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IN EXTREMO

Ort: Bochum - Ruhrcongress

Datum: 20.05.2009

Auf den Geburtstags-Wunsch meiner Mutter hin, ihre Lieblingsband IN EXTREMO mal wieder live zu sehen, entschied ich mich, ihr diesen zu erfüllen und 2 Tage nach ihrem Ehrentag mit ihr und meinem Vater nach Bochum zu fahren, um gemeinsam ein Konzert des zweiten „Sängerkrieg-Tour“ Teils zu besuchen. Dank der allseits geliebten deutschen Bahn und zahlreichen Baustellen auf dem Weg von Dortmund nach Bochum kamen wir mit einer dezenten Verspätung von ca. 25 Minuten nach Konzertbeginn in die riesige Halle (die selbst abgeteilt mehr als geräumig wirkte), die bereits gut gefüllt war und in der END OF GREEN auf der Bühne schon ihr Bestes gaben. Lieder war deren Gig bereits ein paar Minuten später beendet, so dass ich leider nicht allzu viel darüber sagen kann – die Songs, die ich gehört habe kamen überzeugend wie immer und ich wünschte mir, man könnte der deutschen Bahn wegen so was die Hölle heiß machen…!

So sollte es danach direkt mit IN EXREMO weitergehen. Als das Licht in der Halle wieder anging, fiel mir als erstes die wirklich große Altersspanne auf und das sehr, sehr viele Besucher im Alter meiner Eltern (also Generation 40 plus) anwesend waren sowie viele Familien. IN EXTREMO ist also mittlerweile über die Jahre zu einer Band geworden, die sämtliche Altersklassen anspricht und ein Konzert kann durchaus – wie auch in meinem Fall – mal zu einem Familientreffen werden. Und es immer wieder schön zu sehen, dass auch Ü40er rocken können, was das Zeug hält. Das lässt hoffen, dass man selbst im Alter noch Konzerte unsicher machen kann…

Nun ja, genug über das Alter philosophiert: Pünktlich um 21 Uhr ging das Licht aus und die Bühne wurde (sehr zum Leid der Fotografen) in schummriges rotes Licht getaucht. Die ersten Klänge von „Sieben Köche“, das auch das „Sängerkrieg“ Album eröffnet, brachten die Menge zum Jubeln und eröffneten eine nahezu perfekte Show. Ich muss ja zugeben, dass ich mit dem aktuellen Werk nicht ganz so bewandert bin – ich gehöre zu den IN EXTREMO Fans der ersten Stunden und bevorzuge immer noch die älteren Veröffentlichungen, aber dieser Abend sollte mir die neueren Scheibe doch etwas näher bringen. Das zweite Stück, „Frei zu sein“, das Sänger „das letzte Einhorn“ Michael über seinen Knast Aufenthalt zu DDR Zeiten schrieb, ist ein richtiger Ohrwurm und kam live rundum gelungen rüber. Weiter ging’s mit zwei Krachern, über die ich mich sehr freute – „Nymphenzeit“ mit leicht veränderten Gesangslinien und das allseits bekannte „Erdbeermund“ – bei beiden Songs musste ich schmunzelnd feststellen, dass die meisten Anwesenden sehr textsicher alles mitsingen konnten und so manch einer ordentlich das Tanzbein schwang. Die Stimmung war einfach perfekt! So ging es durch eine knapp 2-stündigen Show, eindrucksvoll mit Pyrotechnik untermalt und mit einer sehr ansteckenden Spielfreude der Band dargeboten, dass man nicht wirklich stillstehen konnte. Gewürzt mit einigen frech-coolen Ansagen eine sehr quirligen „letzten Einhorns“ (der mich stellenweise immer noch an Campino von DEN TOTEN HOSEN erinnert) ergab sich ein perfekter Cocktail der Unterhaltung. Mit „In diesem Licht“, „Mein Sehnen“, „Sängerkrieg“, „Flaschenpost“ und „Auf’s Leben“ stand das „Sängerkrieg“ Album natürlich deutlich im Vordergrund, doch auch Klassiker wie das länger nicht mehr gespielte „Ai vis lo lop“ oder „Omnia sol Temperat“ fehlten nicht – und genau das machte den Abend zu einer gelungenen Mischung aus alt und neu. Bei „Vollmond“ sollten erst alle ruhig sein, damit der Harfenspieler in Ruhe den Anfang spielen konnte – dann gab es einen lauten Knall – und tausende von Papierherzen prasselten auf das Publikum nieder, später rieselte es glitzerndes Konfetti herab. Zu „Poc Vecem“ wurde die Menge zum Springen animiert – das Fitnessprogramm war also auch inklusive.

Nach der Trinkballade „Auf’s leben“ verließen die Jungs für kurze Zeit die Bühne, aber sie ließen sich nicht langen mit „Zugabe!!“ Rufen bitten, bis sie zum Klassiker „Küss mich“ erneut die Bühne unsicher machten. Sänger Micha ließ des Öfteren mal die Menge singen, die sich als sehr textsicher und durchaus laut herausstellte. Danach gab es noch das schon vielfach verlangte „Spielmannsfluch“ – DER Übersong der Band und mit „Villeman og Magnhild“ verabschiedete sich die Band und entließ die feiernde Menge in die klare Nacht. So ging ein sehr gelungener Abend zu Ende, vermisst habe ich lediglich Titel wie „Liam“, „Der Wind“ oder „Der Rattenfänger“ – die gab es dann aber noch auf der Rückfahrt im Auto zu hören, ergo gab es keine Wünsche mehr.

Setlist (ohne Gewähr)
Sieben Köche
Frei zu sein
?
Nymphenzeit
Erdbeermund
Sängerkrieg
Ave Maria
Spielmann
Poc Vecem
Vollmond
Ai Vis lo lop
Merseburger Zaubersprüche
In diesem Licht
Flaschenpost
?
Mein rasend herz
Mein Sehnen
Omnia sol temperat
Auf’s Leben

Küss mich
Spielmannsfluch
Villeman og Magnhild

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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