Konzert Filter

JAN DELAY & DISKO NO. 1 – DAS BO

Ort: Bielefeld - Stadthalle

Datum: 09.10.2009

Der Herbst hatte Einzug in Ostwestfalen gehalten und so war es doch schon relativ frisch, als wir uns auf den Weg in die Stadthalle zu Bielefeld machten. Dort wollten uns an diesem Abend DAS BO und JAN DELAY samt seiner DISKO NO. 1 einheizen und das taten sie auch, wie ich später feststellen durfte. Nachdem das Konzert zunächst im Ringlokschuppen geplant war und dort innerhalb kürzester Zeit sämtliche Karten restlos vergriffen waren, musste man in die Stadthalle umziehen und auch diese konnte man bis auf den letzten Platz füllen (ca. 3900 Besucher). Nach einigen Problemen mit der Gästeliste wurden wir schlussendlich eingelassen und waren Dank unserer guten Zeitplanung pünktlich.

Und das war auch gut so, denn DAS BO begann fast 30 Minuten früher als angegeben. Dementsprechend überschaubar war auch das Publikum zu diesem Zeitpunkt. Mirko Bogojević aka DAS BO startete seine Karriere zusammen mit Tobi Tobsen als DER TOBI & DAS BO, später wirkte er dann bei FÜNF STERNE DELUXE mit. Doch heute war der Herr solo unterwegs, hatte aber zur Unterstützung noch einen DJ an seiner Seite mit funkelnden Kopfhörern. Total stylish. DAS BO enterte die Bühne im Mantel und mit Palituch und nach einem Spoken Word Intro legte er dann auch sofort mit feinstem Rap los. Doch irgendwie wollte noch keine richtige Stimmung aufkommen, trotz der regelmäßig eingeworfenen „Hey Bielefeld“-Rufe. Weiter ging es mit „Ich hab Rap für dich“ und „Anders (Als Die Ander’n)“. Da auf der Bühne jetzt nicht allzu viel passierte, außer dass DAS BO sich seines Mantels entledigte, hatte ich ein wenig Zeit mir meine Mitstreiter anzuschauen und da war vom Teenie bis zum hippen Endvierziger alles vertreten. Unter anderem auch eine größere Ansammlung unangenehm auffallender Herren im JAN DELAY Fan Outfit. Nachdem man noch „Ohne dich“ von der MÜNCHENER FREIHEIT verwurstet hatte, wurde zum Schluss noch „Türlich, türlich (Sicher, Dicker)“ kurz angespielt und damit waren dann auch 30 Minuten schon wieder um.

Da DAS BO lediglich einen kleinen Teil der Bühne nutzte, weil der Rest mit einem Vorhang verdeckt war, hinter dem sich der Bühnenaufbau für JAN DELAY befand, gab es nur eine kurze Umbaupause und alsbald konnte es mit dem Hauptact losgehen. Leider sollte ich von diesem nicht allzu viel zu Gesicht bekommen, denn inzwischen war es so voll geworden, dass man sich kaum noch bewegen konnte, ohne seinem Nachbarn erheblich weh zu tun. Und natürlich waren mal wieder alle Menschen größer als ich. So konnte ich nur anhand der einsetzenden Musik und des lauten Jubels erkennen, dass JAN DELAY die Bühne gestürmt hatte. Das Hauptaugenmerk lag natürlich an diesem Abend auf Jans neuem Album „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“, unterstützt von der DISKO NO. 1 und drei Backroundsängerinnen, so dass es auch an dieser Stelle reichlich funkig wurde. Passend dazu hatte sich Herr Delay in einen weißen Anzug samt Hut und Krawatte geworfen. Und schon folgte die erste Showeinlage, denn nun wurde klar, warum DAS BO seinen letzten Track nur kurz angespielt hatte. Jenen durfte er dann nämlich an dieser Stelle zusammen mit JAN DELAY noch mal in aller Länge performen. Cool wars. Besonders, da man „Türlich, türlich (Sicher, Dicker)“ mit dem Sound von „Word Up“ unterlegte. Doch das sollte nicht das einzige „Cover“ an diesem Abend bleiben, nahm man sich doch als nächstes „Everybody“ von den BACKSTREET BOYS vor. Die Stimmung war bereits da auf dem Siedepunkt und es war warm. Richtig warm. Zudem wurde die Luft immer dünner und die erste Dame musste von den Sanitätern versorgt werden. Weiter ging es mit „Abschlussball“ vom aktuellen Longplayer, sein Hemd war inzwischen komplett nass(geschwitzt) und es konnte weiter gehen mit meinem Favoriten „Kirchturmkandidaten“ vom 2006er Album „Mercedes Dance“. Und wo man schonmal bei den älteren Sachen war, konnte man auch gleich dabei bleiben. So folgten noch „Ahn ich gar nicht“ und „Feuer“, bevor es langsam dem Ende zu ging. Den Abschluss bildete dann das überaus erfolgreiche „Klar“ und JAN DELAY verabschiedete sich unter tosendem Applaus von der Bühne. So war dann nach genau 1 1/2 Stunden der Hauptteil beendet. Die Terrorfraktion verabschiedete sich an diesem Punkt von der schlechten Luft und den beengenden Zuständen und machte sich auf den Heimweg. Die restlichen Zuschauer dürften aber bei den folgenden Zugaben noch auf ihre Kosten gekommen sein.

Sehr gute Stimmung, ausgezeichnete Musik, ein insgesamt schönes Konzerterlebnis, wenn auch mir persönlich ein paar Menschen weniger und ein bisschen mehr Sicht lieber gewesen wären.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu DAS BO auf terrorverlag.com

Mehr zu JAN DELAY & DISKO NO. 1 auf terrorverlag.com