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IMPERICON FESTIVAL 2016

Ort: Leipzig - agra Halle

Datum: 23.04.2016

HATEBREED – CALLEJON VS ESKIMO CALLBOY – EMMURE – NASTY – NORTHLANE – BURY TOMORROW – DESPISED ICON – BLESSTHEFALL – CHELSEA GRIN – ANY GIVEN DAY – HUNDREDTH – COLDBURN – VITJA – HELLIONS

Das Impericon Festival in Leipzig war ausverkauft und obwohl der Einlass mit 9.30 Uhr verdammt früh angesetzt war, strömten bereits etliche Hardcore-Fans in der eisigen Kälte den langen Weg zur Agra Halle. Einige Hartgesottene waren nur mit Shorts und Hoodie unterwegs, bereit um im Moshpit die Kälte zu vertreiben. Selbst in der Halle war die Temperatur unterkühlt, die Stimmung dagegen war von Beginn an aufgeheizt. Hatte man die Einlass-Schlange hinter sich gelassen, ging es draußen an diversen Essständen, die ofenfrisches Handbrot, ungarische Langos, Würstchen, Fleisch, Baumstriezel und vegane Gerichte anboten, vorbei. Dazu gab es Musikbeschallung aus einem umgebauten Truck der Firma Teufel. In der Halle erwarteten die Besuchern neben riesigen Merchständen auch Infostände der Hardcore Help Foundation und Peta2. Wer sich selbst an einer Gitarre versuchen wollte, hatte am Ibanez-Stand die Möglichkeit dazu und diejenigen, die etwas Zeit hatten, konnten sich sogar einen neuen Haarschnitt verpassen lassen!

Die australische Band HELLIONS eröffnete den Hardcore-Marathon und bis 23 Uhr folgten noch 14 weitere Bands diverser Stilrichtungen. Bereits zum oldschool-lastigen Sound von COLDBURN war die Agra Halle sehr gut besucht und das erste Bananenkostüm tauchte im Moshpit zu dem Mix aus Punk und Hardcore der Leipziger auf. Im Laufe des Festivals mischten sich neben Super Mario ein Einhorn und ein muskelbepackter tätowierter Kerl mit rosa Flügeln unter die Fanmeute. Selbst der Typ im rosa Hasenkostüm blieb nicht unentdeckt und Sänger Alex von CHELSEA GRIN widmete ihm den Song „Playing With Fire“. Bevor jedoch CHELSEA GRIN die Meute mit ihrem Deathcore einheizten, sorgte der moderne und emotionale Auftritt von HUNDREDTH dafür, dass ein Crowdsurfer seinen Schuh verlor. Während die Band „See Beyond“ vom Album „Free“ performte, übten sich zeitgleich BLESSTHEFALL im Dauerlächeln und Händeschütteln bei ihrer Autogrammstunde.

ANY GIVEN DAY hatten unter anderem den brandneuen Song „Endurance“ vom neuem Album „Everlasting“ (Veröffentlichung im August) im Gepäck und die Fans dankten es der Band mit einem tobenden Moshpit und einem Klatschinferno. Es folgte „Home Is Where The Heart Is“, welchen ANY GIVEN DAY ihren Tourbuskollegen VITJA widmeten, die als zweite Band den Festivaltag bestritten hatten. Enttäuschte Buhrufe gab es, als Dennis verkündet, dass der letzte Song nun an der Reihe sei. Schnell war der Frust darüber vergessen, als die ersten Takte zu „Diamonds“ erklangen. Neben einer Wall Of Death drehte das Publikum voll auf und stand zum Abschluss bereitwillig für ein Pommelsgabelfoto mit der Band bereit. Währenddessen wurde die Autogrammstunde um ANY GIVEN DAY erweitert und bis 18 Uhr verlängert.

CHELSEA GRIN legten nun eine Schippe an Härte zu und ernteten für ihren aktuellen Song „Skin Deep“ Jubel. Alex fordert die Leipziger zum Crowdsurfen auf und selbst ein aufblasbarer Delfin tauchte auf. Ein letztes Crowdsurferinferno gab es zu „My Damnation“ , denn eine Zugabe ließ der straffe Zeitplan nicht zu. Mittlerweile nutzten einige Fans die Umbaupause, um sich am Boden sitzend auszuruhen, andere stillten ihren Durst an den diversen Bierständen oder griffen zu einem Cocktail oder Met. Dennoch gab es sicherheitshalber vom American Sunnyboy Beau gleich zu Beginn an das Publikum eine Ladung Wasser. Während des gesamten Gigs von BLESSTHEFALL flog immer wieder die ein oder andere Wasserflasche in Richtung Fans, die Dank ihres Körpereinsatzes die Temperaturen in der Halle stiegen ließen. Neben „Hollow Bodies“ gab es den neuen Song „Oathbreaker“ und ein Happy Birthday an den Gitarristen Eric. Zu „Walk On Water“ ging Beau Bokan ans Publikum, wie zuvor auch schon Dennis von ANY GIVEN DAY. Mit „You Wear A Crown But You’re No King“ endete der Auftritt von BLESSTHEFALL.

Größer konnte der musikalische Kontrast zur darauffolgenden Band DESPISED ICON nicht sein. Brachial, grob und sperrig bretterte die Band mit „Furtive Monologue“ los und war musikalisch das Härteste an diesem Festivaltag. Mit einem letzten Circle Pit zu „MVP“ endete das Geknüppel. Für alle Fans hatte die Band noch die freudige Ankündigung, dass im Sommer die Veröffentlichung ihres neuen Album „Beast“ geplant sei.

Der Auftritt von BURY TOMORROW bescherte im Anschluss eine nicht enden wollende Crowdsurferwelle. Kein Wunder, da Daniel die Fans immer wieder zum Surfen aufforderte. Währenddessen wollte die Schlange bei der Autogrammstunde von CALLEJON nicht abnehmen bzw. ging nun nahtlos in eine Warteschlange für ESKIMO CALLBOY über. Somit teilten sich die beiden Band an diesem Tag nicht nur die Bühne, sondern auch die Autogrammjäger. Die Wartezeit für ein Autogramm wurde u.a. mit den folgenden Songs von BURY TOMORROW untermalt: „Earthbound“, „Lionheart“, „Memories“ und „Man On Fire“.

Nach so viel Crowdsurfing kehrte nun mit dem melancholischen Hardcore von NORTHLANE etwas Ruhe ein. Gesangsparts luden zum Refrainmitsingen und mit dem Song „Leech“ klang der Gig aus.

Mit NASTY kam nun ein Oldschool Vertreter auf die Bühne. Matthi zeigte keine Berührungsängste mit dem Publikum. Immer wieder begab er sich ans Publikum , reichte den Fans das Mikro, während Crowdsurfer über ihn in den Graben fielen. Er hatte keine Hemmungen seine Meinung zu äußeren, so wurde der Auftritt von NASTY mit politischen und gesellschaftskritischen Statements untermalt. Dementsprechend gab es „Zero Tolerance“ und „Scheiße“.

Gespannt erwartet wurde im Anschluss der Gig von EMMURE, da die Band bis vor Kurzem nur noch aus Frankie Palmeri bestand. Mittlerweile ist bekannt, das es sich bei den neuen Mitgliedern um Joshua,Phil und Josh von GLASS CLOUD handelt. Große Ansagen blieben aus, dafür ballerte die Band mit „4 Poisons 3 Words“ und „Drug Dealer Friend“ los, als ob sie schon immer gemeinsam die Bühne zerlegten hätten. Zu „E“ jumpten die Fans mit und bereits mit „When Keeping It Real Goes Wrong“ war der Auftritt vorbei.

Schnell war der Grund für die längere Umbaupause im Anschluss gefunden, denn es wurde mit zwei Drumsets und einer Bar im Hintergrund fett für die Partytime von CALLEJON VS ESKIMO CALLBOY aufgefahren. Mit Nebel und Konfetti wirbelten beide Bands gemeinsam umher, bis ESKIMO CALLBOY ihr Set begannen und gleich Highlights wie „ Party At The Horror House“ und „We Are The Mass“ am Start hatten. Auch CALLEJON hielte mit „ Porn From Spain 1“ und „Dunkelherz“ gekonnt dagegen an. Neben Coverversionen und Gastauftritten performten beide Bands unter Jubel der Fans „Porn From Spain 2“. Die Fanmeute tobte großflächig und bis in die letzte Ecke wurde zu „Schrei nach Liebe“ gesungen.

Dieser Auftritt war definitiv das Highlight der Hardcore Jugend, die dann auch während des Auftritts von HATEBREED mehr und mehr das Feld räumte. Der lange Tag steckte mittlerweile einigen in den Knochen, aber der Großteil feierte tobend zu „Destroy Everything“. Es folgten mit „ Everyone Bleeds Now“, „This Is Now“ und „Doomsayer“ weitere Highlights aus der langjährigen Bandgeschichte. Zu „In Ashes They Shall Reap“ gab es Refrainmitsingen und ansonsten huldigten die Fans mit HATEBBREED- Chöre und fetten Circle-Pit -Einsetzen die Urgesteinen des Hardcores. Vom neuem Album „The Concrete Confessional“ gab es an diesem Festivalabend „A.D.“und „Looking Down The Barrel of Today“. Ein rundum gelungenes Festival endete nach vielen unterhaltsamen Stunden mit einem weiteren, diesmal letzten gelungenen Auftritt einer Band, die bereits Kultstatus besitzt.

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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