
Früher war ich meistens traurig
In den dunkelsten Stunden
In toten Hügeln
Regen
Dein Wort
Hals über Kopf
LNBRG
Krieg

FIDLAR

Während FIDLAR in Vierer-Formation die Green Stage auseinander nahmen, zogen ein paar dunkle Wolken über dem Eichenring auf und auch der Wind nahm ein wenig zu, doch am Ende blieb der 60s-Rock-Surf-Punk der Rotzlöffel aus Los Angeles vom gefürchteten Regen verschont. Die Amis gaben ordentlich Gas und boten wie beispielsweise mit „Max Can’t Surf“ rhythmusbetonten Punkrock feil, bei dem es in die Vollen ging und sich auch schon mal auf dem Bühneboden gewälzt wurde. Viel geredet wurde in den 30 Minuten nicht, die Herren rockten lieber und verabschiedeten sich auch nur mit knappen Worten, nachdem sie ihren Kopfnicker „Cocaine“ ins weite Rund geschickt hatten. Jetzt sollten zumindest die Anwesenden wach geworden und der Kreislauf in Gang gekommen sein.

THE FAMILY RAIN

Nebenan auf der Blue hatten sich die Brüder William (Bass & Gesang), Timothy (Drums & Vocals) und Ollie Walter (Gitarre & Vocals) eingefunden, um ihren druckvollen Mix aus Rock’n’Roll und Soul an den Mann respektive die Frau zu bringen. An dieser Stelle zeigten sich die Reihen des Auditoriums allerdings ziemlich übersichtlich, dabei hatten die Briten durchaus einiges zu bieten. Es wurde ein wenig retro; immer präsent die knurrenden Krachlatten, die den grummelnden Sounds den nötigen Wumms gaben. Eine Band namens THE FAMILY RAIN nach Scheeßel einzuladen, ist zwar fast genauso fahrlässig, wie ein Festival Hurricane zu nennen, aber es ging gut und auch die Jungs aus Bath freuten sich, dass es trocken blieb und versorgten das Publikum (von dem sie am Ende noch ein Foto fürs Familienalbum machten) mit knackiger Mucke, der zuzuhören uneingeschränkt Spaß machte.

MILES KANE

An gleicher Stelle und mit identischer Nationalität der Künstler ging es für mich um 14.45 Uhr dank MILES KANE weiter. Stilistisch ist der Herr auf etwas anderen Pfaden unterwegs und hat sich dem Uptempo-Sixties-Rock verschrieben, der ein typisch britisches Gewand erhalten hat, nachdem sich seine ursprüngliche Kapelle THE RASCALS 2008 aufgelöst hatte. Auch der Mann beehrte seine Fans vor kurzem mit einem neuen Tonträger, von dem natürlich auch Songs beim Hurricane auf dem Programm standen. Etwa der Opener „You’re Gonna Get It“, mit dem der Fünfer flott startete. In diesem Sinne ging es über 45 Minuten zur Sache. Stets sehr tanzbar und temperamentvoll, bewiesen MILES KANE und seine Mannen, dass sie Musik im Blut haben und konnten damit auch ihr Publikum in ihren Bann ziehen. Songs wie die aktuelle Single (gleichzeitig auch Titeltrack) „Don’t Forget Who You Are“ gingen direkt auf die Hüften, so wie der Sound überhaupt sehr eingängig und knackig daherkam. Bisweilen auch mal sehr groovig wie mit „Rearrange“ oder wunderbar cool wie bei „Taking Over“. In jedem Fall aber absolut hörenswert und mitreißend.

Setlist MILES KANE
You’re Gonna Get It
Rearrange
First of My Kind
Darkness In Our Hearts
Inhaler
Taking Over
Counting Down The Days
Give Up
Don’t Forget Who You Are
Come Closer

DEAP VALLY

Während der Kollege MILES KANES in dezentem Schwarz (mit weißen Seitenstreifen am engen Beinkleid) auf der Bühne stand, hatten DEAP VALLY sich kleidungstechnisch auf das Wesentliche beschränkt. Sogar auf Schuhwerk hatten die blonde Sängerin und Gitarristin Lindsey Troy und die dunkelhaarige Drummerin Julie Edwards verzichtet. Ansonsten mussten es ein BH und ein knappes Höschen tun, was von männlichen Zuschauern natürlich zusätzlich noch mit „Ausziehen“-Rufen quittiert wurde. Die beiden Damen aus Los Angeles haben sich vor zwei Jahren zusammengetan und zweifellos sind an ihnen Kapellen wie die WHITE STRIPES, THE BLACK KEYS und die BLACK BOX RELEVATION nicht spurlos vorüber gegangen. So wie bei den Klamotten war bei dem Duo auch in Sachen Instrumentierung weniger mehr. Drums, Gitarre, Gesang, mehr brauchte es nicht, um einen Sturmangriff auf Ohr, Herz und Tanzbein zu starten. Wie mit dem krachenden „Bad For My Body“ ließen die beiden Bitches nichts anbrennen. Auch „Gonna Make My Own Money“ schlug in die gleiche Kerbe und brachte die dreckige Stimme von Miss Troy so richtig zur Geltung. Die kennt im Übrigen drei deutsche Worte: Schweinefleisch, Rindfleisch und Hühnerfleisch. Vegetarierin ist sie also vermutlich nicht… Das „End of The World“ fiel bei DEAP VALLY nicht unbedingt infernalisch, aber mit dem erwarteten Krachen aus und angesichts der Zugabe-Rufe darf wohl davon ausgegangen werden, dass insbesondere die Herren den beiden Ladies gern noch ein wenig bei ihrem rauschhaften Spiel zugesehen hätten. Für die Ohren war’s ein nicht minder großes Vergnügen – nur so am nebenbei.

CITY AND COLOUR

Etwas ganz anderes erwartete mich auf der Green Stage, wo CITY AND COLOUR für 16.30 Uhr annonciert waren. Ganz offensichtlich wusste die Festivalgemeinde, wer sich hinter diesem Namen verbarg, denn es war voll geworden vor der Hauptbühne, die sogar von der Sonne beschienen wurde. Der Mann hinter CITY AND COLOUR ist natürlich kein geringerer als der ehemalige ALEXISONFIRE-Gitarrist und Sänger Dallas Green. Sein Akustik-Projekt hatte der Kanadier bereits zu Zeiten seiner erfolgreichen Post-Hardcore-Kapelle am Laufen, seit der Auflösung 2011 liegt jedoch sein Hauptaugenmerk bei CITY AND COLOUR. Der Bandname ist übrigens aus dem Namen des Gründers entstanden: Dallas = City, Green = Colour. Der Mann war nicht allein zum Hurricane gekommen, sondern hatte seine Begleitkapelle dabei, die der Musik den nötigen Druck gab. Bei Clubkonzerten steht bei CITY AND COLOUR durchaus auch ein Solopart an, den Mr. Green allein bestreitet, für die Festivalgemeinde beschränkte sich der begnadete Musiker, der gut behütet auf der Bühne stand, jedoch auf Teamwork und gestaltete sein Set auch nicht ganz so getragen, wie dies bisweilen der Fall ist. Tatsächlich war es schlicht eine knappe Stunde mit wundervollen Melodien, die vom sehnsuchtsvollen „Of Space And Time“ vom brandneuen „The Hurry And The Harm“ eröffnet wurde. Schon mit dem folgenden „The Lonely Life“ ließen es die Herrschaften mit viel Gefühl krachen, um dann dank „The Grand Optimist“ mitsamt Slide Guitar wieder in ruhige Gefilde hinabzugleiten. Knarzende Sechssaiter mit bluesigem Einschlag rauschten mit „As Much As I Ever Could“ in Slow Motion über die Boxen; genauso schön und zu Herzen gehend arrangiert wie beispielsweise „Weightless“ oder „We Found Each Other In The Dark“. Derweil präsentierte sich „Sleeping Sickness“ temperamentvoller und bevor „Thirst“ zu Gehör gebracht wurde, fragte Dallas gar, ob die Anwesenden denn auch ihre „Dancing Shoes“ dabei hätten. Auch „Fragile Bird“ schloss sich mit Schmackes an, um mit dem dramatisch anmutenden „Sorrow Man“ ins getragene Metier zurück zu kehren. Seine einzigartige Stimme schraubte der Chef von Pianoklängen begleitet beim finalen „Sometimes (I Wish)“ noch einmal in schwindelerregende Höhen, ehe die raumgreifenden Langäxte das Sagen übernahmen. Ein großartiges Konzert, mit dem einmal mehr bewiesen wäre, das auf einer großen Festivalbühne auch leise Töne funktionieren, wenn sie von den richtigen Leuten zu Gehör gebracht werden.

Setlist CITY AND COLOUR
Of Space And Time
The Lonely Life
The Grand Optimist
As Much As I Ever Could
Weightless
We Found Each Other In The Dark
Sleeping Sickness
Thirst
Fragile Bird
Sorrow Man
Sometimes (I Wish)

FRITTENBUDE

Ohne Zweifel liegt das Hauptaugenmerk bei einem Festival wie dem Hurricane allerdings auf etwas anderen Klängen und so war es keine Frage, dass vor der Blue Stage der Teufel los war, als sich dort FRITTENBUDE an die Arbeit machten. Der Elektropunk der Berliner gehört amtlich abgefeiert und genau das passierte auch über die volle Distanz von 60 Minuten. Vor drei Jahren waren FRITTENBUDE noch für das Zelt gebucht worden – mit der Folge, dass der Gig abgebrochen werden musste, weil der Andrang so groß war, dass die Sicherheit der Anwesenden nicht mehr garantiert werden konnte. „Unkenrufe“ sollte dieses Mal noch als nachträgliche Entschuldigung fungieren und wurde ebenso wie die übrigen Songs frenetisch bejubelt. Das überwiegend junge Publikum war ab der ersten Nummer „Dies das“ im Tanzmodus und spätestens bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“ hatte sich der vordere Bereich vor der Stage in einen wahren Hexenkessel verwandelt. Bis weit nach hinten wurde ausgelassen getanzt und Party gemacht. Zwischendurch war jedoch auch Zeit für politische Statements wie „Kein Mensch ist illegal“, worauf dann natürlich das Stück „Heimatlos“ folgte. Nur für den vorschnell angekündigten Remix auf eine der „eloquentesten Bands des Landes“ reichte die Zeit dann leider nicht mehr. Schade, denn insbesondere „Raveland“, die FRITTENBUDE-Entsprechung von KETTCARs „Graceland“ hätte ich gern gehört. Stattdessen gab es „Ob es reicht sie zu finden“ auf die Ohren, mit dem die drei Herrschaften zudem einen Gang zurück schalteten. „Alles ist so schnell vorbei“ war nicht nur eine Zeile aus „Einfach nicht leicht“, sondern auch eine simple Feststellung in Hinblick auf den Fortgang der Show, die schließlich mit „Mindestens in 1000 Jahren“ energiegeladen beendet wurde, nachdem „der alte Mann von der Stage“ sich noch einmal im Crowdsurfen geübt hatte und auch die lebensgroßen Plüschfiguren, die zwischendurch die Bühne bevölkerten, alle wieder im Off verschwunden waren.

Setlist FRITTENBUDE
Dies das
Jung, abgefuckt, kaputt und glücklich
Und täglich grüßt das Murmeltier
Bilder mit Katze
Heimatlos
Das Licht
Irgendwie lieb ich das
Unkenrufe
Wings
?
Ob es reicht sie zu finden
Einfach nicht leicht
Mindestens in 1000 Jahren

Auch an der Hauptbühne standen die Zeichen ganz eindeutig auf Party – die BLOC-PARTY-Variante war bereits in vollem Gange als ich von der Blue Stage zur Green wechselte. Ich kam genau passend zum Hit „Banquet“, mit dem es auch für die Festivalgemeinde kein Halten mehr gab. Ein bisschen ließ ich mir von den treibenden Dancesounds der Londoner um Fronter Kele Okereke noch die Gehörgänge massieren und wagte auch das eine oder andere Tänzchen, um dann dem Wetter geschuldet eine kleine Pause einzulegen.

EDITORS

Zwar regnete es auch zu Beginn der EDITORS-Show an der blauen Bühne, aber von den paar Tropfen ließ ich mich dann doch noch nicht abschrecken. Während die Stage passend zu ihrem Namen in blaues Licht getaucht war, starteten die Briten, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bandjubiläum feiern können, mit dem intensiven „Sugar“, um im Anschluss mit „A Ton of Love“ aufs Gas zu drücken. Sehr tanzbar präsentierte sich auch „Munich“, eine der ersten Singles vom 2005er Debüt „The Black Room“, mit der sich der Sänger Tom Smith und seine Mannen in die Herzen der Indie-Gemeinde spielte. Seine ausdrucksvolle Stimme erklang nicht nur zu einem energischen „Fuck the rain!“, sondern natürlich auch bei „Bones“, mit dem es weiter im treibenden EDITORS-Modus ging. Dahingegen war das hymnische „Two Hearted Spider“ recht schwermütig ausgefallen, bot gleichzeitig jedoch genügend Raum für das sonore Organ des Birminghamers. Temporeich schloss sich „An End Has A Start“ an, das natürlich ebenfalls nicht fehlen durfte und vom energiegeladenen „Formaldehyde“ abgelöst wurde. An dieser Stelle verabschiedete ich mich schweren Herzens (sowie mit dem Wissen, dass mir das grandiose „Papillon“ entgehen würde) und entschied mich für das komplette KASABIAN-Set, nachdem ich im Vorfeld schon den von mir hoch geschätzten TRIGGERFINGER eine Absage erteilen musste, die zeitgleich mit den EDITORS die Red Stage bespielten.

Setlist EDITORS (ohne Gewähr)
Sugar
A Ton of Love
Munich
Bones
Two Hearted Spider
An End Has A Start
Formaldehyde
Eat Raw Meat = Blood Drool
Smokers Outside the Hospital Doors
The Racing Rats
Papillon
Honesty

KASABIAN

Auch wenn ich mich wiederhole: Warum war KASABIAN nicht ein ähnlich großer Erfolg wie OASIS beschieden? Immerhin wissen wenigstens ihre Landsleute um die Qualitäten der Britpopper und hievten die Alben von Tom Meighan, Sergio Pizzorno, Chris Edwards und Ian Matthews regelmäßig an die Chartspitze. Das 2011er „Velociraptor!“ fand sich hierzulande auf Position 22 wieder und auch die Anzahl der erwartungsfrohen Zuschauer lässt hoffen, dass man inzwischen die Qualitäten der Jungs aus Leicester auch international erkannt hat. Die boten mit „Days Are Forgotten“ gleich einmal einen klasse Einstieg und selbstredend durfte nicht nur zu „Shoot The Runner“ und dem besagten „Velociraptor!“ ausgiebig getanzt werden. Inzwischen senkte sich gegen 21.30 Uhr auch langsam die Dämmerung über den Eichenring, sodass die Lightshow zur Geltung kommen konnte, ehe zum coolen „Underdog“ das Auditorium die Arme reckte und die Bühne rot illuminiert wurde. Die einsetzenden Regentropfen konnten dem grandiosen „Where Did All The Love Go?“ ebenso wenig anhaben wie dem eindringlichen „I.D“, bevor zum knackigen „Club Foot“ ein Moshpit befohlen wurde. Druckvoll setzte „Re – Wired“ das Set fort, um mit „Empire“ straight nach vorn zu drängen. Für das gelungene FATBOY-SLIME-Cover „Praise You“ kam auch eine Trompete zum Einsatz, während Lichtgewitter „L.S.F.“ und das fesselnde „Switchblade Smiles“ begleiteten. „Vlad The Impaler“ löste schließlich ein Massenhüpfen vor der grünen Bühne aus. Zum Abschluss baute „Fire“ jede Menge Spannung auf und schließlich entließ Tom Meighan, der irgendwann auch einmal seine blaue Puck-die-Stubenfliege-Brille abgenommen hatte, seine Fans mit einer kleinen Acapella-Einlage des BEATLES-Evergreens „She Loves You“ in die noch junge Nacht.

SETLIST KASABIAN
Days Are Forgotten
Shoot The Runner
Velociraptor!
Underdog
Where Did All The Love Go?
I.D.
Club Foot
Re‐Wired
Empire
Praise You (FATBOY-SLIM-Cover)
L.S.F. (Lost Souls Forever)
Switchblade Smiles
Vlad The Impaler
Fire

ARCTIC MONKEYS

Ohne Plattenfirma und ohne irgendwelche Marketingmaßnahmen, sondern allein durch den Austausch von Demosongs im Netz konnten sich die ARCTIC MONKEYS aus Sheffield seit ihrer Gründung vor elf Jahren eine riesige Fangemeinde erobern. Die Band füllte mit ihrem Indie-Rock Stadien, bevor ihre erste CD überhaupt erschienen war. Das Debütalbum, mit dem schönen Titel „Whatever People Say I Am, That´s What I´m Not“, war das schnellstverkaufte Album in der englischen Musikgeschichte. Es folgten drei weitere gefeierte Nachfolger, das letzte hieß „Suck It and See“ unter dessen Namen sie 2011/ 2012 auf große Welttournee gingen und mit dem sie auch bei der 2011er Ausgabe des Hurricanes vertreten waren. Damals bestritten sie den Slot vor den FOO FIGHTERS, jetzt waren sie selbst Headliner und eröffneten ihren Abend pünktlich um 23.00 Uhr mit dem coolen „Do You Wanna Know?“ während im Bühnenhintergrund die Band-Initialien erstrahlten. Dieser Song war ein Ausblick auf den Longplayer, der am 06.09.2013 erscheinen und ebenfalls die Buchstaben „AM“ im Titel tragen wird. Emotionsgeladen präsentierte sich wenig später „She’s Thunderstorms“ vom letzten Silberling, bevor „Brick By Brick“ Tempo machte und dazu passend die „Old Yellow Bricks“ den Faden rhythmusbetont weiterspannen. Die Stakkato-Sounds von „Pretty Visitors“ kamen ein wenig verquer daher, um mit dem grandiosen Hit „I Bet You Look Good On the Dancefloor“ bis in an den Anfang der AM-Discografie zurückzukehren. „Mad Sounds“ war hingegen ein ganz neuer Song mit einem leisen Start und Orgelklängen, bevor mit dem 2007er „Fluorescent Adolescent“ der nächste Smasher der Kapelle auf dem Programm stand, der natürlich gebührend abgefeiert wurde. „A Certain Romance“ fegte mit einem blitzschnellen Start über die Köpfe der Anwesenden hinweg, um anschließend auf Romantik umzuschalten und gleichzeitig für eine etwas unerwartete Pause zu sorgen. Denn plötzlich waren die ARCTIC MONKEYS ohne ein weiteres Wort verschwunden, aber Alex Turner, Jamie Cook, Matt Helders und Nick O’Malley kamen noch einmal für einen Nachschlag zurück. Zunächst gab es „Cornerstone“ vom „Humbug“-Langspieler aus 2009 zu hören, anschließend das melancholische, halb akustische „Mardy Bum“, um am Ende mit „When The Sun Goes Down“ und „505“ noch einmal steil zu gehen.

Setlist ARCTIC MONKEYS
Do I Wanna Know?
Brianstorm
Dancing Shoes
Don’t Sit Down ‚Cause I’ve Moved Your Chair
Teddy Picker
Crying Lightning
She’s Thunderstorms
Brick by Brick
Old Yellow Bricks
Pretty Visitors
I Bet You Look Good on the Dancefloor
Do Me a Favour
R U Mine?
Mad Sounds
Fluorescent Adolescent
A Certain Romance

Cornerstone
Mardy Bum
When the Sun Goes Down
505

Eigentlich hatte ich an dieser Stelle noch DEICHKIND auf dem Plan, die gleich im Anschluss an die ARCTIC MONKEYS noch einmal die Blue Stage rocken wollten, während BEN HOWARD ab 1.00 Uhr quasi für die soften Gute-Nacht-Lieder zuständig war. Aber Petrus scheint von beiden kein Fan zu sein und schickte erneut ergiebigen Regen auf das Festivalgelände hernieder. Also trat ich lieber den geordneten Rückzug an und ließ mir am nächsten Tag berichten, dass ich zumindest bei DEICHKIND, die nach meiner Erfahrung eigentlich eine sichere Festival-Bank sind, nicht viel verpasst hätte. Die Hamburger waren anscheinend nicht in der allerbesten Spiellaune und auch die Technik tat ein Übriges. Der Sound war aufgrund des aufgekommenen Windes nicht gut (trotz der doch eher einsamen Lage müssen sich die Veranstalter an gewisse dB-Grenzen halten, wodurch auch das hochwertige Equipment irgendwann an seine Grenzen stößt) und so war das Gesamtpaket wohl eher enttäuschen. Umso besser, dass ich mich bereits aus dem Staub gemacht hatte, um meine körpereigenen Batterien für Tag 3 aufzuladen.

Copyright Fotos: Karen Brandt

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