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HURTS – KENSINGTON ROAD – A FOREST

Ort: Dortmund - Westfalenhalle

Datum: 27.07.2011

An diesem Abend, der tatsächlich wenigstens ein bisschen an den Sommer erinnerte, machte sich eine Abordnung des Terrorverlags auf den Weg nach Dortmund, um den Senkrechtstartern von HURTS einen Besuch abzustatten. Diese waren im Rahmen der Dortmunder Music Week zu Gast und das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Mit etwa 2000 – 2500 Zuschauern war die Westfalenhalle nicht ganz so gut gefüllt, wie ich erwartet hatte, was sicher auch der Ferienzeit zu verdanken war, und ich fand es auf keinen Fall unangenehm, nicht wie die Sardine in der Büchse zu stehen. Da auch sonst alles reibungslos klappte, waren wir pünktlich in der Halle, und dort konnte es direkt mit der ersten Band losgehen.

Den Auftakt machten an diesem Abend A FOREST, wo wir vorab schon Witze gemacht hatten, dass es sich eventuell um eine THE CURE-Coverband handeln könnte. Dem war aber mitnichten so. Die Band, bestehend aus Franziska Benkert, Fabian Schuetze und Florian Wienczny unterhielt uns an diesem Abend mit loungigem Elektropop und gemischtgeschlechtlichem Gesang. Alles in allem erinnerte es mich so manches Mal ein wenig an FLORENCE AND THE MACHINE. Den Anfang machte „A Square“ von der gleichnamigen neuen EP und schon da zeigte sich, dass HURTS hier einen echten Glücksgriff getan hatten. Passten A FOREST doch sowohl zum Hauptact als auch zum Geschmack des Publikums. Weiter ging es mit „A Stereotype“ und „Real Sky“, beide enthalten auf der letztjährigen Veröffentlichung „Leaves Leaves Fall Fall Rain Fall“. Den Abschluss machten „A Listener“ und „Swan“, und damit war nach kurzen fünf Liedern und 25 Minuten Spielzeit die erste Band des Abends Geschichte.

Setlist A FOREST
A Square
A Stereotype
Real Sky
A Listener
Swan

Ziemlich überrascht nahmen wir zur Kenntnis, dass es an dem Abend noch eine weitere Vorband geben sollte. Anscheinend hatte man sich KENSINGTON ROAD aus Berlin von den SIMPLE MINDS ausgeliehen, denn dort durften sie schon einen Abend vorher den Anheizer geben. Zumindest sah alles zunächst nach Rock `n` Roll und einem etwas gitarrenlastigeren Einschlag aus. Doch weit gefehlt. Sieben Songs lang gab es radiotauglichen Poprock auf die Ohren, der für mich relativ belanglos klang. Und auch die Versuche, Stimmung zu machen, fand ich eher peinlich, kamen nach und nach bei den Zuschauern aber an. So spielte man sich durch die beiden Alben „A Story From Somewhere In Between“ und „The Last Living Giant“. Kurz vor Schluss wurde dann noch unter vielen Worten ein Foto von den Zuschauern und noch schnell etwas Werbung in eigener Sache gemacht, mit dem Hinweis, dass man für Geld alles tue. Dann wars auch schon wieder vorbei, es war ja inzwischen auch schon spät genug, und man konnte sich auf den Hauptact freuen.

Mit NICK CAVE hatte man sich immerhin schonmal eine hübsche Beschallung für die Umbaupause einfallen lassen. Und dann konnte es um halb zehn endlich losgehen. Zu einem martialischen Intro betraten zunächst die Musiker die Bühne. Darunter auch ein Streicherquartett bestehend aus vier Ladys im Gothic-Look. Darauf folgten zwei Tänzerinnen im durchsichtigen Spitzenkleidchen und einer gewissen „Black Swan“-Attitüde, bevor dann Theo Hutchcraft und Adam Anderson ihre Plätze hinter dem Mikro bzw. Klavier einnahmen. Den Beginn machte, wie auch schon auf dem Debütalbum, „Silver Lining“ und sofort rastete ein Großteil der Frauen aus. Die beiden Herren sahen aber auch schnieke aus, das musste man ihnen wirklich lassen. Erstaunlicherweise folgte direkt im Anschluss „Wonderful Life“, welches ich eigentlich erst am Ende des Hauptteils oder in den Zugaben vermutet hätte. Das heizte die Stimmung natürlich nur noch weiter an und Theo stellte erstmal unter Beweis, dass er schon fleißg Deutsch gelernt hat. Weiter ging es mit dem mir unbekannten „Happiness“, welches mir schon allein wegen des Textes ausgesprochen gut gefiel. Im Refrain übernahmen die Zuschauer dann auch artig den Gesangspart und die ersten Kehlen in der ersten Reihe wurden heiser gekreischt, während Mr. Hutchcraft immer mal wieder weiße Rosen in die Menge warf. Nach „Blood Tears and Gold“ verließ Adam dann sein Klavier, griff zur Gitarre und durfte mal so richtig abgehen, während sein Gegenpart fast den Mikroständer zerschmetterte. Das war schon irgendwie cool. Ruhiger wurde es dann mit „Verona“, welches aber auch hauptsächlich von dem Herrn im Hintergrund gesungen wurde, der anscheinend über eine klassische Gesangsausbildung verfügte. Hier flogen dann auch die ersten Kleidungsstücke auf die Bühne. Ich glaube, so muss es früher – im größeren Stil – bei den Boygroups zugegangen sein. Es folgten „Unspoken“ und das mir erneut unbekannte „Mother Nature“, welches ich jetzt aber auch nicht so spannend fand. Interessanter war da schon das von den Streichern dargebotene „The Water“, welches nahtlos in das KYLIE MINOGUE-Cover „Confide in me“ überging. Hach, war das toll. Ich bin ein großer Fan von Streichinstrumenten und diese sollten auch später noch einen großen Auftritt bekommen. Zu „Illuminated“ wurde das Publikum mit den Worten „Alle Handys hoch“ zur passenden Untermalung des Songs aufgerufen, bevor dann mit „Stay“ der Hauptteil beendet wurde. Sofort im Anschluss wurden Zugaberufe laut und diese folgte dann auch prompt mit erneutem Einsatz der Streicher, welche das „Selbstmörderlied“ „Gloomy Sunday“ zum Besten gaben und auch die beiden Tänzerinnen vom Anfang durften noch mal ihr Können zeigen. Den endgültigen Abschluss bildete dann mit „Better than love“, mein HURTS Favorit.

An dieser Stelle machten wir uns dann auch auf den Heimweg mit der Gewissheit ein zwar kurzes, aber wirklich tolles Konzert gesehen zu haben. Vielleicht hätten es eine Vorband und dafür etwas mehr Spielzeit für den Hauptact auch getan. Aber nun gut, wer nur ein Album hat, kann auch nicht Stunden spielen. Beim nächsten Mal auf jeden Fall mehr als gerne wieder.

Setlist HURTS
Silver Lining
Wonderful Life
Happiness
Blood Tears and Gold
Evelyn
Sunday
Verona
Unspoken
Mother nature
Devotion
The Water
Confide in me (KYLIE MINOGUE Cover)
Illuminated
Stay

Gloomy Sunday (Streicher)
Better than love

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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