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INFERNO FESTIVAL 2009 – TAG 3

Ort: Oslo - Rockefeller/ John Dee

Datum: 11.04.2009

Die Knochen werden schwerer, die Augenringe haben Peter Tägtgren Ausmaße erreicht und es dauert immer länger morgens aus dem Bett zu fallen, letzten Endes war es doch wieder der knurrende Magen, der einen zunächst aus dem Bett und dann zum Frühstück trieb. Das sind genau diese Momente, in denen man sich gleich mal 10 Jahre älter fühlt, als man eigentlich ist und man sich fragt, warum man denn immer bis Ultimo Party machen muss – der letzte Tag eines Festivals ist immer der schlimmste – zumindest wenn es darum geht, in die Gänge zu kommen. Ein paar Tassen Kaffee weckten die Lebensgeister allerdings wieder, das immer noch herrliche Wetter tat sein Übriges und so wurde die Zeit mit ein wenig Bummeln in der Stadt und im Vigelandsparken (sehr empfehlenswert) vertrieben. Eigentlich war an diesem Tag auch noch die Listening Session zum neuen BORKNAGAR Album, SKITLIV gab’s ebenfalls, allerdings scheiterte dieses Unterfangen an mangelnder Teilnahmebestätigung seitens des Labels. Trotz vorangehender Einladung – seltsam. Aber egal, so blieb mehr Zeit das schöne Wetter zu genießen. Und zudem gelang es mir am dritten Tag pünktlich zur ersten Band im John Dee aufzuschlagen.

SEREGON

Nun, ich hatte es pünktlich geschafft, außer mir hatten das aber leider nicht sehr viele andere. Wer weiß wann die restlichen Festivalbesucher aus dem Bett gefallen sind. Schade drum, denn die Briten von SEREGON legten sich wirklich redlich ins Zeug mit einer recht mitreißenden Mixtur aus Death und Thrash. Na zumindest brachten sie die anwesenden Nasen dazu ein paar Schritte nach vor zu machen und ein paar in die Luft gereckte Pommesgabeln gab’s auch. Gar nicht mal so schlecht für einen Opener würde ich mal behaupten.

Setlist SEREGON
DSU
Kingdom Of The Blind
Band Of Brothers
Denizens
T.R.O.T.S.
Cancer Race
Outro

KOLDBRANN

Wieder oben angekommen sah es aber ganz anders aus, KOLDBRANN waren an der Reihe und jetzt war das Rockefeller voll! Massig Pyros, Niklas Kvarforth bewaffnet mit umgedrehtem Kreuz, welches zum Feuerspucken herhalten musste in Kombination mit einer Band, die offenbar schon ordentlich vorgeglüht hatte und auch weiter daran arbeitete, den Alkoholpegel schön weiter in die Höhe zu treiben, na das war eine Show die sich gewaschen hatte. Obendrauf gab’s dann noch einen Sänger und einen Trompeter und als wäre das noch nicht genug und Rockstar like gewesen, zertrümmerte man am Ende des Gigs die Gitarren und spießte die Drums mit Mistgabeln. Die Norweger sind einfach irre. Nach soviel Wahnsinn war erstmal eine kleine Pause angesagt – irgendwie merkte man die letzten Tage so langsam in den Knochen, da sah die Tribüne mit ihren Sitzgelegenheiten gleich noch einladender aus.

Wieder ein Act, auf den ich ganz besonders gespannt war. Denn in den letzten Jahren konnte man den Werdegang KOLDBRANNs in erster Linie auf diversen Festivals mit verfolgen und nun auch direkt hinsichtlich des Infernos konstatieren, dass sie innerhalb von zwei Jahren den Sprung vom kleinen John Dee im Keller oben auf die Hauptbühne des Rockefeller geschafft hatten – wenngleich als Opener. Noch letztes Jahr auf dem Party.San hatten die Norweger mich einigermaßen enttäuscht, weil die große Bühne einfach einen ganzen Deut zu groß für die Band gewesen war. Und im direkten Vergleich mit Rampensau Iblis, dem Fronter von ENDSTILLE, der damals für ein Feature zu KOLDBRANN auf die Bühne kam, hatte KOLDBRANNs Mannevond ganz sonnenklar das Nachsehen. Insgesamt aber deutlich besser als noch bei oben genanntem Gig haben mir KOLDBRANN dann tatsächlich gefallen, was neben der gewohnt gut zusammen gestellten Setlist sicherlich auch an der vergleichsweise kleineren Bühne und der Dunkelheit im Rockefeller lag. Die Stimmung war erwartungsvoll, und vor der Bühne wurde es richtig eng. Für sein Quasi-Heimspiel hatte Mannevond sich dann auch noch besonders schick gemacht, indem er sein reguläres Bühnenoutfit durch eine neue Hose mit liebevoll von Hand mit Edding aufgemalten umgedrehten Kreuzen ergänzte. Zucker! Ebenso gelungen die Bühnendeko, die neben Fackeln auch aus einem halben Dutzend wohl positionierten Mistgabeln bestand. An Entertainment – so deutet sich hier schon an – gab es während des Auftritts mehr als genug. Und vielleicht war es sogar zu viel, so dass es so manches Mal von der Musik als solche ablenkte. Denn KOLDBRANN hatten ein ganzes Geschwader von Gastmusikern organisiert, die dem Spektakel doch eine gewisse Spannung verliehen. Allen voran ist auch hier mal wieder unser – für seine Verhältnisse – überraschend präsent gewordene Tausendsasser Kvarforth von SHINING zu nennen, der geradezu stolz seinen neu erworbenen Rettungsring oben ohne samt „Fuck KOLDBRANN“-Schriftzug zur Schau trug und nun auch hier wieder sein Unwesen trieb, indem er KOLDBRANN zum Titel „Inkvisitor renegat“ nicht nur mit seinen Vocals unterstützte, sondern auch mit einem brennenden – natürlich umgedrehten – Kreuz seine einigermaßen vorhandenen Feuerspuckfähigkeiten präsentierte. Ganz schön viel Klischee, aber immerhin sehr Aufmerksamkeit erhaschend. Mein persönliches Highlight aber war ein ganz anderes Feature, das in seiner Art so ganz und gar neu für mich war, so dass ich vor Staunen weder Namen der beteiligten Gastmusiker, noch Titel des Tracks mental aufnehmen konnte. Denn neben einem langhaarigen, stapfte auch noch ein glatzköpfiger Typ auf die Bühne, letzterer in voller Black Metal-Montur – mit Warpaint, Mega-Nieten an den Armen und saloppem Patronengurt, sowohl um die Hüfte, als auch schräg über den Oberkörper, samt vor dem heimischen Spiegel eintrainiertem, zugegebener Maßen reichlich gewollt, grimmigen Blick. Soweit, so gut. Zum breiten Grinsen brachte mich aber ein anderes Attribut, nämlich eine blinkend goldene Trompete, in die besagter Black Metaller hin und wieder beherzt hinein blies und somit ein paar undefinierbare Töne produzierte. Etwas derartig – sorry – Lächerliches habe ich im betreffenden Musikgenre echt noch nicht erlebt, wenngleich da immer mal wieder der eine oder andere Faux-pas zu beobachten ist. So wurde es also tatsächlich fast zum Beiwerk, dass KOLDBRANN Klassiker wie „Kaosmanifest“ und „Pogrom Pestilent“ darboten und mit dem Cover „Russian Vodka“ eine Hommage an die russische Metal-Combo KORROZIA METALLA zollten. Am Ende zerdepperte einer der Gitarristen dann noch etwas halbherzig sein Instrument, nachdem Mannevond kurz zuvor stark gestrauchelt war und tatsächlich umplumpste. Die vermeidlich ereignisreichsten 45 Minuten des gesamten Inferno, und soweit ich weiß, soll beschriebener Gig als Grundlage einer DVD dienen. Mit etwas Glück also demnächst auch für den heimischen Sofaabend!

TROLL

TROLL gelten resümierend als einer meiner persönlichen Überraschungsacts auf diesem Inferno. Die Devise, dass man, wenn man nichts erwart, auch nicht enttäuscht werden kann, ging hier mehr als auf! Denn bislang hatte ich von der Band nur am Rande Notiz genommen und Fronter Nagash (a.k.a. Lex Icon) war mir geläufiger durch eines seiner anderen Projekte, THE KOVENANT, und durch seine zeitweilige Mitwirkung bei DIMMU BORGIR und CHROME DIVISION. TROLL selbst starten erst seit 2008, wie zu lesen ist, richtig durch, indem ein vollständiges Line Up rekrutiert und den Zeiten eines Solo-Projektes somit ein Ende bereitet wurde. Aber trotz des viel versprechenden Werdegangs Nagashs ging ich weitestgehend unbedarft an den anstehenden Gig heran – und war hinterher umso erfreuter. Selbiger hätte mit seiner markanten Frisur, dem kahl geschorenen Vorderkopf mit kleinem Pferdeschwanz, und dem ärmellosen, bodenlangen Ledermantel rein optisch auch ich in einem Gothic-Projekt vertreten sein können. Doch die eigentliche Marschrichtung wurde direkt nach dem Betreten der Bühne mehr als deutlich vorgegeben, denn es folgte ein schnelles und schonungsloses Black Metal-Set, das neben den wütenden Vocals genannten Fronters auch noch die eine oder andere recht groovige Passage aufzuweisen hatte. Als Freundin wohldosierter Keyboard-Parts kam ich auch in diesem Belang voll auf keine Kosten, so dass ich mich tatsächlich bereits auf das anstehende Erscheinen des neuen Albums „Neo-Satanic Supremacy“ freue! Genau richtig dosiert im Übrigen auch die Nebelmaschine sowie die Pyros, und wirklich richtig gut passend die schnell wechselnde, nahezu flackernde Bühnenbeleuchtung. Nachdem ich bei so manch anderer Band fast vom Strobo erblindet und vom Nebel erstickt wäre, muss man das hier ja nun auch mal hervorheben. Nagash – der teilweise selbst überrascht von dem großen Andrang und der begeisterten Stimmung vor der Bühne zu sein schien und sich immer wieder nach den Songs sehr authentisch bedankte – und seine Mannen können durchaus zufrieden sein mit dieser Show, von vorne bis hinten gelungen! Mit Sicherheit werden wir diese Combo, wenn das Line Up stabil bleibt, in Zukunft noch auf so mancher Konzertbühne bestaunen!

Setlist TROLL
Kristenhat
Naar Natten Endelig
Til Helvete Med Alt
Med Vold Skal Tages
Burn The Witch
Trollstorm Over Nidingjuv
At The Gates Of Hell
Hvor Taaken Ligger Saa
Neo-Satanic Supremacy
Naar Solen Blekner Bort
Age Of Satan
Drep De Kristne

GRAND MAGUS

Nach TROLL und HELHEIM war aber wieder der Gang nach unten angesagt. GRAND MAGUS konnte und wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Und es sollte sich wirklich lohnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands, hielt Sänger Janne seine Ansagen nicht in Englisch, sondern Schwedisch – allerdings war das, im Vergleich zum norwegischen ob genügend Vorkenntnissen, leicht genug verständlich. Feine Sache. Ebenso fein wie die Setlist, die die Schweden darboten. Doomig angehauchter Heavy Metal – auf Platte toll, live wirklich mitreißend. Meinem Nacken hat’s jedenfalls den Rest gegeben.
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Setlist GRAND MAGUS
Intro
Äran
Blood Oath
Hövding
Iron Will
Ulvaskall
Wolfs Return
The Shadow Knows
Baptised In Fire
Kingslayer
Nine
Lodbrok
Light Hater

SAMAEL

Eine „Metal-Band“, die ohne vollständiges Drumkit auskommt und stattdessen zu weiten Teilen auf Elektronik zurückgreift, ist mir ja schon mal per se ein wenig suspekt. Da konnte Xytraguptor, der in diesem Falle für die synthetischen Klänge und die Rhythmen zuständig ist, noch so akrobatisch und ausdauernd auf seine beiden Toms schlagen. Hinzu kommt noch, dass SAMAEL, wie ich finde, schon seit einigen Jahren über ihren gewiss einst strahlenden Zenit hinaus sind und seither nichts wirklich Bemerkenswertes mehr produziert haben. Gerne hätte ich mich vom Gegenteil überzeugen lassen, doch schnell wurde mir klar, dass es spätestens nach „Baphomet’s Throne“ Zeit sein würde, das Feld zu räumen – selbiger Titel wurde hier im Übrigen schon als vierter Song verheizt.

CODE

Nachdem SAMAEL in der oberen Etage einen mitreißenden Gig abgeliefert haben (da sind sich die beiden Journalistinnen wohl offensichtlich uneins, der Chefred.) – was anderes hätte ich von den Herren auch gar nicht erwartet – wurde es mit CODE noch mal richtig schwarz. Nachdem sich der Einstieg etwas schwierig gestaltete, fand ich die Truppe umso besser, nachdem ich nach 2,3 Songs erstmal einen Zugang zum Sound der Briten gefunden hatte. Denn ich war zugegebenermaßen noch nicht so sehr mit dem Material vertraut. Präsentiert wurde einiges vom aktuellen Album „Resplendent Grotesque”, um genau zu sein, bis auf zwei Stücke eigentlich das komplette Werk. Nicht schlecht, aber für Viele vielleicht einfach zuviel des guten nach ein paar kräftezehrenden Festivaltagen. Erschwerend hinzu kam außerdem, dass sich auf der Hauptbühne, hinter zugezogenem Vorhang zudem der Headliner des Festivals bereit machte… oder auch nicht.

Setllist CODE
Smother The Crones
The Rattle Of Black Teeth
The Cotton Optic
A Sutra Of Wounds
In The Privacy Of Your Own Bones
Aeon In Cinders
I Hold Your Light
Possession Is The Medicine
Brass Dogs

CARPATHIAN FOREST
Ja….oder auch nicht, weil sich der Vorhang nicht wie geplant um 1 lüftete, auch nicht um viertel nach, nein… mit mehr als 30 minütiger Verspätung enterten CARPATHIAN FOREST die Bühne mit einer äußerst provokanten Show und in offenbar bester Laune.

Ich für meinen Teil fand die Show alles andere als provokant, kein Vergleich bspw. zu der von VREID. Eher etwas ideenlos und laienhaft an so mancher Stelle hinsichtlich der zusätzlichen Darsteller und der Inszenierung, und vor Allem zum Schmunzeln, irgendwie. Doch fangen wir vorne an. Es war überdeutlich, wie sehr die Festivalbesucher diesem Auftritt entgegen fieberten: So voll wie jetzt war es während des gesamten Infernos noch nicht gewesen. Durch die lange Wartezeit wurde das Publikum langsam ungeduldig und freute sich umso mehr, als sich der Vorhang dann endlich öffnete. Ein langes Intro setzte ein und bot dem Betrachter die Gelegenheit, das Bühnenbild in Ruhe unter die Lupe zu nehmen. Zu sehen waren zwei eher weniger durchtrainierte Männer in etwas Unterbuxen-Artigem bzw. unten herum eingewickelt in Tape und mit jeweils einer, jeweils unterschiedlich großen, Norwegenflagge in der Hand. Dazu eine Gasmaske auf dem Kopf. Was wollte der Künstler damit sagen? Daneben jedenfalls gesellte sich jeweils eine Dame in Unterwäsche und mit halterlosen Strümpfen, ebenfalls mit Gasmaske ausgestattet. Und mit fürchterlich unpassendem Schuhwerk, nur so am Rande. Und so standen sie da. Und standen. Und standen. Zwischen den „Fuck you all“-Sidedrops. Und die Damen hielten sich dann irgendwann einen Dildo in den Schritt. Also so rum, wie der echte Schniepi bei einem Mann säße. Nach gefühlten 2 bis 3 Minuten setzte endlich die Musik ein und CARPATHIAN FOREST betraten die Bühne und stimmten „The Frostbitten Woodlands of Norway“ an. Fronter Nattefrost himself kam natürlich separat in Begleitung eines – ja, was eigentlich – einer Art Irrenanstaltswärter? Hmm. Da hattense aber auch schon mal bessere Einfälle. Auch dass die beiden halbnackerten Damen dann irgendwann kurzzeitig neben dem Nattefrost nieder knien mussten, war jetzt so innovativ nicht. Einzig der Moment, an dem die eine Dame von Nattefrost kniend vor die Anderen geschlörrt wurde und in deren Schrittbereich obskure Dinge vollführen musste, könnte vielleicht etwas anstößig empfunden worden sein. Immerhin war deutlich spürbar, dass die Damen selbst sich nicht so ganz wohl fühlten und so sprang die Kniende zeitgleich mit dem letzten Ton des Titels überaus abrupt auf und verschwand mit ihrer Begleitung verräterisch schnell im Off. Kann man ja irgendwie auch verstehen. Wer will schon freiwillig so einen Mist auf der Bühne machen? Vielleicht hatten sie ja eine Wette verloren. Aber was war sonst noch los? Irgendwann rannte eine recht albern zurecht gemachte Dame im intendierten Corpse Bride-Look recht unbeholfen auf der Bühne umher, wer weiß, was sie da wollte. Die wäre nicht einmal in den Cast von GZSZ aufgenommen worden. Später kehrten die Gasmasken-Damen dann noch zurück, bewaffnet mit je einer schwarzen Plastiktüte und feuerten CARPATHIAN FOREST-Merchandise ins Publikum. So behände, dass garantiert keine einzige der darunter befindlichen CDs noch abspielbar sein dürfte. Inzwischen war es deutlich leerer geworden vor der Bühne. Die Sensationslust Vieler schien befriedigt zu sein. Zumindest die Show war ja auch platt und enttäuschend. Aber musikalisch – darauf sollten wir nach all dem Traram auch noch zu sprechen kommen – fand ich CARPATHIAN FOREST ganz zauberhaft, eine wirklich gute Live-Performance! Trotz vermeidlicher überhöhter Alkohol-Pegel, Nattefrost stolperte hier und da tatsächlich ein wenig verdächtig umher. Übrigens: Im Publikum war zwischendurch immer wieder ein sehr großer, hagerer Mann aufgefallen, der sich in ein Cape mit übergroßer Kapuze gehüllt geradezu ekstatisch zur Musik bewegte. Später erschien selbiger dann mit Gitarre auf der Bühne und es zeigte sich, dass es sich um Nordavind, neben Nattefrost ein Gründungsmitglied von CARPATHIAN FOREST, handelte, der hier ein Feature zum Besten gab.

Die Warterei hatte sich gelohnt, ich für meinen Teil war um die Erkenntnis reicher, dass CF eine verdammt gute Liveband sind, viel besser, als ich sie in Erinnerung hatte. An einen Ausklang des Festivals im Rock In war heute nicht mehr zu denken, denn das hätte sich kaum noch gelohnt. Also war ein kurzer Abstecher in die VIP-Area dran, der sich aber als recht langweilig herausstellte. Nicht schlimm, denn so langsam forderten 4 Tage Dauer-Party ihren Tribut, ohne große Gegenwehr fielen wir nach kurzem Fußmarsch ins Bett. Das Aufstehen am letzten Tag war dann…ach lassen wir das. Am Flughafen kam man beim Warten aufs Flugzeug so langsam wieder zurück in die „normale” Welt. Nicht mehr umgeben von massig schwarzen Gestalten wurden die letzten norwegischen Kronen in fies-teure Pizza (ja, ein drittes Mal Pizza geht noch) und Schokolade investiert und so langsam stellte sich die – wie ein norwegischer Bekannter sie so schön bezeichnet hatte – Post-Festival-Depression ein. Zum einen wollte man nur noch nach Hause und erholen, zum anderen war der metallische Urlaub doch mal wieder viel zu kurz.

Fazit:

Nicht ausverkauft, aber verdammt gut. Einige Bands lieferten richtige Knaller-Gigs ab – im wahrsten Sinne des Wortes, denn als „Inferno Special„ wurde mit Pyros und sonstigen Knallereien nicht gekleckert, sondern geklotzt. Videoleinwände im Hintergrund taten bei einigen Combos ihr Übriges. An allen Festivaltagen war im Publikum das ein oder andere bekannte Gesicht aus diversen Bands auszumachen. Gaahl beispielsweise scheint gar nicht so furchtbar misanthropisch zu sein, wie es in diversen kultigen Interviews immer den Anschein machte – der Gute verteilte Autogramme und war ständig im Gespräch mit diversen Leuten zu sehen. Die bunte Mischung an Zuschauern aus aller Herren Länder sorgte für ein tolles internationales Flair und eine Menge netter Bekanntschaften. Einfach eine relaxte Angelegenheit in jeder Hinsicht. Auf den Toiletten gab es sogar Duftkerzen, so was hatte ich auch noch nicht gesehen, aber eine nette kleine Geste. Wo wir gerade bei „netten Gesten” sind, das Wasser, was es (wie in Skandinavien üblich ist) umsonst gab, war wirklich eine tolle Sache – da kann ich wieder mal nur sagen, dass es das nicht häufiger gibt, ist mir immer noch ein Rätsel. Schlägereien und dergleichen gab’s keine, von Situationen, in denen die Security eingreifen musste hörte man ebenfalls nichts und Bierleichen lagen erstaunlicherweise auch nirgends welche. Ein tolles Festival!

Für alle, die sich nun ärgern und nicht dabei sein konnten, sei gesagt, dass alle Shows mitgefilmt wurden und man sicherlich auf eine Festival DVD hoffen kann. Aufgrund der Special Shows sicherlich eine lohnenswerte Sache. Norwegen ist ein teures Land, das ist nichts Neues, aber immer wieder eine Reise wert. Wenn man das Festival mit einem Kurzurlaub verbindet, hat man die perfekte etwas andere Osterfeier.

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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