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IN SLAUGHTER NATIVES – CUT HANDS – GALERIE SCHALLSCHUTZ

Ort: Leipzig WGT Volkspalast, Kuppelhalle

Datum: 25.05.2012

Ein Jahr Warten liegt nun endlich hinter uns. Die Freunde trudeln so nach und nach ein. Und die Wohnung hat sich wieder in ein Chaos aus Betten und Klamotten verwandelt. Es geht wieder los. Das nunmehr 21. Wave Gotik Treffen. Am Donnerstag waren wir schon zur Eröffnungsparty in der Villa. Der gut besuchte Club hatte mit allen drei „Floors“ auf und war eine gelungene Eingewöhnungsparty, bis morgens um 6 Uhr so langsam die Lichter angingen.

Heute standen nun die ersten Konzerte an. Im eleganten Volkspalast war Dark Ambient- und Industrial-Abend. Wir waren pünktlich zu GALERIE SCHALLSCHUTZ da. Das deutsche Dark Ambient-Duo ist mir erstmals durch die 2004 auf Eternal Soul Records erschienene MCD „Teddybear“ aufgefallen. Als stolzer Besitzer der ohne Beschädigung nicht zu öffnenden Box-Version, blieb mir lange Zeit der Klang vorenthalten. Insgesamt zwei Alben und eine Live-CD/ DVD überzeugen aber vollends von den Qualitäten der Beiden. Thematisch befassen sich die Herren mit globalen Verschwörungen und Programmen geheimer Organisationen mit dem Ziel, den Geist vor Manipulation zu befreien. Umso erfreuter war ich über einen Auftritt. Und das war ein toller Auftakt des WGTs. In kaltes Blau getaucht, schraubten die beiden an ihren Geräten, musizierten an ihren selbstgebauten Instrumenten und verwandelten die Kuppelhalle in einen düsteren Ort. Dark Ambient auf höchstem Niveau. Und für zu Hause gab’s noch eine frisch gepresste 10“-Scheibe namens „KUBARK Counterintelligence Interrogation“, veröffentlicht auf dem neuen Hauslabel pollution sonore, „weil es alles so schnell gehen musste.“

Nach dem Umbau stand dann kein Geringerer als William Bennett auf der Bühne. Allerdings nicht als WHITEHOUSE (an dieser Stelle sei mal angemerkt, dass diese Kultband noch im WGT-Line-up fehlt) sondern mit CUT HANDS. Sein Soloprojekt vereint Industrial mit afrikanischen Rhythmen zu einem äußerst groovigen Sound, dem sogenannten Afro Noise. Und wenn schon die beiden 2011 erschienen LPs „Afro Noise I“ und „Afro Noise I (Volume 2)“ überzeugen, so ist CUTS HANDS live eine wahre Freude. Bennett stand an der Technik und eine recht freizügige, junge Dame im äußerst kurzen Goldkleidchen tanzte lasziv bis pornös auf der Bühne. Auf der Leinwand taten das ebenfalls irgendwelche Girls, leider nur als Silhouette. Nicht nur die Zuschauer sondern auch Bennett selber versetzte der Sound so in Ekstase, dass dieser sich irgendwann das Hemd aufriss und selber abtanzte. Nach etwa der Hälfte des Konzertes verschwand die Dame und es wurde bizarr. Als Hintergrundvideo lief nun in Schleife und teilweise verzerrt ein Clip von irgendeinem Voodoo-Ritual oder etwas in der Art. Manch Besucher fand das recht anstößig. Aber was erwartet man anderes von Industrial? Jedenfalls war es ein cooles Konzert.

Zum Ausklang des Konzertabends stand Jouni Havukainen auf der Bühne, mit seinem Projekt IN SLAUGHTER NATIVES einer der Pioniere des symphonischen, martialischen Industrial/ Dark Ambient. In Begleitung einer „Technikerin“ (die reizende Kathleen Binder) und mit einem treffenden „When you like it hard“ auf der Brust wandelte sich der Volkspalast in einen teuflischen Hexenkessel. Havukainen schrie und spielte Stücke aus der umfangreichen Diskografie der vergangenen mehr als 20 Jahre. Wenn die Musik überzeugt, braucht es kein Showprogramm. Auch hier ein tolles Konzert.

Für den Rest des Abends hieß es dann wieder in der Villa Musik aus der Konserve, von der feinen Sorte. „Apocalyptic Cocktails vs. Lärmbel#stigung“ und auf den anderen Floors als Ausgleichprogramm Minimal, 80ies, Post Punk, etc. Viel zu schnell war gegen 6 Uhr schon wieder Schluss.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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