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ILL NIÑO – MAD DOGGIN’ – HYPROGLOW

Ort: Bochum - Matrix

Datum: 24.01.2006

Die nächste Runde in meiner vollgepackten Konzertwoche führte mich an diesem Abend in die “Röhre” der Matrix, wo die “Latin Metal Band” ILL NIÑO ihr Gastspiel gab. Dabei muss ich ja eingestehen, dass es mich für eine Sekunde gereizt hat, in den Rockpalast der Matrix zu wandern, wo an diesem Abend ADLER’S APPETITE zocken würden. Doch der Gedanke daran war schnell wieder verworfen, und ab ging’s nach unten, wo gleich 2 Überraschungen auf mich warteten. Erstmal war es kurz vor Konzert-Beginn noch nicht so wirklich voll, und zum zweiten gab es endlich mal einen Fotograben, den ich mir schon bei so vielen überfüllten Gigs in der Matrix gewünscht hätte…

Also ab nach vorne, und kurz danach ging es überpünktlich kurz vor 20h auch schon mit den Essenern Alternative-Rockern HYPROGLOW los. Diese Jungs kannte ich vorher gar nicht, und daher war ich natürlich gespannt. Ordentlich straight rockte das Quintett los. Dabei fiel neben Fronter Mathias noch Gitarrist Robin am meisten auf. Dieser erinnerte mich in seiner Art und Weise doch ziemlich an Mark Tremonti, wobei passend dazu Robins Gitarrensound des öfteren nach CREED/ ALTER BRIDGE klang, dass man bei manchen Songeinstiegen meinte, dass nun eine Coverversion kommen würde. Leider zog Robin beim Rocken öfters sein eigenes Kabel aus den Pedalen, so dass dann nur die Gitarre von Kollege Lars zu hören war. Dennoch spielte die Band einen engagierten Gig, wobei da Basser Bernd ausgenommen werden muss, da er mehr rumstand und klampfte, als wirklich Stage-Acting zu zeigen. Auf jeden Fall hinterließen HYPROGLOW auch bei den langsam mehr werdenden Anwesenden einen positiven Eindruck, wobei doch deutlich spürbar war, dass man auf ILL NIÑO wartete…

Nach einer kurzen Umbaupause rockten dann MAD DOGGIN’ los, die sogar einige Fans mitgebracht zu haben schienen. Der Kollege Moses hat die Jungs ja als eine Mischung aus PANTERA, SEPULTURA und TESTAMENT beschrieben, was ich aber an diesem Abend nicht so wirklich bestätigen kann. Viel mehr stampften die Vier fette Songs, die zwischen PANTERA und auch mal STATIC-X liegen, in die Matrix. Sehr engagiert rockten sich die Hamburger durch ihr Set, wobei mit dem Opener „Steamhammer“ gleich einer der besten Songs verbraten wurde. Dazu kam dann noch u.a. die Single „Alone“, die schon bei Vivaplus auf Axt-Rotation war und die gelungene Cover-Version von „Sunglasses at Night“, deren Original-Version die überwiegend jungen Fans wohl weniger kennen dürften. Mit dem Old School Metal-Track „Lord of Darkness“ brachte man die nun schon recht zahlreich angetretenen Rock-Fans noch schön zum Mit-Grölen, und schon waren die recht kurzweiligen knapp 40 Minuten vorbei. So erntete man zurecht ordentlich Jubel der Menge und auch Applaus vom ILL NIÑO -Fronter Cristian, der sich beide Vorbands von hinter der Bühne anschaute.

Schnell waren die Umbauten getan, wobei es schon interessant anzusehen war, wie exakt und mehrmals überprüft alles an seinen Platz gestellt, die Trinkwasser-Temperatur gecheckt und div. Stellen an Equipment und auch an den Wänden mit grünem Klebeband markiert wurde (wobei ich den Sinn von letzterer Sache nicht ganz ersehen konnte). Dennoch ließ man die Fans noch mal 15 Min. warten, damit man dann auch Punkt 22h loslegen konnte. Von div. Bands aus den USA konnte man ja im Internet lesen, dass die Latinos auf Tour nicht nur gerne einen auf Stars machen, sondern sich auch mal gerne der Hilfe von Bandeinspielungen bedienen würden. Gut, ersteres kann ich nicht beurteilen, und auch MAD DOGGIN-Shouter Ben konnte mir das nicht bestätigen, und zweites Gerücht stimmt nur insofern, dass man als Intro und als Übergang zwischen den Songs einige Percussions vom Band einspielte. Das war’s aber auch. Sonst rockten ILL NIÑO live ohne Ende. Der Einstieg gelang mit einer fetten Version von „This is War“ auch gleich optimal. Vom ersten Riff an hatte man die Meute auf seiner Seite, die dabei hüpfte und mitsang, was ging. Ok, keine Überraschung bei dem Hit des aktuellen Albums, doch diese kam für mich dann direkt anschließend mit „I am Loco“ vom Debüt „Revolution Revolucion“. Auch hier zeigten sich die Fans sehr textsicher, was die Band sichtlich erfreute. Eine weitere Überraschung war, dass man den Überhit „How can I live“ schon als dritten Song verfeuerte. Bei dem Track gab’s dann natürlich erst recht kein Halten mehr, und Band und Fans gaben alles. Wirklich positiv angetan war ich von der Gesangsleistung von Front-Rasta Cristian Machado. Auf Platte gefielen mir seine Shouts ja nicht so richtig, live ging es da schon ganz anders ab. Verdammt tief und fies brüllte der Latino seine Vocals hinaus und sogar bei „Turns to Gray“ (auf Platte ja zusammen mit Jamey Jasta von HATEBREED dargeboten) brachte der Frauenschwarm eine formidable Leistung. Dazu saßen dann auch noch die cleanen Refrains auf den Punkt, wobei man bei Songs, wie „What you deserve“ und dem umjubelten „Unreal“ die sonst sehr fetten Gitarren etwas runtermischte, um den Gesang noch etwas besser zur Geltung zu bringen. Das hatte allerdings zur Folge, dass man beim nächsten Hit „What comes around“ den Sound etwas verlor und die sonst gut abgemischten Percussions plötzlich überlaut kamen, was man durch eine verstärkte Lautstärke der Gitarren ausgleichen wollte, womit dann ein Soundbrei entstand. Dies hatte man dann aber schnell wieder im Griff und so tat dies der durchweg guten Stimmung der nicht so ganz vollen Matrix keinen Abbruch. So wurde vor und auf der Bühne kräftig gerockt, die Axt-Männer sprangen und posten ohne Ende und die Fans jubelten und sangen jeden Song lautstark mit. Das verleitete Cristian dann noch zur Aussage, dass dieser Abend und die ganze Tour den ganzen Lästermäulern zeige, dass ILL NIÑO noch lange nicht geschlagen sind und man sich vorsehen sollte, denn in Zukunft würde man erst richtig loslegen.

So muss ich sagen, dass ILL NIÑO mich im Gegensatz zum Konzert damals im PC69 mehr überzeugen konnten, was vor allem durch den härteren Sound und die motiviertere Show herbeigeführt wurde. Dazu noch eine wirklich gute Songauswahl und eine super Stimmung in der Halle. Was mehr könnte man noch verlangen? `Til next Time!

Setlist MAD DOGGIN’
Steamhammer
Jeckyll & Hyde
Alone
Enough is enough
Ningshit
Eazie
Hülüb
Sunglasses
Lord of Darkness

Setlist ILL NIÑO
This is War
I am Loco
How can I live
God save us
Turns to Gray
Cleansing
Predisposed
Unreal
Drum/Persusscions
What you deserve
Te amo … I Hate you
What comes around
Corazon
Lifeless Life

Still Hate
Liar

Copyright Fotos: Michael Werneke

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